Angesichts deutlicher Kürzungen im Wissenschaftsbereich sieht der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) die Gefahr, dass die Berliner Hochschulen „den Anschluss an die Weltspitze verlieren“. Um den „drohenden Substanzverlust“ noch abzuwenden, brauche es nach Ansicht der Bildungs- und Wissenschaftsexperten des VBKI nun kreative Lösungen.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Im Nachtragshaushalt 2025 waren für die Hochschulen Kürzungen in Höhe von 250 Millionen Euro beschlossen worden, die nun im Laufe des Jahres umgesetzt werden müssen. Auch die Hochschulverträge sollen neu verhandelt werden. Wie berichtet kommen für die Jahre 2026 und 2027 Kürzungen von 84 bzw. 81 Millionen Euro hinzu, also insgesamt noch einmal 165 Millionen Euro.

Auch interessant

Bereits vor diesem aktuellen Entschluss der Koalitionäre war es zum Ende des vergangenen Jahres zu breiten Protesten gegen die geplanten Kürzungen gekommen. Verschiedene Hochschulpräsidien sprachen von einem Vertrauensbruch.

VBKI fordert mehr Vertrauen für die Hochschulen in Berlin

Die Kürzungen treffen den Wissenschaftsstandort Berlin „kurzfristig und mit voller Wucht“, kritisiert auch der VBKI, und ruft beide Seiten auf, wieder zu einer „kooperativen Vertrauenskultur“ zurückzukehren. Die zentrale Frage laute: „Wie kann in Zeiten limitierter Mittel sichergestellt werden, dass jeder in die Wissenschaft investierte Euro maximale Wirkung entfaltet?“ Dafür legt der VBKI drei Vorschläge vor.

Senatorin Ina Czyborra
Ina Czyborra (SPD), Wissenschaftssenatorin in Berlin. In ihrem Etat gab es bereits 2025 massive Einsparungen. 2026 und 2027 kommen noch einmal insgesamt 165 Millionen Euro hinzu.© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

Erstens fordert er, den Hochschulen wieder stärker zu vertrauen. Die derzeit vorgegebenen Regelungen durch die Politik seien an vielen Stellen zu kleinteilig und würden zu viele Ressourcen binden. „Die Hochschulen wissen selbst am besten, wo begrenzte Mittel maximale Wirkung entfalten.“

Berliner Unternehmer: private Investitionen in Infrastruktur der Hochschulen notwendig

Gelingensbedingung dafür ist wiederum die Planungssicherheit der Hochschulen. Deshalb fordert der VBKI zweitens, dass sie künftig sehr viel früher in Planungsprozesse eingebunden werden. Nur so sei eine langfristige strategische Ausrichtung möglich.

Auch interessant

Mit Blick auf die bröckelnde Infrastruktur der Hochschulen und ihren in Teilen sehr hohen Sanierungsstau brauche es laut VBKI drittens innovative Finanzierungsmodelle. Die Unternehmer haben dabei insbesondere Öffentlich-Private-Partnerschaften im Blick, also private Investitionen in die Hochschulinfrastruktur. Um sie zu koordinieren, solle eine zentrale Koordinierungsstelle für Hochschulbau und -erhaltung eingerichtet werden.

Es dürfe keine Denkverbote geben, um die Ressourceneffizienz der Hochschulen zu steigern, sagte VBKI-Geschäftsführerin Ute Weiland.

Mehr zu Wissenschaft in Berlin