Ein Video sorgt für Entsetzen: Ein junger Mann hat an Silvester aus der Hand heraus eine Rakete durch eine Scheibe in ein Mehrfamilienhaus an der Weserstraße in Neukölln geschossen. Die Rakete explodierte in der Wohnung. Wie die „Bild“ berichtet, ermittelt nun die Polizei.

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Den kurzen Clip mit der gefährlichen Aktion postete der Mann, bei dem es sich um den Influencer Atallah Younes (311.000 Follower) handelt, auf Instagram. Tausende Nutzer reagierten empört. Daraufhin habe der Influencer laut Medienbericht das Video gelöscht. Doch ganz verschwunden ist der Clip nicht aus dem Netz – andere Nutzer verbreiten einen Mitschnitt auf der Plattform X.
Nach aktuellen Informationen gab es gestern in Berlin-Neukölln einen Vorfall, bei dem ein Projektil direkt in eine Wohnung einschlug. Die Polizei ermittelt derzeit, ob es sich um ein gezieltes Vorgehen oder ein Versehen handelt. Weitere Details sind bislang nicht bekannt.
— Zeev Rosenberg 🎗️ (@zeevrosenberg) January 1, 2025
In der… pic.twitter.com/lJKMB3wAoH
Atallah Younes hingegen postete ein neues Video auf Instagram. In diesem bittet er um Entschuldigung: „Wir waren gerade bei Hag Abu Mohamad und haben um Vergebung gebeten“. Es ist zu sehen, wie er mit zwei anderen Männern auf der Couch sitzt – einer soll offenbar das Opfer der Raketen-Attacke sein. Das vermeintliche Opfer sagt allerdings nichts.
Außerdem postete Atallah Younes noch etwas in seiner Instagram-Story. Dazu war er an den Ort zurückgekehrt, an dem er die Rakete abgeschossen hatte. Er schrieb: „Was gestern passiert ist, war ein Fehler und wir haben uns bei dem Hausbesitzer entschuldigt“.
Silvester in Berlin: 400 Festnahmen und viele Verletzte
Berlin hatte erneut einen unschönen Jahreswechsel erlebt. Im Fall einer heftigen Detonation mit Schäden an mehreren Häusern in Schöneberg sprach ein Feuerwehrsprecher von einem „Schlachtfeld“. Die Polizei nahm während der Böllerei mindestens 400 Menschen wegen Straftaten fest – etwa so viele wie vor einem Jahr. Etliche griffen Einsatzkräfte oder andere Menschen mit Pyrotechnik an, andere hatten illegale Waffen oder Böller dabei. Wieder andere fielen wegen Gewalttaten oder Brandstiftung auf. Die Polizei leitete 670 Strafverfahren ein.
37 Polizisten und eine Einsatzkraft der Feuerwehr seien verletzt worden, bilanzierten Innensenatorin Iris Spranger und die Polizei. Ein Polizist erlitt schwerste Beinverletzungen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten 54 Polizisten Verletzungen erlitten, darunter 34 Beamte der Einsatzhundertschaften und 20 Streifenpolizisten im Rahmen ihres normalen Dienstes.
Mann durch Böller wohl erblindet
Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) meldete mindestens 17 Bölleropfer. Fünf von ihnen seien durch Kugelbomben schwer an Händen, Gesicht und Augen verletzt worden, darunter auch Kinder, sagte eine Kliniksprecherin. Ein junger Mann sei wohl komplett erblindet, andere Menschen zogen sich demnach Brandwunden zu oder erlitten einen Hörverlust.
„Die Anzahl der Patienten ist im Vergleich zu den Vorjahren eher durchschnittlich oder etwas unterdurchschnittlich. Die Schwere der Verletzungen ist aber ungewöhnlich“, erläuterte die Sprecherin. Sie sprach von extremen Verletzungen und „Zerreißungsfrakturen“ bei den Opfern aufgrund der großen Sprengkraft der illegalen Böller.
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JP/dpa




