Straftaten, Festnahmen, illegales Feuerwerk, schwer verletzte Bölleropfer – und dann auch noch ein Ausfall der Wasserversorgung. Berlin erlebte mal wieder einen wilden Jahreswechsel. Friedlich gefeiert wurde aber vielfach auch. Am Brandenburger Tor kamen 60.000 Menschen zur traditionellen Silvesterparty.

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Die Polizei nahm während der Böllerei in der Silvesternacht mindestens 400 Menschen wegen unterschiedlicher Straftaten fest – etwa so viele wie vor einem Jahr. Nach einer vorläufigen Bilanz seien 15 Polizisten und eine Einsatzkraft der Feuerwehr verletzt worden, teilte Innensenatorin Iris Spranger der Deutschen Presse-Agentur mit. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten allein 34 Polizeibeamte Verletzungen erlitten.
„Für den weitaus überwiegenden Teil der Berlinerinnen und Berliner und der Gäste war es ein friedliches Silvester“, sagte die SPD-Politikerin. „Dennoch kam es zu Straftaten, bei denen Unbeteiligte und Einsatzkräfte verletzt wurden. Ich verurteile diese Taten aufs Schärfste und erwarte, dass sie konsequent aufgearbeitet und strafrechtlich verfolgt werden.“
Wie Spranger dankte auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) den 5500 Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Sie hätten Schlimmeres verhindert. „Mit Kugelbomben auf Polizisten schießen, mit Pyrotechnik oder Steinen die Einsatz- und Rettungskräfte der Feuerwehr angreifen – unfassbar“, sagte Wegner. „Solche Straftäter müssen die volle Härte des Rechtsstaats spüren.“
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Silvesternacht in Berlin: Mehr Einsätze bei der Feuerwehr
Die Berliner Feuerwehr bilanzierte über den Jahreswechsel zwischen 19 Uhr und 6 Uhr 1892 Einsätze. Das waren 294 mehr als im Vorjahr. Darunter waren laut einer Mitteilung 825 Brände, 847 Rettungsdiensteinsätze sowie 220 technische Hilfeleistungen und sonstige Einsätze. In 13 Fällen wurden Einsatz- und Rettungskräfte laut Feuerwehr angegriffen oder bei ihrer Arbeit behindert.
„Auffällig waren in diesem Silvester vermehrt Brände in Wohngebäuden mit gefährdeten Personen, die durch die Berliner Feuerwehr gerettet und versorgt wurden“, hieß es in einer Mitteilung. Im Stadtteil Kreuzberg brannte es auch in einer Tiefgarage und einem ehemaligen Parkhaus.
Massive Schäden durch illegale Kugelbomben
Durch illegale Feuerwerkskörper – mutmaßlich sogenannte Kugelbomben – entstanden große Schäden, zahlreiche Menschen wurden teils schwer verletzt. Nach Angaben der Feuerwehr wurden in der Belziger Straße im Stadtteil Schöneberg bei einer heftigen Detonation zahlreiche Häuserfassaden stark beschädigt, Fenster gingen massenhaft zu Bruch, Wände bekamen Risse.
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36 Wohnungen seien nun vorerst unbewohnbar und zwei Menschen in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Er sprach von einem „Schlachtfeld“, das der Sprengkörper hinterlassen habe. Experten gehen von einer Kugelbombe aus, die wegen ihrer hohen Explosionskraft hierzulande eigentlich nicht für den Allgemeingebrauch zugelassen ist.
Ein solcher illegaler Böller explodierte laut Feuerwehr auch im Bottroper Weg im Stadtteil Tegel, hier inmitten einer Menschenmenge. Acht Menschen wurden nach Angaben des Sprechers verletzt, darunter zwei lebensbedrohlich. Unter den beiden Schwerstverletzten sei auch ein Kleinkind.
Silvester in Berlin: Mann durch Böller wohl erblindet
Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) meldete mindestens 17 Bölleropfer. Fünf von ihnen seien durch Kugelbomben schwer an Händen, Gesicht und Augen verletzt worden, darunter auch Kinder, sagte eine Kliniksprecherin. Ein junger Mann sei wohl komplett erblindet, andere Menschen zogen sich demnach Brandwunden zu oder erlitten einen Hörverlust.
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„Die Anzahl der Patienten ist im Vergleich zu den Vorjahren eher durchschnittlich oder etwas unterdurchschnittlich. Die Schwere der Verletzungen ist aber ungewöhnlich“, erläuterte die Sprecherin. Sie sprach von extremen Verletzungen und „Zerreißungsfrakturen“ bei den Opfern aufgrund der großen Sprengkraft der illegalen Böller.
Als ob die Einsatzkräfte zum Jahreswechsel nicht schon genug zu tun hätten, fiel am Silvesterabend gegen 20.00 Uhr in weiten Teilen Berlins auch noch die Wasserversorgung zeitweise aus. Grund war nach Angaben der Wasserbetriebe der Bruch einer Hauptleitung an der Seestraße im Stadtteil Wedding.
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Hunderttausende Haushalte in mehreren Bezirken, darunter Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg, hatten für eine oder zwei Stunden kein Trinkwasser aus dem Hahn. Bis Mitternacht normalisierte sich die Lage nach Angaben der Wasserbetriebe wieder. An der Bruchstelle wurde die Leitung zunächst mittels Ventilen geschlossen und soll nunmehr grundsätzlich repariert werden.
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dpa/BMO








