An Weihnachtsmärkten mangelt es in Berlin definitiv nicht – denn es stehen rund 60 Veranstaltungen zur Auswahl. Die Herausforderung ist es daher eher, aus der Vielzahl genau den Markt zu finden, der zur eigenen Vorliebe oder der Tagesstimmung passt. Wo können Familien einen entspannten Nachmittag verbringen, wo ist es besonders atmosphärisch und wo werden diejenigen fündig, die Weihnachten eigentlich gar nichts abgewinnen können? Die Berliner Morgenpost hat eine Auswahl zusammengestellt, bei der für jeden Typ etwas dabei sein sollte.

Für Adrenalinjunkies: Der Berliner Wintertraum

Aufbau Berliner Wintertraum
Nicht besonders idyllisch, dafür aber etwas für alle, die Action lieben: der Berliner Wintertraum in Schöneweide.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Wer keine Lust auf besinnliche Weihnachtsmusik und Buden mit Kunsthandwerk hat, ist auf dem Berliner Wintertraum an der Schnellerstraße 145 in Niederschöneweide richtig. Dieser Rummel bietet Karussells wie einen 40 Meter hohen „Kettenflieger“, Bungee-Trampoline und Achterbahnen, Autoscooter und eine Geisterbahn. Greifautomaten, Los-Buden sowie Geschicklichkeitsspiele wie Ball- und Pfeilwerfen, Entenangeln, Kamelrennen und „Hau den Lukas“ sollen, so werben die Schausteller selbst, für „perfektes Rummel-Feeling“ sorgen. Besonders sticht der fabrikneue, 85 Meter hohe Freefall-Tower „Mission: Impossible“, der Fahrgäste aus luftiger Höhe abstürzen lässt, heraus. Das ist nichts für schwache Nerven – und vor allem etwas für Weihnachtsmarktbesucher, die den Nervenkitzel suchen und denen laute Sounds nichts ausmachen.

„Berliner Wintertraum“, Schnellerstraße 145, 12439 Berlin, bis 29. Dezember, 24. Dezember geschlossen, Öffnungszeiten: Mo.-Do. 14-22 Uhr, Fr.-Sa. 14-23 Uhr, So. 12-21 Uhr, Eintritt: frei.

Für Museumsfans: Der Weihnachtsmarkt im Humboldt Forum

Bei keinem anderen Berliner Weihnachtsmarkt lässt sich der Museumsbesuch so gut mit dem anschließenden Glühwein verbinden wie bei jenem im Humboldt Forum. Im barocken Schlüterhof schlürft man geschützt vor dem Trubel der Straße am Heißgetränk, während im Inneren des Kulturortes Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen auf den wissbegierigen Geist warten. So findet man eine Schau zu Alexander und Wilhelm von Humboldt, asiatischer Kunst oder den historischen Original-Skulpturen, die einst das Berliner Schloss schmückten. Jenem Bauwerk, das einst an der Stelle des heutigen Humboldt Forums stand, und an das die barocke Fassade angelehnt worden war.

Weihnachtsmarkt im Humboldt Forum, Schloßplatz, 10178 Berlin, Öffnungszeiten tgl. 11 bis 22 Uhr, Eintritt frei

Für Nordisch-Romantische: Lucia-Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei

Lucia Weihnachtsmarkt Kulturbrauerei
Der Lucia-Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei punktet mit nordischen Heißgetränken und Bräuchen. © Miriam Schaptke | Miriam Schaptke / BM

Glögg statt Glühwein, Jurten zwischen Backsteinmauern, Flammlachs und Rentierwurst als Leckerbissen mit skandinavischer Note: Der Lucia-Markt in der Kulturbrauerei ist eine Empfehlung für diejenigen, die dem Schmalz von klassisch deutschen Weihnachtsmärkten entkommen wollen. Es ist der Zufluchtsort für jene, die Stollen, Weihnachtskugeln und Geschenkeschleifen satthaben – und stattdessen eintauchen in eine Welt, in der Elchgeweihe, Wikinger-Bräuche und nordische Lichtgestalten das Jahresende verheißen. Der Weihnachtsmann kommt allerdings auch hier pflichtschuldig vorbei – jeden Tag von 17 bis 18 Uhr.

Weihnachtsmarkt Kulturbrauerei, Knaackstraße 97/Sredzkistraße 1/Schönhauser Allee 36-39, 10435 Berlin, Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 15 bis 22 Uhr, Sa./So. 13 bis 22 Uhr, Eintritt: frei

Für Familien: Weihnachtsmarkt auf der Domäne Dahlem

Wer einen gemütlichen Weihnachtsmarkt für einen Besuch mit Kindern sucht, wird im Südwesten Berlins fündig. Die Domäne Dahlem verwandelt sich an den Adventswochenenden wieder in einen Adventsmarkt. Neben den Marktständen mit Kunsthandwerk gibt es ein vielfältiges weihnachtliches Programm für Kinder, für die ein klassischer Rundgang über einen Weihnachtsmarkt schnell mal langweilig werden kann. Zum Programm gehören Theateraufführungen, eine Feuershow, ein Kinderkarussell und Bastelmöglichkeiten, zum Beispiel das Bemalen von Glaskugeln und Holzschnitten. Ein Highlight sind außerdem die winterlichen Traktorfahrten auf dem Landgut, alternativ können Familien auch mit einer Kutsche über das Gelände fahren.

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Weihnachtsmarkt Domäne Dahlem, Königin-Luise-Straße 49, 14195 Berlin, an den vier Adventswochenenden, jeweils Sa. und So.: 30.11.-1.12./7.-8.12./14.-15.12./21.-22.12., Öffnungszeiten: 11 bis 19 Uhr, Eintritt: 4,50 Euro, ermäßigt 2 Euro, Kinder bis 12 Jahren frei

Für Ökos: Weihnachtsmarkt am Schloss Schönhausen

Weihnachtsmarkt Schloss Schönhausen
Bratwurst und nachhaltiger Genuss im Barockgarten: Der Weihnachtsmarkt am Schloss Schönhausen in Pankow.© Thomas Schubert / BM | Thomas Schubert

Wenn man den ökologischsten Weihnachtsmarkt Berlins benennen wollte, läge dieser wohl weit vorne: Der Manufakturen-Weihnachtsmarkt am Schloss Schönhausen feiert am ersten Adventswochenende ein kleines Jubiläum. Zum fünften Mal erleben Zehntausende Gäste vor dem erleuchteten Barock-Bau ein vorweihnachtliches Programm mit einem besonderen Fokus: Das Glühweintrinken, Geschenkekaufen und Genießen steht im Zeichen der Nachhaltigkeit. Müllvermeidung und Recycling gehören ebenso zum Zauber des Marktbummels wie Wurst, Mandeln und Glühwein mit würzigen Aromen. Beim Essen wird man den nachhaltigen Charakter des Markts auch besonders merken: Gereicht werden Gerichte ausschließlich mit Mehrweggeschirr, das wieder beim Händler landet – und nicht im Müll.

Weihnachtsmarkt am Schloss Schönhausen, Tschaikowskistraße 1, 13156 Berlin, Eintritt: 2 Euro, Kinder frei. Öffnungszeiten: Sa. 30.11.2024, 12 bis 21 Uhr, So. 01.12.2024, 12 bis 18 Uhr

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Für Sportliche: Winterzauber auf dem Teufelsberg

Bei diesem Weihnachtsmarkt geht es hoch hinaus: Auf dem Teufelsberg im Grunewald findet der „Magische Winterzauber“ statt. Wer hier seinen Glühwein genießen will, muss sich diesen also zunächst erarbeiten und einige Höhenmeter zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Die Ankündigung verspricht, dass Besucher auf dem Teufelsberg eine Mischung aus regionalem Handwerk, liebevoll zubereiteten Leckereien und wärmenden Punsch vorfinden. Für Kinder gibt es ein Extra-Programm, außerdem eine historische Schiffsschaukel und eine Bastel-Stube. Als Bonus können Marktbesuche das Panorama des winterlichen Berlins von der Dachterrasse aus beobachten – der sportliche Aufstieg soll sich also lohnen.

Öffnungszeiten: noch bis zum 1. Januar, Do. bis So., in der letzten Woche täglich. Eintritt mit Teufelsberg-Ticket: Erwachsene 10 Euro, Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren 5 Euro

Für Abgeklärte: Der All-inclusive-Weihnachtsmarkt an der Spree

All-Inclusive-Weihnachtsmarkt an der Spree
Der All-Inclusive-Weihnachtsmarkt an der Spree eignet sich für die, die Gedränge meiden wollen.© BM | Uta Keseling

Wer nichts riskieren will und Weihnachtsmärkte eher als Pflichtprogramm sieht, ist beim All-Inclusive-Weihnachtsmarkt am Spreespeicher in Friedrichshain richtig. Der Abend beginnt mit Ernüchterung – erstmal wird (online) bezahlt. Dafür muss man weniger Schlange stehen, es gibt weniger Gedränge, weniger Ramsch und dank Security auch mehr Sicherheit als auf anderen Weihnachtsmärkten. Statt Nervenkitzel und Kitsch wird ein einmaliger Blick über die Spree geboten. Und ausreichend überdachte Stehtische, die sich eher für einen gesitteten Plausch unter Kollegen beim Glühwein eignen als für ein Weihnachtsmarkt-Abenteuer im Gedränge, welcher Art auch immer. 
 
Der All-inclusive-Weihnachtsmarkt an der Spree, Stralauer Allee 2, 10245 Berlin, Öffnungszeiten 17-22 Uhr, Tickets starten ab 29,90 Euro (Mo. bis Fr. ab 20 Uhr), Sa. und So. ab 17 Uhr, 45,90 Euro zahlen, VIP-Ticket für separaten Eingang und Eintritt ins geheizte Zelt: 65 Euro, alle Tickets nur online, keine Abendkasse.