Abtauchen, schweben, eine Pirouette nach oben drehen und wieder Luft holen – Hippo-Mädchen Toni hat es drauf. Fünf Monate ist das Jungtier jetzt alt, Zeit für einen Tauchgang im tiefen Wasser. Bislang war das Jungtier im 1,20 Meter tiefen Becken auf der Außenanlage zu sehen. Jetzt wird es langsam zu kalt, um draußen zu baden. Daher musste das Zwergflusspferd-Baby an das Becken in der Innenanlage der Hippo-Bay gewöhnt werden.

Das Wasser ist mit 1,80 Meter noch tiefer als auf der Außenanlage

Am Dienstag zeigte das Jungtier zum ersten Mal, wie es durch das 1,80 Meter tiefe Wasser gleitet: mindestens so grazil wie eine Synchronschwimmerin. Von nun an können Zoobesucher jeden Tag Mini-Hippo Toni durch die verglaste Scheibe des 22 Grad warmen Innenbeckens bei ihren Unterwasser-Abenteuern beobachten.

Mini-Hippo Toni geht auf ersten Tauchgang in der Innenanlage der Hippos im Berliner Zoo
Flusspferde können nicht schwimmen, sondern schweben durch das Wasser. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Zoo Berlin: Zwergflusspferde können nicht schwimmen

Das Jungtier hatte einen schweren Start ins Leben. Zwergnilpferd-Mutter Debbie hatte Zwillinge auf die Welt gebracht. Aber kurz nach der Geburt ist ein Baby gestorben, Toni, die kleinere und leichtere blieb allein zurück. Aber sie kämpfte sich durch, nahm kräftig und schnell zu. „Die Muttermilch hat gut getan“, sagt Zoodirektor Andreas Knieriem. Mit 2,5 Kilogramm kam sie auf die Welt, jetzt wiegt sie etwa 35 Kilogramm. Knieriem hat sie beim ersten Gang auf die Außenanlage größenmäßig noch mit einer „doppelt fetten Katze“ verglichen, jetzt spricht er eher von einem „überfetten Schäferhund“. Ausgewachsen können Zwergflusspferde etwa 200 Kilogramm auf die Waage bringen.

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Der Zoo teilte auf Instagram ein Tauch-Video von Toni. Die Follower zeigten sich begeistert. Ein User schrieb: „Es ist wirklich sehr schön, wie sich Toni in den letzten Monaten entwickelt hat und dass es ihr gut geht (...).“ Eine andere Userin kommentierte mit einem lachenden Smiley: „Die kleine Boulette geht ab wie ein Schnitzel.“ Einen ähnlich witzigen Vergleich zog auch Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem: „Balletttanz trifft auf Raumfahrt – das beschreibt es aus meiner Sicht ganz gut.“

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Für den Zoodirektor ist es das zweite Zwergflusspferd, das er von der Geburt an begleiten darf. Das erste Mal hat er in seiner Zeit im Zoo Duisburg erlebt, wie „eine Kartoffel mit vier Beinchen auf die Welt kam“. Deshalb ist es auch für ihn etwas Besonderes, Toni zu beobachten. „Sie ist wie ein klassisches Kind, sie spielt und macht Blödsinn, kugelt sich im Wasser“, erzählt Andreas Knieriem vor der Glaswand, die Einblicke vom Grund bis an die Wasseroberfläche gibt. Das kleine Flusspferd wurde schon vor seinem Auftritt in der Öffentlichkeit ein Onlinestar. Millionenfach wurden die Bilder und Videos vom ersten Bad in einer Plastikwanne in den sozialen Medien geklickt, sogar von Fans in den USA, Australien und Mexiko.

Mini-Hippo Toni geht auf ersten Tauchgang in der Innenanlage der Hippos im Berliner Zoo
Mutter Debbie und Toni gehen ins Wasser. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Mutter Debbie ist immer an der Seite und passt auf. Taucht die eine ab, folgt die andere. Holt die eine Luft, dauert es nur ein Bruchteil von Sekunden, dass auch ein zweiter Kopf erscheint. „Die Mutter ist die beste Bademeisterin“, sagt Knieriem. Sie habe das Jungtier an das Wasser herangeführt, ihm gezeigt, wie es sich darin bewegen muss. Denn Flusspferde schwimmen nicht, sondern sinken, laufen auf dem Boden und stoßen sich wieder ab, um nach oben zu kommen.

Toni kommt an die Glasscheibe und nimmt Kontakt mit den Besuchern auf

Mini-Hippo Toni geht auf ersten Tauchgang in der Innenanlage der Hippos im Berliner Zoo
Toni läuft über den Grund, geführt von ihrer Mutter.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Das ist auch an diesem Vormittag zu beobachten. Nach 15 Minuten Badespaß, bei dem Toni immer wieder an die Glasscheibe kommt und Kontakt mit den Besuchern aufnimmt, gehen Mutter und Tochter an Land. Sie fressen ein paar Erdnüsse und schon geht es weiter. Die beste Zeit, die beiden zu beobachten, ist gleich am Morgen. Denn dann ist das Wasser noch klar und nicht von den ersten Bädern schon aufgewühlt. Die Karpfen, die mit im Becken schwimmen, sollen zwar ein erster Filter sein, aber das ersetzt natürlich nicht die riesige Filteranlage unter dem Becken.

„Im natürlichen Lebensraum gibt es nur noch weniger als 2500 ausgewachsene Zwergflusspferde – die Tendenz ist abnehmend“, erklärt Zoodirektor Knieriem. Umso wichtiger sei es, dass sich Menschen für die seltenen Tiere begeistern und sich für den Erhalt ihrer Art einsetzen. Ehrenpate und Namensgeber ist übrigens Fußballstar Antonio Rüdiger, kurz Toni genannt. Im November wird es eine gemeinsame Versteigerung geben, die Erlöse sollen einem Artenschutzprojekt für Zwergflusspferde in Sierra Leone zugutekommen.

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