Nach fünf außergewöhnlich trockenen Jahren kam es in diesem Winter wie aus Eimern vom Himmel. Im Februar regnete es in Berlin mehr als das Doppelte im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert: 236 Liter pro Quadratmeter Regen prasselte nieder, laut Deutschem Wetterdienst der höchste Niederschlag seit 1948.

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Das kam vor allem dem Grundwasser der Hauptstadtregion zugute. „In den vergangenen Jahren hatten wir oft nicht nur zu wenig Regen, sondern auch gerade im Sommer lange Trockenzeiten und all das bei steigenden Temperaturen, was unter dem Strich die Grundwasserstände sinken ließ“, sagt Dr. Anne König, Leiterin des Wasser-Ressourcenmanagements der Berliner Wasserbetriebe, in einer Pressemitteilung. „Dieser Trend ist nach den überdurchschnittlich hohen Niederschlägen im vergangenen Jahr und dem feuchten Start ins Jahr 2024 gestoppt, und wir erkennen wieder überwiegend steigende Grundwasserstände“.

Grundwasser in Berlin: Regen der Wintermonate reicht nicht, um Defizite auszugleichen

Bei den Niederungen von Spree und Havel sind den Berliner Wasserbetrieben zufolge zum Teil bereits Grundwasserhochstände registriert worden. Anders sehe es auf den Hochflächen des Teltow und des Barnim im Südwesten und Nordosten der Stadt aus: Die dort schwer wasserdurchlässigen Bodenschichten dämpfen die Grundwasserneubildung stark. Deshalb seien die Grundwasserstände dort immer noch auf einem niedrigen Niveau.

Bedeckter Himmel und Schneeregen in Berlin (Symbolbild)
In den Wintermonaten regnete es in der Hauptstadt sehr viel. © DPA Images | Gregor Fischer

Der viele Regen im Winter reiche daher noch lange nicht, um die Defizite im Grundwasserhaushalt der vergangenen Jahre auszugleichen. „Viele schimpfen ja über vermeintlich schlechtes Wetter – dabei ist der Regen ein Segen für Natur und Grundwasser – für uns darf es gern noch einige Zeit weiter regnen“, so Dr. Anne König.

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Berliner Waldflächen: Bäume haben sich noch nicht von Trockenheit erholt

Auch für die Wälder in und um Berlin dürfte es das. Die Waldflächen haben sich von der Trockenheit der letzten Jahre ebenfalls noch nicht erholt, wie Peter Harbauer, Sprecher der Berliner Forsten, der Berliner Morgenpost erklärte: „Über die letzten Dürrejahre fehlt den Wäldern in Summe fast ein ganzer Jahresniederschlag. Das hat der Regen im Winter nicht ausgeglichen.“

Wird ein Baum nicht mit ausreichend Wasser versorgt, ist er anfälliger für Pilze und Insekten, so Harbauer. Irgendwann könne sich der Baum nicht mehr gegen diese zur Wehr setzen, sterbe ab oder könne Stürmen nicht mehr standhalten. „Im Waldzustandsbericht des vergangenen Jahres konnten wir eine leichte Regeneration der Kiefer verzeichnen. Aber bis sich die Bäume gänzlich von der Trockenheit erholen können, braucht es drei bis vier Jahre mit guter Wasserversorgung.“

Waldbrandgefahr in Berlin: Aktuell herrscht Waldbrandgefahrenstufe 3

Seit dem 01. März weist der Deutsche Wetterdienst zudem täglich die Waldbrandgefahrenstufen aus, die von 1 bis 5 reichen. In Berlin und Brandenburg liegt diese seit Freitag, 8. März, bei Waldbrandgefahrenstufe 3. Ab dieser Stufe wird in Berlin die Waldbrandüberwachung aufgenommen, um früh Feuer aufzuspüren. Unabhängig davon, ob es, wie es aktuell der Fall ist, vor kurzem viel geregnet hat. „Da wir im Moment noch keine Bodenvegetation haben, ist es oberflächig momentan noch sehr trocken. Das Grün kommt jetzt erst langsam. Die Waldbrandsituation ist derzeit also gar nicht mal so gering“, erklärte der Sprecher der Berliner Forsten.

Extremwetter-Jahr 2023
Flammen schlagen bei Nacht in einem Waldstück nahe Jüterbog in Brandenburg in die Höhe. Der größte Waldbrand war Ende Mai 2023 auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Jüterbog südlich von Berlin ausgebrochen. © DPA Images | Thomas Schulz

Um auf die Waldbrandsituation im Sommer schließen zu können, sei es noch zu früh. „Aktuell ist die Situation entspannt, weil die Böden gut durchfeuchtet sind und die Vegetation, die jetzt entsteht, gute Startvoraussetzungen hat. Das pflanzenverfügbare Wasser im Oberboden wird dafür sorgen, dass wir bald ein sattes Grün sehen werden, das auch nicht so schnell austrocknet.“

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Waldbrandsaison in Brandenburg: 105 Sensoren überwachen den Wald

Auch die Forstleute und Feuerwehr in Brandenburg bereitet sich auf die Waldbrandsaison vor. Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel rechnet aber mit einem ruhigen Auftakt. „Ich freue mich darüber, dass wir im Winterhalbjahr doch reichlich Niederschläge bekommen haben.“ In Brandenburg regnete es laut Deutschem Wetterdienst 73 Litern pro Quadratmeter – das Doppelte im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert. Die Böden seien bis in tiefere Schichten mit Wasser gesättigt, sagte Engel. Im März rechne Engel deshalb nicht mit vermehrten Waldbränden. 

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Wie das Landesagrar- und Umweltministerium mitteilte, kann in Brandenburg aber schon eine erste Trockenperiode im Frühjahr die Waldbrandgefahr schnell wieder ansteigen lassen. Der brandenburgische Landesbetrieb Forst überwacht den Wald mit 105 Sensoren. Die Daten werden in Waldbrandzentralen an den Standorten Eberswalde und Wünsdorf ausgewertet. 

Ein Warnhinweis hängt im Naturschutzgebiet des ehemaligen Truppenübungsgelände bei Jüterbog.
Ein Warnhinweis hängt im Naturschutzgebiet des ehemaligen Truppenübungsgelände bei Jüterbog.© Paul Zinken/dpa | Unbekannt

Im Jahr 2022 brannte 763 Hektar Fläche in Brandenburg

Im vergangenen Jahr verlief die Waldbrandsaison in Brandenburg – auch dank höherer Niederschläge – im Vergleich zu 2022 eher glimpflich ab: Es gab 245 Waldbrände mit einer betroffenen Fläche von 763 Hektar. Im Jahr 2022 waren es 523 Brände und 1426 Hektar. Der größte Waldbrand war Ende Mai 2023 auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Jüterbog südlich von Berlin ausgebrochen.

mit dpa