Er steht medial zwar etwas im Schatten seines schillernden jüngeren Bruders Arafat, ist aber alles andere als ein Unbekannter in der Berliner Halbwelt: Ali Abou-Chaker. Am Freitagmorgen durchsuchte die Polizei sein Haus in Rudow im Auftrag der Staatsanwaltschaft, um Spuren zu sichern. Der Vorwurf: Räuberische Erpressung. Zuerst hatte die „B.Z.“ darüber berichtet. Auf Nachfrage bestätigt Sebastian Büchner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, den Einsatz, ohne Abou-Chakers Namen zu bestätigen oder zu dementieren. „Der Name ist nicht falsch“, heißt es hingegen aus Kreisen der Ermittler.
Demnach soll Ali Abou-Chaker am 28. Mai in einer Bar in Friedrichshain einem Mann eine Pistole vor die Brust gehalten und von ihm 5000 Euro in bar gefordert haben. Der Mann, der sich als Zeuge bei der Staatsanwaltschaft meldete, habe ihm zuvor 1000 Euro aushändigen wollen. Was Abou-Chaker offensichtlich nicht genug war. Ob es sich bei der Geldübergabe um eine Schutzgelderpressung gehandelt habe und Abou-Chaker das Geld eintreiben wollte, ist unklar. Klar ist nur, dass es eine Vorbeziehung zwischen den beiden Männern gegeben haben soll. Die Ermittlungen dauern weiter an und die beschlagnahmten Spuren würden nun ausgewertet, hieß es.
Ali Abou-Chaker wurde im Oktober 2023 von ähnlichen Vorwürfen freigesprochen
Zuletzt war Ali Abou-Chaker im Oktober in die Schlagzeilen geraten. Überraschend wurde er vor dem Landgericht Berlin von dem Vorwurf der versuchten schweren räuberischen Erpressung freigesprochen. Die Staatsanwaltsschaft hatte ihm vorgeworfen, dass er gemeinsam mit zwei weiteren Männern durch Drohungen und dem „Vorhalten diverser Waffen“ wie Macheten versucht habe, von einem Mann in Kreuzberg Spielschulden einzutreiben. Hierfür konnte das Gericht allerdings keine Beweise finden.
- Zum Thema:So ticken die Clans in Berlin
Gemeinhin gilt Alis jüngerer Bruder Arafat Abou-Chaker als Oberhaupt des palästinensischstämmigen Clans, dem Verbindungen in die organisierte Kriminalität und Verwicklungen in Delikte wie Schutzgelderpressungen, Drogen- und Waffenhandel sowie Raubüberfälle nachgesagt werden. Bekannt wurde Abou-Chaker als „Manager“ des erfolgreichen Deutschrappers Bushido, mit dem er derzeit zahlreiche Prozesse ausfechtet. Im Februar wurde der Clanchef nach dreieinhalb Jahren Prozess von dem Vorwurf der Freiheitsberaubung und der gefährlichen Körperverletzung zuungunsten Bushidos freigesprochen. Bushido, bürgerlich Anis Ferchihi, war in dem Verfahren als Nebenkläger aufgetreten.



