Roter Teppich und großes Gedränge am Zoo Palast: Die vierte Ausgabe der „John Wick“-Filmreihe feierte am Mittwochabend ihre Deutschlandpremiere. Dafür waren unter anderem der Regisseur Chad Stahlenski sowie die Star-Schauspieler Keanu Reeves (58) und Laurence Fishbourne (61) angereist.
Trotz kalten Wetters und Schneeregens hatten sich schon früh zahlreiche Fans zum Filmdebüt versammelt. Unter ihnen auch der 18-jährige Schüler Max-Leon, für den das Gucken der „John Wick"-Filme mittlerweile schon Tradition hat. Seit Schulschluss am Nachmittag kauerte der junge Schöneberger am Kino und hoffte innig auf ein Autogramm seines Lieblingsschauspielers.
Viele Film-Fans hatten den vierten Teil der Thriller-Reihe bereits ungeduldig erwartet. Es soll noch mehr Action und Drama geben als in den vorangegangenen Teilen. Der schwarz gekleidete Wick (Keanu Reeves) kämpft rund um den Globus gegen eine internationale Verbrecherorganisation – er jagt auf dem Pferd durch eine Wüste und rast im Auto durch die Straßen von Paris.
Keanu Reeves: Von Action-Fans herbei gesehnt
Mit Marquis de Gramont (Bill Skarsgård) taucht ein neuer Bösewicht auf. Ihn muss Wick zum Zweikampf herausfordern und besiegen, wenn er sich die Hohe Kammer ein für alle Mal vom Leib schaffen will – Auge um Auge, Mann gegen Mann. „John Wick wird erst dann frei sein und Frieden finden, wenn er tot ist“, hört man eine Stimme im Trailer sagen. Bei seinem Feldzug erhält der geächtete Auftragskiller Wick jedoch Unterstützung von alten Bekannten wie etwa dem Bowery King (Laurence Fishburne).
In London feierte der Film bereits Premiere. Dafür erschien Reeves in einen tannengrünen Cordanzug, kombiniert mit einem flaschengrünen Hemd. An seiner Seite waren zwei Schauspielerinnen, deren Charaktere neu zur Reihe hinzukommen. Rina Sawayama (32) entschied sich für eine hochgeschlossene, silberne Robe. Das körperbetonte Kleid war an der Hüfte gerafft und von oben bis unten mit funkelnden Steinen besetzt.
„John Wick“: Dreharbeiten in Berlin
Berlin ist für Reeves mittlerweile fast schon ein zweites Zuhause. Schon 2017 sagte er der Berliner Morgenpost, dass Berlin zu seinen Lieblingsdrehorten gehöre, auch wenn er kein Deutsch spreche. Auch für den neuen John Wick wurde zum Teil in der Hauptstadt gefilmt. Im September 2021 wurde zum Beispiel rund um den Gendarmenmarkt in Mitte gedreht. In der Szene gerät Wick im neuen Film an der Ecke zur Taubenstraße in eine wüste Prügelei.

Auch für andere Projekte war Reeves bereits mehrfach in der Hauptstadt. Kurz vor den Dreharbeiten zu „John Wick: Kapitel 4“ war Reeves monatelang für die Dreharbeiten von Matrix 4 vor Ort, gedreht wurde teilweise in den Filmstudios Babelsberg in Brandenburg und in Berlin. Kritik gab es damals, als trotz strenger Corona-Vorschriften Schauspieler, Komparsen und Filmemacher eine Party mit rund 200 Gästen veranstaltet haben sollen. Das hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. Laut Darstellung des Studios Babelsberg sei die Feier jedoch Teil eines Drehs gewesen, es sei eine Partyszene gefilmt worden. Seiner Bekanntheit tat das keinen Abbruch: Die Rolle des Computerhackers Neo in der Matrix-Trilogie, die mit vier Oscars ausgezeichnet worden ist, machte Reeves weltberühmt und zu einem der bestbezahlten Hollywoodstars.

Keanu Reeves zieht es aber auch für Filmpremieren immer wieder nach Berlin. So stellte er bei der Berlinale 2009 den Film „The Private Lives of Pippa Lee“ vor. 2012 präsentierte er – wieder bei der Berlinale – den Film „Side by Side“. Dieser Film war eine Dokumentation, die sich damit beschäftigte, wie die Digitalisierung den Film verändert. Etwas, was in den Matrix- und John-Wick-Filmreihen maßgeblich zum Einsatz kam.
Neue Liebe nach Schicksalsschlägen
Ebenfalls mit in Berlin war zu den Dreharbeiten seine Freundin Alexandra Grant. Die Malerin lebte in einer angemieteten Wohnung, um auch ein wenig arbeiten zu können, während Reeves für die Drehtage in einem Hotel in der Innenstadt untergebracht war. Reeves hatte die Beziehung zu Grant im November 2019 öffentlich gemacht, damals sei das Paar aber bereits drei Jahre liiert gewesen. In Berlin zeigte er sich immer wieder sehr verliebt mit seiner Freundin, worauf die Fans begeistert reagierten. Denn der Schauspieler musste in seinem Leben schon etliche Schicksalsschläge verkraften. So starb sein bester Freund River Phoenix 1993 an einer Überdosis. Sechs Jahre später wurde die gemeinsame Tochter mit Jennifer Syme einen Monat vor dem errechneten Entbindungstermin tot geboren, das Paar trennte sich daraufhin, hielt aber weiter Kontakt, bis Syme 2001 bei einem Autounfall starb. Heute lebt Reeves in West Hollywood und New York.
Der 169 Minuten lange Actionfilm „John Wick: Kapitel 4“ (freigegeben ab 18) startet am 23. März in den Kinos.
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