Das Wahlergebnis ist klarer ausgefallen, als von vielen erwartet: Die Berliner CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Kai Wegner hat bei der Berlin-Wahl 2023 fast zehn Prozentpunkte hinzugewonnen und liegt damit mit fast zehn Prozent vor der Berliner SPD und den Grünen. Rot-Grün-Rot ist in Berlin bei der Wiederholungswahl, die wegen der vielen Wahlpannen im September 2021 erforderlich geworden war, abgewählt worden. Die Berliner haben sich für den Wechsel entschieden – und Hoffnung auf eine andere Regierung.

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Berlin-Wahl 2023: Der Regierungsauftrag liegt nun bei der CDU

Der Regierungsauftrag liegt nun bei der CDU und Wegner. Da die FDP es nicht mehr ins Abgeordnetenhaus geschafft hat, kann Kai Wegner – wie es immer sein Ziel im Wahlkampf war – ein Zweier-Bündnis bilden. Mit der SPD oder mit den Grünen. Am Wahlabend taten die führenden Vertreter von SPD, Grünen und Linken noch so, als ob sie einfach weitermachen könnten.

In den nächsten Tagen wird sich sicher auch bei den drei Parteien die Erkenntnis durchsetzen, dass sie Stimmenverluste hinnehmen mussten, dass die Berliner nicht mehr wollen, dass es mit ihnen in dieser Konstellation in Berlin weitergehen soll.

Berlin-Wahl 2023: Die besten Fotos

Anhänger der CDU jubeln nach der Bekanntgabe der ersten Prognose um 18 Uhr, die die CDU als deutlich stärkste Partei sieht.
Anhänger der CDU jubeln nach der Bekanntgabe der ersten Prognose um 18 Uhr, die die CDU als deutlich stärkste Partei sieht.© Fabian Sommer/dpa
Eine nachdenkliche Franziska Giffey (r.) und Klaus Lederer, der Spitzenkandidat der Linke.
Eine nachdenkliche Franziska Giffey (r.) und Klaus Lederer, der Spitzenkandidat der Linke.© Fabian Sommer/dpa
Die Spitzenkandidaten von CDU und Grünen, Kai Wegner und Bettina Jarasch, stehen im RBB-Wahlstudio im Abgeordnetenhaus.
Die Spitzenkandidaten von CDU und Grünen, Kai Wegner und Bettina Jarasch, stehen im RBB-Wahlstudio im Abgeordnetenhaus.© Fabian Sommer/dpa
Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden steht bei der Wahlparty der CDU und freut sich.
Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden steht bei der Wahlparty der CDU und freut sich.© Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Die Grünen Landesvorsitzenden Susanne Mertens und Philmon Ghirmai bedanken sich bei ihren Anhängern für den Wahlkampf.
Die Grünen Landesvorsitzenden Susanne Mertens und Philmon Ghirmai bedanken sich bei ihren Anhängern für den Wahlkampf.© Marc Hofmann/BM
FDP-Spitzenkandidat Sebastian Czaja (M.) steht auf der Bühne der FDP-Wahlparty. Seine Partei droht den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus zu verpassen.
FDP-Spitzenkandidat Sebastian Czaja (M.) steht auf der Bühne der FDP-Wahlparty. Seine Partei droht den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus zu verpassen.© Jörg Carstensen/dpa
Franziska Giffey (SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin und Spitzenkandidatin der Berliner SPD, begrüßt vor ihrem Wahllokal in Berlin-Friedrichshain zwei Wähler in Einhorn-Kostümen.
Franziska Giffey (SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin und Spitzenkandidatin der Berliner SPD, begrüßt vor ihrem Wahllokal in Berlin-Friedrichshain zwei Wähler in Einhorn-Kostümen.© Christophe Gateau/dpa
AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker lächelt im Abgeordnetenhaus.
AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker lächelt im Abgeordnetenhaus.© Fabian Sommer/dpa
Die FDP-Wahlparty im Hans-Dietrich-Genscher-Haus in Berlin-Mitte.
Die FDP-Wahlparty im Hans-Dietrich-Genscher-Haus in Berlin-Mitte.© Patrick Goldstein/BM
Kai Wegner, Spitzenkandidat der Berliner CDU, mit seiner Partnerin Kathleen Kantar nach der Stimmenabgabe.
Kai Wegner, Spitzenkandidat der Berliner CDU, mit seiner Partnerin Kathleen Kantar nach der Stimmenabgabe.© Sebastian Gollnow/dpa
Hand in Hand: Bettina Jarasch (Grüne) und ihr Mann Oliver am Wahltag.
Hand in Hand: Bettina Jarasch (Grüne) und ihr Mann Oliver am Wahltag. © Maurizio Gambarini, FUNKE Foto Services
Anders als an den Wahllokalen in Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee gibt es am Einlass zur grünen Wahlparty durchaus Schlangen. Die Partei hat in die Böll-Stiftung in Mitte eingeladen.
Anders als an den Wahllokalen in Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee gibt es am Einlass zur grünen Wahlparty durchaus Schlangen. Die Partei hat in die Böll-Stiftung in Mitte eingeladen.© Marc Hofmann/BM
Klaus Lederer (Linke), Kultursenator und Spitzenkandidat der Linken, gibt seine Stimme für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus in der Thomas-Mann-Grundschule ab.
Klaus Lederer (Linke), Kultursenator und Spitzenkandidat der Linken, gibt seine Stimme für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus in der Thomas-Mann-Grundschule ab.© Wolfgang Kumm/dpa
Dieser Hund durfte zwar nicht wählen, war aber bei Herrchen in der Tasche mit dabei.
Dieser Hund durfte zwar nicht wählen, war aber bei Herrchen in der Tasche mit dabei.© Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Eine Frau in einem Einhorn-Kostüm gibt in ihrem Wahllokal in Berlin-Friedrichshain ihre Stimmzettel zur Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ab.
Eine Frau in einem Einhorn-Kostüm gibt in ihrem Wahllokal in Berlin-Friedrichshain ihre Stimmzettel zur Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ab.© Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild
Vladimir Prebilic, Delegationschef der Wahlbeobachter des Europäischen Rates, spricht in Berlin-Charlottenburg mit dpa-Journalisten.
Vladimir Prebilic, Delegationschef der Wahlbeobachter des Europäischen Rates, spricht in Berlin-Charlottenburg mit dpa-Journalisten.© Fabian Sommer/dpa/Archivbild
Eine Frau gibt ihre Stimme für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ab und wirft ihren Wahlzettel in die Wahlurne.
Eine Frau gibt ihre Stimme für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ab und wirft ihren Wahlzettel in die Wahlurne.© Wolfgang Kumm/dpa
Berlin: Ein Fernsehteam filmt vor dem Eingang des Wahllokals in der Grundschule am Teutoburger Platz in Prenzlauer Berg.
Berlin: Ein Fernsehteam filmt vor dem Eingang des Wahllokals in der Grundschule am Teutoburger Platz in Prenzlauer Berg.© Christophe Gateau/dpa
Bei Katja Kipping (Linke) mit Sophie (11, links), Georg (9) und Emma (11) geht es am Rande der Wahlparty ausnahmsweise nicht um Politik, sondern um Musik. Die Kids würden lieber was anderes hören als Achtziger- und Neunziger-Sound, den ihre Eltern toll finden. Kipping rät: "Geht doch mal zur Djane und wünscht euch was."
Bei Katja Kipping (Linke) mit Sophie (11, links), Georg (9) und Emma (11) geht es am Rande der Wahlparty ausnahmsweise nicht um Politik, sondern um Musik. Die Kids würden lieber was anderes hören als Achtziger- und Neunziger-Sound, den ihre Eltern toll finden. Kipping rät: "Geht doch mal zur Djane und wünscht euch was."© Birgit Lotze

Für Franziska Giffey ist das Wahlergebnis ein Debakel

Für die SPD und die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey ist das Wahlergebnis ein Debakel. Nach nur einem Jahr im Amt haben sich noch mehr Berliner von der SPD abgewandt, sie hat für die Sozialdemokraten das historisch schlechtestes Wahlergebnis eingefahren. Giffey könnte das Ende ihrer politischen Karriere drohen.

Die Berliner haben in den vergangenen Jahren erleben dürfen, wie schwierig eine Dreier-Koalition zusammenregiert. Die rot-rot-grüne Zeit unter Michael Müller war bis 2021 von viel Streit geprägt, das vergangenen Jahr unter Giffey auch. Die drei Parteien, die sich alle links verorten, gönnten sich wenig – und trugen ihre Konflikte auch öffentlich aus. Das aber mögen Wähler nicht – weder in Berlin noch in anderen Ländern.

Die Berliner sind es leid, dass so viel in ihrer Stadt nicht funktioniert

Und die Berliner sind es leid, dass so viel in ihrer Stadt nicht funktioniert. In welchem Bundesland erlebt man, dass eine Landesregierung eine Wahl nicht ordentlich organisieren kann, diese Wahl dann wegen der vielen Pannen vom Verfassungsgericht für ungültig erklärt wird – und der verantwortliche Innensenator bleibt einfach im Amt. In welchem Bundesland sind die Termine im Bürgeramt für Monate ausgebucht - und neue gar nicht erst buchbar? Wo müssen Menschen wochenlang auf Geburtsurkunden oder auf Sterbeurkunden warten? Die Stadt, sie braucht jetzt rasch eine stabile und verlässliche Regierung.