9-Euro-Ticket-Nachfolge

29-Euro-Ticket in Berlin: So funktioniert das Billig-Abo

| Lesedauer: 7 Minuten
Das 49-Euro-Ticket kommt 2023

Das 49-Euro-Ticket kommt 2023

Auf das 9-Euro-Ticket aus dem Sommer folgt nun das 49-Euro-Ticket. Das muss man wissen.

Beschreibung anzeigen

Das 29-Euro-Ticket in Berlin ist beliebt, 100.000 Abos wurden bereits abgeschlossen. Alle Antworten zum Billig-Abo.

  • Mit dem Berliner 29-Euro-Ticket kann man günstig in S-Bahn, U-Bahn, Tram, Bussen und Regionalbahnen durch die City fahren.
  • Der Berliner Senat hat angekündigt, das Ticket bis März 2023 zu verlängern.
  • Wie und wo kann man das Ticket kaufen?
  • Gibt es das 29-Euro-Ticket auch am Automaten? Gibt es das Ticket ohne Abo?
  • Alle Fragen und Antworten.

Berlin. Das 29-Euro-Ticket für den Berliner Nahverkehr ist seit dem 26. September 2022 erhältlich. Mit der Aktion bietet die Hauptstadt als Nachfolger des bundesweiten 9-Euro-Tickets eine vergünstigte Monatsfahrkarte.

Für 29 Euro im Monat können S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen, Regionalbahnen und Busse innerhalb der Berliner Stadtgrenzen genutzt werden. Auch interessant: 29-Euro-Ticket – Lange Warteschlangen am Alexanderplatz

Direkt am Automaten kann man das Ticket allerdings nicht kaufen. Monatskarten in Apps, an Automaten, Agenturen und Kundenzentren werden auch nicht im Preis abgesenkt. Stattdessen ist ein Abonnement notwendig. Der Abschluss eines Abos ist auf den Seiten der BVG oder bei der S-Bahn Berlin möglich.

Das Ticket ist Teil des Berliner Entlastungspakets in der Energiekrise. Der Haushaltsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat dafür 105 Millionen Euro bewilligt. Mehr zum Thema: 29-Euro-Ticket in Berlin: Peinlicher Fehler bei BVG

29-Euro-Ticket in Berlin: Die wichtigsten Infos in Kürze

Lesen Sie auch: Was das 29-Euro-Ticket für Berliner bringt und wo es hakt

29-Euro-Ticket in Berlin: Fragen und Antworten im Überblick

Was ist die 29-Euro-Abo-Aktion?

Das 29-Euro-Ticket ist eine vorübergehende Nachfolgelösung für das bundesweite 9-Euro-Ticket. Es wurde von der Berliner Landesregierung und den Verkehrsunternehmen in Berlin entwickelt. Es soll ein Zeichen für Klimaschutz setzen und den öffentlichen Nahverkehr attraktiver für die Berlinerinnen und Berliner machen. Das Land Berlin finanziert das Angebot.

Wie lange dauert die 29-Euro-Abo-Aktion und wann startet sie?

Die Aktion hatte ursprünglich eine Dauer von drei Kalendermonaten und begann am 1. Oktober 2022. Sie sollte am 31. Dezember 2022 enden. Der Berliner Senat will dieAktion nun bis März 2023 verlängern. Die BVG schreibt dazu: „Aktuell gibt es seitens des Senats Pläne, die 29-Euro-Abo-Aktion zu verlängern. Wir informieren dich, sobald die nötigen Details dazu geklärt sind und bitten dich bis dahin noch um Geduld.“

Wo gilt die 29-Abo-Euro-Aktion?

Die Aktion gilt im Stadtgebiet Berlin (Tarifbereich Berlin AB). Eine Nutzung im gesamten Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) oder deutschlandweit ist ausgeschlossen. Für Fahrten in den Tarifteilbereich Berlin C kann ein Anschlussfahrausweis gelöst werden.

Wie kann man da 29-Euro-Ticket kaufen?

Direkt am Fahrschein-Automaten kaufen kann man das 29-Euro-Ticket nicht. Stattdessen muss man ein Abo abschließen. Im Zeitraum 1. Oktober 2022 bis zum 31. Dezember 2022 wird der monatliche Preis für die folgenden Abonnements im Tarifbereich Berlin AB auf 29 Euro abgesenkt:

  • VBB-Umweltkarten im Abonnement mit monatlicher und jährlicher Abbuchung
  • 10-Uhr-Karten im Abonnement mit monatlicher und jährlicher Abbuchung
  • VBB-Firmentickets mit monatlicher und jährlicher Abbuchung
  • Abonnement Monatskarte Ausbildung mit monatlicher Abbuchung gemäß VBB-Tarif Anlage 4 Tabelle 1.2.1

Die Reduzierung des monatlichen Preises auf 29 Euro wird nur im Abonnement gewährt. Alle anderen Fahrausweise behalten ihre tariflich festgelegten Preise. Abonnenten mit monatlicher Zahlung wird nach BVG-Angaben automatisch der geringere Betrag abgebucht. Der Ausgleich für diejenigen mit jährlicher Zahlung soll bei der BVG voraussichtlich unmittelbar nach dem Aktionszeitraum erfolgen.

Wie kann man ein Abo abschließen, um von der 29-Euro-Abo-Aktion zu profitieren?

Ein Neueinstieg ins Abonnement für die oben genannten Tarifprodukte im Aktionszeitraum ist jederzeit möglich. Der Abonnementvertrag beginnt dann jeweils zum 1. Oktober, 1. November oder 1. Dezember 2022. Am komfortabelsten geht der Abschluss per Online-Beantragung über www.bvg.de/abo oder www.abo-antrag.de, sowie persönlich in allen Kundenzentren und Reisemärkten von BVG und S-Bahn. Die beiden Verkehrsunternehmen rechnen mit einem hohen Interesse. Eine Wartezeit, insbesondere für den Einstieg zum 1. Oktober 2022, werde dadurch „unvermeidbar“ sein, so die BVG.

Folgende Fristen gelten:

  • Abo-Start Oktober 2022: Antrag nötig bis zum 20. Oktober 2022
  • Abo-Start November 2022: Antrag ebenfalls nötig bis zum 20. Oktober 2022
  • Abo-Start Dezember 2022: Antrag nötig bis zum 20. November 2022

Bekommt man nach dem Abschluss des Abos direkt eine Abo-Chipkarte?

Nein. Aufgrund der kurzen Vorlaufzeit kann die Abo-Chipkarte (VBB-FahrCard) nicht bis zum 1. Oktober den Neu-Abonnenten zugestellt werden, so die BVG. Damit die Neu-Kunden trotzdem sofort am Samstag losfahren können, gibt es die Abo-Einstiegskarte als Übergangslösung. Bedeutet: Während der kommenden vier Wochen zeigen Kunden das Ticket in Papierform vor.

Was muss man bei der Fahrschein-Kontrolle vorzeigen?

Nach Angaben eines BVG-Sprechers reicht es, das 29-Euro-Ticket auf dem Handy vorzuzeigen. Aber: Dieses gelte nur in Kombination mit der personalisierten E-Mail-Bestellbestätigung und einem Personaldokument. Diese müssten einem Kontrolleur gezeigt werden.

Wie viel Geld lässt sich mit dem 29-Euro-Ticket sparen?

Der Preis für das neue Ticket ist mehr als dreimal so hoch wie für das 9-Euro-Ticket. Das ist ein erheblicher Unterschied. Allerdings kostet die VBB-Umweltkarte im Abo für den AB-Bereich sonst monatlich 63,42 Euro. Pro Monat lassen sich in diesem Fall also 34,42 Euro sparen, in den drei geplanten Monaten sind das zusammen 103,26 Euro.

Wann ist eine Kündigung des Abos möglich?

Auf der BVG-Website heißt es dazu: „Konnten wir dich nicht von unserer Leistung überzeugen und du entscheidest dich, das Abonnement nicht über den Aktionszeitraum weiterzuführen, dann kannst du dein Abonnement jederzeit zum Monatsende nachteilsfrei kündigen.“

Wie geht es weiter ab dem 1. Januar 2023?

Wer sein Abo nicht zum 31. Dezember 2022 kündigt, dessen Abonnementvertrag läuft für das gewählte Tarifprodukt über insgesamt zwölf Monate. Fahrgäste können außerdem zum 1. Januar in ein anderes VBB-Tarifprodukt, in einen anderen Tarifbereich oder in das ab voraussichtlich 1. Januar geltende deutschlandweit gültige Nachfolgeprodukt für das 9-Euro-Ticket wechseln.

Warum muss man überhaupt ein Abo über zwölf Monate abschließen?

Die S-Bahn Berlin erklärt dazu, dass Abo-Verträge grundsätzlich eine Mindestvertragslaufzeit von zwölf Monaten haben. Sie können aber auch schon innerhalb dieser ersten zwölf Monate jeweils zum Monatsende gekündigt werden. Bei einer solchen vorfristigen Kündigung wird eigentlich eine anteilige Nachzahlung gemäß des laufenden Tarifs fällig. Nach Ablauf der ersten zwölf Monate eines Abos kann jeweils zum Monatsende gekündigt werden, ohne das eine anteilige Nachzahlung fällig wird. Diese Regel der vorfristigen Kündigung wird für die Aktionsmonate des 29-Euro-Tickets zu Gunsten der Kundinnen und Kunden ausgesetzt. Bei einer Kündigung bleibt also der Vorteil des abgesenkten Preises von 29 Euro pro Monat für die Monate Oktober, November und Dezember 2022 erhalten.

( BM )