Energiekrise

Giffey bei Lanz: Strom-Kappung für drei Stunden „vertretbar“

| Lesedauer: 3 Minuten
Franziska Giffey (SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin, sprach am Donnerstag bei Markus Lanz über mögliche Blackouts in der Hauptstadt.

Franziska Giffey (SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin, sprach am Donnerstag bei Markus Lanz über mögliche Blackouts in der Hauptstadt.

Foto: ZDF/Lehmann

Berlins Senatschefin Franziska Giffey beschreibt in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ drastische Szenarien in der Energiekrise.

  • Beim ZDF-Talker Markus Lanz beschreibt Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey ihre Pläne für mögliche Stromausfälle.
  • Im Falle einer drohenden Überlastung erwägt sie drastische Schritte.
  • Giffey äußerte sich auch zu ihren katastrophalen Umfrage-Werten.

Berlin. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) kann sich ein kurzzeitiges Abschalten der Stromversorgung in einzelnen Berliner Stadtteilen als Notmaßnahme in der Energiekrise vorstellen.

Das Allerwichtigste sei der Schutz der Infrastruktur der Stromversorgung vor einer Überlastung, sagte Giffey am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“. „Wenn man dafür an bestimmten Stellen dann mal für zwei Stunden, für drei Stunden, angekündigt auf Strom verzichten muss, dann ist das ein Szenario, das vertretbar ist.“ Darauf könnten sich alle vorbereiten. „Aber es ist nicht etwas, das jetzt akut ansteht.“

Giffey bei Lanz: Heizlüfter als Problem – Überlastung der Stromnetze droht

Giffey betonte, das Problem seien derzeit nicht die leeren Gasspeicher, „sondern, dass wir einen Riesenabsatz von diesen Heizlüftern, die man in die Steckdose steckt, haben.“ Fielen Gasheizungen und Fernwärme aus, würden die Menschen mit Strom heizen.

„Nehmen wir an, alle fangen an, den Backofen auf Volllast zu fahren, die Waschmaschine laufen zu lassen und noch den Heizlüfter einzustecken (...), dann haben sie das Problem, dass die Anlagen überlastet sind.“ Darauf müssten sich die Stromkonzerne und die Politik vorbereiten.

Der Senat hatte kürzlich betont, die Gefahr eines längeren und großflächigen Stromausfalls, eines sogenannten Blackouts, sei „als sehr gering einzustufen“. Allerdings könnten im schlimmsten Fall im Winter bei fehlender Erdgasversorgung die Stromnetze an bestimmten Orten und für begrenzte Dauer abgeschaltet werden.

Bei Markus Lanz diskutierten am Donnerstagabend diese Gäste:

  • Franziska Giffey: Die Regierende Bürgermeisterin Berlins (SPD) äußerte sich zu den Folgen der hohen Inflation und zur Energieversorgungssicherheit in ihrer Stadt.
  • Morgenpost-Kolumnist Hajo Schumacher: Unser Kolumnist analysierte Giffeys Arbeit als Chefin eines rot-rot-grünen Landesbündnisses sowie das aktuelle Krisenmanagement der Bundesregierung.
  • Lamia Messari-Becker, Bauingenieurin: Die Professorin für Gebäudetechnologie sprach über den Energieverbrauch Deutschlands und über Blackouts
  • Stephan Grünewald, Psychologe: Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sprach er über die Ängste der Menschen in Krisenzeiten.

Die komplette Folge von „Markus Lanz“ mit Franziska Giffey können Sie in der ZDF-Mediathek sehen.

Giffey zu schlechten Umfrage-Werten: „Insgesamt sehr unzufriedene Stimmung“

Giffey äußerte sich auf Nachfrage auch zu ihren katastrophalen Umfrage-Werten im Berlin Trend, über die die Morgenpost am Donnerstag berichtet hatte. Demnach sind nur noch 31 Prozent der Befragten mit der Arbeit der SPD-Politikerin zufrieden.

Auf die Frage von Markus Lanz, was da passiert sei, antwortete sie: „Es ist so, dass wir insgesamt eine sehr unzufriedene Stimmung in der Bevölkerung. sehen. Und es ist natürlich so, dass diejenigen, die an führender Stelle Verantwortung tragen, auch für diese Unzufriedenheit, diese Unsicherheit, für diese Angst verantwortlich gemacht werden.“

( dpa/BM )