- Die Entscheidung über das geplante 29-Euro-Ticket in Berlin ist gefallen.
- Der VBB-Aufsichtsrat stimmte den Plänen des Berliner Senats zu.
- Das 29-Euro-Ticket für Berlin soll dem bundesweiten 9-Euro-Ticket nachfolgen und im Tarifbereich AB gültig sein.
Berlin/Potsdam. Der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) hat am Donnerstag für die Einführung eines 29-Euro-Tickets in Berlin gestimmt. Damit ist eine temporäre Nachfolgelösung für das beliebte 9-Euro-Ticket gefunden.
Das Ticket gilt allerdings nur für den Tarifbereich AB. Brandenburg wird sich an dem günstigen Ticket für Bus und Bahn nicht beteiligen. Es soll voraussichtlich ab 1. Oktober und befristet bis Ende Dezember gelten. Details dazu, wann und wie das Abo erworben werden kann, werden laut VBB noch geklärt.
"Berlin liefert", twitterte die Senatskanzlei und veröffentlichte Statements der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey und von Mobilitätssenatorin Bettina Jarasch.
29-Euro-Ticket: Streit zwischen Brandenburg und Berlin
Wie der VBB mitteilte, konnten wegen der Kurzfristigkeit der Sitzungseinladung die Form- und Fristvorgaben nicht eingehalten werden, weswegen ein formeller Beschluss im Nachgang erfolgen muss. „Dieses schriftliche Verfahren wird umgehend eingeleitet“, heißt es.
Zuvor hatte es Streit zwischen Brandenburg und Berlin gegeben. Der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD), hatte Einspruch gegen die Dringlichkeit der Sitzung eingelegt. Nach einem Anruf von Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) zog er diesen jedoch zurück, wie der „Tagesspiegel“ berichtete.
Unser Kommentar: 29-Euro-Ticket in Berlin - Eine Idee mit Tücken
Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hatte im RBB-Sender „Radio Eins“ am Morgen gesagt, sie sei „fassungslos“ über den Einspruch des Landrats. In den vergangenen Wochen seien auf unterschiedlichen Ebenen viele Gespräche geführt worden. Dass Gernot Schmidt sich wegen formaler Gründe verweigert habe, sei schwer nachzuvollziehen. "Dem Gemeinschaftsprojekt VBB tut’s nicht gut", so Jarasch.
29-Euro-Ticket für Berlin: Brandenburger CDU-Mann spricht von „populistischer Politik“

Jan Redmann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Brandenburger Landtag, sagte am Morgen im RBB-Inforadio: „Wir halten das 29-Euro-Ticket für falsch.“ Berlins Vorstoß sei ein „Wahlkampfgeschenk“ und „populistische Politik“. Scheitern soll das Projekt an Brandenburg aber nicht, so Redmann. Redmann sagte, es gebe derzeit viel dringendere Prioritäten als ein vergünstigtes Nahverkehrticket. Die gestiegenen Energiepreise für den Bus- und Bahnverkehr müssten erstmal gestemmt werden und auch der Ausbau der Verkehrsangebote auf dem Land sei nötig.
Die Nachfolgelösung für das bundesweite 9-Euro-Ticket, das bis Ende August zu haben war, soll möglichst schon Anfang Oktober angeboten werden. Senatschefin Giffey hatte am Dienstag nach Beratungen im Senat zu dem Thema gesagt, eine Entscheidung müsse am Donnerstag fallen, damit die Verkehrsbetriebe genug Zeit für die Vorbereitung hätten.
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jes/BM

