Immobilienmrkt

Berlin kauft mehr als 2100 Wohnungen

Die landeseigene Wohnungsgesellschaft Degewo erwirbt für 358 Millionen Euro drei Quartiere vom Konzern Deutsche Wohnen.

Die Degewo kauft dem Konzern Deutsche Wohnen 2142 Wohnungen ab.

Die Degewo kauft dem Konzern Deutsche Wohnen 2142 Wohnungen ab.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Berlin. In Berlin gehen weitere Tausende Wohnungen in Landesbestand über: Wie die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Degewo am Freitag mitteilte, kauft sie dem Konzern Deutsche Wohnen 2142 Wohnungen in der Stadt ab. Hinzu kommen 33 Gewerbeeinheiten. Dabei handelt es sich um drei Quartiere in Lichterfelde, Schöneberg und im Spandauer Ortsteil Wilhelmstadt. Der Kaufpreis beträgt dem Vernehmen nach 358 Millionen Euro.

Laut Deutsche Wohnen umfasst der verkaufte Bestand zu knapp 80 Prozent geförderten Wohnraum, der zwischen 1975 und 1993 gebaut wurde. Bei einer Gesamtmietfläche von mehr als 157.000 Quadratmetern betrage der durchschnittliche Verkaufspreis pro Quadratmeter 2276 Euro. Vermietet werden die Wohnungen laut Verkaufsportfolio durchschnittlich für 6,68 Euro pro Quadratmeter, schrieb die Deutsche Wohnen in einer Mitteilung weiter.

Die Wohnungen gehörten einst zur landeseigenen Gesellschaft GSW und waren später privatisiert worden. Nun kommen sie zurück in kommunales Eigentum. Damit könne man langfristig bezahlbaren Wohnraum sichern, erklärte Degewo-Vorstand Christoph Beck in einer Mitteilung. „Gleichzeitig setzen wir unser Wachstum fort, das wir mit dem Senat vereinbart haben“, so Beck.

Michael Müller: Es fließen für den Degewo-Deal keine Landesmittel

Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller fließen für den Degewo-Deal keine Landesmittel. Der SPD-Politiker sprach von einer guten Nachricht für die betroffenen Mieter. „Unsere Strategie Bauen – Kaufen – Deckeln für mehr landeseigene und bezahlbare Wohnungen geht auf“, erklärte er. „Wir werden die Gespräche fortführen und unsere Politik für die Mieterinnen und Mieter Berlins durch den Kauf weiterer Wohnungen fortsetzen.“

Der Wohnungsankauf ist neben Neubau und regulierenden Maßnahmen wie dem geplanten Mietendeckel die dritte Säule der Senatsstrategie gegen steigende Mieten. Erst Ende September hatte die kommunale Gesellschaft Gewobag bekanntgegeben, dass sie in Spandau und Reinickendorf 6000 Wohnungen vom Immobilienkonzern Ado Properties übernimmt. Zuvor wurden in diesem Jahr unter anderem größere Wohnungsbestände im Kosmosviertel Karl-Marx-Allee verstaatlicht.

Die börsennotierte Deutsche Wohnen ist mit rund 110.000 Wohnungen in und um Berlin größter privater Vermieter in der Hauptstadtregion. Die Degewo ist mit etwa 7500 Einheiten die größte der sechs städtischen Wohnungsgesellschaften in Berlin.