Berliner Flughäfen

Trotz Überlastung: Flughafen Tegel erzielt Passagier-Rekord

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Passagiere laufen mit ihrem Gepäck durch den Flughafen Tegel.

Passagiere laufen mit ihrem Gepäck durch den Flughafen Tegel.

Foto: dpa

Der Flughafen Tegel platzt aus allen Nähten, trotzdem gab es dort wieder ein neues Rekordjahr. In Schönefeld sanken die Zahlen leicht.

Berlin/Schönefeld. Vom überlasteten Berliner Flughafen Tegel sind im vergangenen Jahr so viele Menschen verreist wie nie zuvor. Mit 22 Millionen Fluggästen wurde das bisherige Rekordjahr 2016 um gut 700.000 übertroffen, wie die Betreiber mitteilten.

Der innenstadtnahe Flughafen muss länger durchhalten, weil die Eröffnung des künftigen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld seit 2011 auf sich warten lässt.

Flughafenchef Lütke Daldrup hält an BER-Termin fest

Der Wachstumstrend der Hauptstadtflughäfen sei ungebrochen, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. 2017 waren die Passagierzahlen in Tegel gesunken, nachdem Air Berlin als größte dortige Fluggesellschaft Insolvenz angemeldet hatte. Inzwischen haben Easyjet, Eurowings, Laudamotion und andere die Lücke gefüllt.

Lütke Dadrup widersprach Vermutungen, der BER reiche für die wachsenden Passagierzahlen nicht aus. "Am BER starten wir mit einer Kapazität für 22 bis 27 Millionen Passagiere im Hauptterminal und weitere sechs Millionen im Terminal 2."

Damit würden in den Flughafen mehr Passagiere passen als jahrelang angenommen. Unter dem damaligen Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatten die Betreiber 2014 die Startkapazität des Hauptterminals von jährlich 27 Millionen Fluggästen auf 22 Millionen korrigiert. Damals war von einem Sicherheitspuffer die Rede.

Deshalb wurde der Bau des T2 für bis zu 200 Millionen Euro beschlossen, der seit Oktober läuft. Heute sagt Lütke Daldrup: „Wir brauchen es nicht zwingend, aber es wäre schön, es zu haben.“

Weitere Gepäckbänder sollen Kapazität auf 30 Millionen Fluggäste steigern

Dass im Hauptterminal nun doch 27 Millionen Fluggäste möglich sein sollen, begründete Lütke Daldrup mit verbesserten Abläufen. Weitere Gepäckbänder sollen die Kapazität später sogar auf 30 Millionen Fluggäste steigern.

Nach Lütke Daldrups Angaben wächst unterdessen das Investoreninteresse an Flächen am BER. Für den Standort soll in diesem Jahr auch auf Immobilienmessen geworben werden. Der Flughafenchef versichert: „Wir werden schon vor der Inbetriebnahme noch viele Baukräne sehen.“

Der neue Flughafen soll nun 2020 in Betrieb gehen, Tegel schließt spätestens ein halbes Jahr später. Der bestehende Schönefelder Flughafen bleibt aber noch fünf Jahre in Betrieb. Dort ging die Passagierzahl im vergangenen Jahr leicht von 12,9 auf 12,7 Millionen zurück, sodass die beiden Berliner Flughäfen insgesamt 34,7 Millionen Fluggäste verbuchten.

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( dpa/mime )