Grundstückspreise

Das südliche und westliche Umland gilt als Boomregion

Der Speckgürtel um Berlin wächst weiter. Dementsprechend steigen auch die Grundstückspreise im Umland.

Das Berliner Umland profitiert von der Wohnungsnot in Berlin. Immer mehr Familien ziehen in den Speckgürtel

Das Berliner Umland profitiert von der Wohnungsnot in Berlin. Immer mehr Familien ziehen in den Speckgürtel

Foto: picture alliance / dpa Themendie

Berlin. Die Berliner Wohnungsnot strahlt mittlerweile auf das Umland aus. Im vergangenen Jahr sind die Immobilienpreise im Speckgürtel um durchschnittlich zehn Prozent gestiegen, ergab eine Analyse des Immobilienverbandes Deutschland (IVD). Die größte Entwicklung gibt es demnach nach wie vor im südlichen und westlichen Berliner Umland. Experten gehen davon aus, dass die Bevölkerung im Speckgürtel bis zum Jahr 2030 insgesamt auf 975.000 steigen wird – das entspricht einem Anstieg von 6,5 Prozent im Vergleich zu heute.

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„Das Berliner Umland profitiert anhaltend vom Angebotsmangel sowie den stark gestiegenen Kaufpreisen in der Hauptstadt und verzeichnet einen steten Bevölkerungszuwachs“, heißt es dazu in der IVD-Analyse. „Das höchste Kaufpreisniveau weist mit durchschnittlich 520.000 Euro für ein Einfamilienhaus und Grundstückspreisen von durchschnittlich 430 Euro je Qua­dratmeter unangefochten Kleinmachnow an der südwestlichen Stadtgrenze Berlins auf.“ Das entspricht einem Anstieg von zwölf bis 15 Prozent innerhalb eines Jahres.

Auch in der Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam kostet ein Einfamilienhaus inzwischen eine halbe Million Euro. Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften fiel der Anstieg dort mit sechs bis 12,5 Prozent nicht ganz so hoch aus. Interessenten müssen je nach Lage mit Kaufpreisen in Höhe von 180.000 bis 480.000 Euro rechnen. „Grundlegend ist auch in Potsdam eine weiter hohe Nachfrage bei begrenztem Angebot besonders in den besseren Wohnlagen zu beobachten“, prophezeit die IVD-Analyse.

Angebote seien nur noch in den weiter entfernten Lagen um Strausberg und Fredersdorf im Osten sowie Oranienburg, Wandlitz und Bernau im Norden und Brieselang im Westen zu finden. Die Preise für ein Einfamilienhaus liegen dort bei 230.000 bis 260.000 Euro. Insbesondere bei Weiterverkäufen von nach 1990 errichteten Neubauten sind die Preise laut Analyse weiter gestiegen. Bei älteren Immobilien fällt der Anstieg dagegen wegen des höheren Investitionsbedarfs meist geringer aus.

Der Speckgürtel um Berlin wächst weiter

Die Bevölkerungsprognosen sagen voraus, dass sich der Speckgürtel rund um Berlin weiter ausdehnen wird. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass nun auch die sogenannten Städte der zweiten Reihe davon profitieren, wie Brandenburg (Havel), Eberswalde und Luckenwalde, die innerhalb einer Stunde von Berlin aus zu erreichen sind. Auch hier ziehen die Immobilienpreise inzwischen an, wenn auch nicht so stark wie in den berlinnahen Gegenden.

Keine Auswirkung auf die Immobilienpreise im Südosten Berlins hat offenbar die möglicherweise näher rückende Eröffnung des BER samt des Fluglärms. In Blankenfelde-Mahlow kostet das Bauland mit 120 Euro je Quadratmeter mehr als in Brieselang im Havelland (110 Euro), das nicht vom Fluglärm betroffen ist.

Als Fazit aus der Analyse zieht der IVD den Schluss, dass die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg mehr Bauland zur Verfügung stellen müssen, um die weiter steigende Nachfrage nach Wohnimmobilien befriedigen zu können. „Auch aufgrund deutlich gestiegener Sanierungs- und Modernisierungskosten, die auch immer ein Kostenrisiko für Unvorhergesehenes bergen, liegt der Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern weiter im Trend“, heißt es in der Untersuchung.

Doch Baugrundstücke seien nach wie vor rar und am ehesten im Osten und Südosten Berlins zu bekommen, wo das Preisniveau nach erheblichen Anstiegen von bis zu 50 Prozent im Vorjahr 2017 am stabilsten geblieben sei. „Stadtentwicklung und die Entwicklung des sogenannten Brandenburger Speckgürtels muss wieder als eine Politik des Ermöglichens verstanden werden und nicht des Bremsens der Regulierung“, sagt der IVD-Vorstandsvorsitzende, Dirk Wohltorf.

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