Zuzug

Diese Gemeinden in Brandenburg sind am stärksten gewachsen

Einige Gemeinden im Umland von Berlin haben besonders hohe Zuwächse. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich.

Mieten: Berlin ist für Normalverdiener kaum noch bezahlbar

In keiner Großstadt Deutschlands sind die Mieten für Normalverdiener so unerschwinglich wie in Berlin. Zwischen 2012 und 2016 sind die Mieten in Berlin um 20% gestiegen - Platz 8 im deutschlandweiten Städteranking.

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Berlin.  Wie die Grafik zeigt sind die Gemeinden, deren Einwohnerzahl seit 1990 am stärksten gestiegen ist: Borkwalde (Potsdam-Mittelmark), Berkholz-Meyenburg (Uckermark), Mixdorf (Oder-Spree), Dallgow-Döberitz (Havelland) und Hoppegarten (Märkisch-Oderland). Allerdings sind die Gründe für das Wachstum dieser Gemeinden keinesfalls einheitlich.

Trügerische Zahlen: So wuchs Borkwalde mit 382,1 Prozent zwar in den vergangenen 27 Jahren am meisten, allerdings wohnten hier 1990 auch nur 392 Einwohner, so dass sich auch ein vergleichsweise kleiner Zustrom an neuen Einwohnern prozentual sofort bemerkbar macht. In Borkwalde entstand auf 35 Hektar eine Siedlung farbenfroher Holzhäuser, sie ist die größte zusammenhängende Holzhaussiedlung Deutschlands. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist sicherlich ein Grund für das Wachstum des kleinen Orts in Potsdam-Mittelmark. Berkholz-Meyenburg in der Uckermark wiederum liegt ganz in der Nähe des Rohöltanklagers der PCK Raffinerie GmbH nahe Schwedt/Oder. Im Ort gibt es eine Reihe von Industriebetrieben und dementsprechend Arbeitsplätze.

Windpark: Mixdorf im Landkreis Oder-Spree wuchs zwischen 1993 und 1994 um satte 94,8 Prozent, oder, in absoluten Zahlen, von 389 auf 634 Einwohner. Das starke Wachstum der Gemeinde hielt bis 1999 an, danach war die Einwohnerzahl leicht rückläufig. „Windenergienutzung“ Oderland-Spree, Eignungsgebiet 61. Direkt angrenzend an den Park wurde eine Fläche als ein Eignungsgebiet für einen Windpark ausgewiesen. In der Gemeinde formierte sich in diesem Jahr heftiger Protest gegen diesen Beschluss. Auf seiner Webseite schreibt der Heimatverein Mixdorf: „ Das Schlaubetal gilt als Schatzkammer der Artenvielfalt. Direkt am Rand dieses hoch sensiblen Ökosystems soll ein Windpark entstehen, der den Lebensraum der Tiere nachhaltig schädigt. Durch den Bau der Windräder wird der schützenswerte ländliche Charakter der Landschaft zerstört und in eine Industrielandschaft umgewandelt.“ Außerdem werde dadurch die Attraktivität des gesamten Schlaubetals als Touristenregion nachhaltig geschädigt. Auch Schlagschatten und Lärm seien für die Anwohner nicht hinnehmbar.

Protest: In dem Ort hat sich eine aktive Protestbewegung formiert, die Bürgerinitiative „Kein Windpark in Mixdorf“. Gegenwärtig ist aber noch unklar, ob die einstimmige Ablehnung des Entwurfs zur Kennzeichnung viel ausrichten wird.

Speckgürtel: Zu den typischen Gemeinden, die für Berliner attraktiv sind, die aufs Land ziehen wollen, zählen Dallgow-Döberitz und Hoppegarten. In Dallgow-Döberitz ist die Bevölkerungszahl seit 1990 um 291 Prozent gewachsen, von 3403 auf 9903 Einwohner. Mit einer Lage nah am Westen Berlins ist der Ort für Pendler besonders attraktiv. Auch Hoppegarten konnte ein deutliches Wachstum von 281 Prozent verzeichnen. Die Gemeinde in Märkisch-Oderland liegt im östlichen Speckgürtel.

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