Wohnungsnot in Berlin

Was Zugezogene bei der Wohnungssuche wissen müssen

In Berlin eine Wohnung zu finden, ist nicht leicht. Das sollten Sie wissen.

Eine Wohnungsbesichtigung in Kreuzberg: Der Andrang ist groß

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Foto: Reto Klar

Berlin. Wo können Zugezogene Wohnungen in Berlin finden?

Am bekanntesten sind die großen Internetportale von Immobilienscout24, Immowelt und Immonet. Für Studenten bietet sich zudem die Online-Plattform „WG-gesucht“ an. Dort finden sich zahlreiche Angebote zu Zimmern in Wohngemeinschaften, vereinzelt auch zu Wohnungen. Weniger geläufig ist, dass auch auf Ebay-Kleinanzeigen Wohnungen angeboten werden. Da auf diese Anzeigen weniger Menschen aufmerksam werden, gibt es häufig auch weniger Interessenten. Ansonsten könnte auch ein Blick in Zeitungen wie der Berliner Morgenpost lohnen. Das Immobilienheft liegt jeder Sonnabend-Ausgabe bei.

Mieten: Berlin ist für Normalverdiener kaum noch bezahlbar

In keiner Großstadt Deutschlands sind die Mieten für Normalverdiener so unerschwinglich wie in Berlin. Zwischen 2012 und 2016 sind die Mieten in Berlin um 20% gestiegen - Platz 8 im deutschlandweiten Städteranking.
Mieten: Berlin ist für Normalverdiener kaum noch bezahlbar

Worauf sollten Zugezogene bei der Suche besonders achten?

Vor allem auf die kurze Dauer, die viele Angebote im Internet geschaltet sind. Aufgrund der großen Nachfrage und der damit einhergehenden Flut an Bewerbungsschreiben nehmen viele Vermieter ihre Anzeigen bereits nach wenigen Tagen wieder raus. Hier gilt oftmals: Wer zuerst kommt, wohnt zuerst.

Wie erhöhe ich meine Chancen auf eine Wohnung?

Da sind die Möglichkeiten leider sehr beschränkt. Die allermeisten Vermieter fordern direkt mit der Bewerbung eine Selbstauskunft, Schufa-Auskunft, Gehaltsnachweise der vergangenen drei Monate, eine Kopie des Personalausweises und eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Zudem soll das Einkommen in der Regel das Dreifache der Miete betragen, was bei den rasant steigenden Mietpreisen immer mehr Menschen Schwierigkeiten bereitet. Wenn Sie das alles vorlegen können, haben Sie eine reelle Chance. Sollten Sie im Vorfeld (verständlicherweise) nicht so viel von sich preisgeben wollen, suchen Sie am besten das direkte Gespräch mit dem Vermieter. Denn Bewerbungen, in denen geforderte Unterlagen fehlen, werden häufig einfach aussortiert.

Wie können Mieter überprüfen, ob ihre Wohnung überteuert ist?

Anhand des Berliner Mietspiegels 2017. Zu finden ist dieser auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtverwaltung. Er soll Mietern einen Überblick über die ortsüblichen Nettokaltmieten verschaffen. Seit dem Inkrafttreten der Mietpreisbremse dürfen Wohnungen bei Wiedervermietung nicht mehr als zehn Prozent über der Vergleichsmiete liegen.

Was tun, wenn der eigene Mietpreis darüberliegt?

Dann können Sie Ihre Vermietung für den Mietpreis rügen. Ein entsprechendes Musterformular kann auf der Homepage des Berliner Mietervereins heruntergeladen werden, es reicht aber auch ein formloses Schreiben. Eine Rechtsberatung gibt es seitens des Mietervereins zwar nur für Mitglieder, dafür bietet er kostenlos die Prüfung des Mietpreises an. Zumindest dann, wenn der Mietvertrag nach dem 1. September 2016 geschlossen wurde.

Woher kommen die zugezogenen Menschen?

Die meisten Zuzüge gibt es aus dem Ausland, genauer gesagt aus Osteuropa und dem Nahen Osten. Mit 13.491 Menschen kamen 2016 die meisten aus Syrien nach Berlin, gefolgt von 6108 aus Polen. Ähnlich viele zogen aus Afghanistan, Bulgarien, Rumänien und dem Irak in die deutsche Bundeshauptstadt. Im Inland stechen besonders zwei Bundesländer hervor: Nordrhein-Westfalen mit 11.754 und Brandenburg mit 20.442 Zuzügen nach Berlin. Allerdings haben auch 29.296 Berliner die Stadt in Richtung Brandenburg verlassen.

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