Brandenburger Tor

Berlin feiert fröhlich und friedlich ins neue Jahr 2017

In Berlin haben Hunderttausende am Brandenburger Tor friedlich Silvester gefeiert. Die Feuerwehr war wie jedes Jahr im Dauereinsatz.

Berliner und Touristen haben sich trotz des Terroranschlags vor knapp zwei Wochen nicht davon abhalten lassen, am Brandenburger Tor ins neue Jahr zu feiern. Hunderttausende Besucher kamen dem Veranstalter zufolge in der Nacht zu Neujahr zu Deutschlands größter Silvesterparty. Um Mitternacht funkelte dann wieder ein prächtiges Feuerwerk vom Himmel.

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Aus Sicht der Berliner Polizei verlief die Silvesternacht „weitgehend friedlich“. Bis 3 Uhr sei es „ein gelungener Rutsch“ ins neue Jahr gewesen, sagte Sprecherin Kerstin Häßelbarth am Sonntag. Auf der Partymeile am Brandenburger Tor habe es vereinzelt Festnahmen wegen Rangeleien, Drogen und Waffenbesitz gegeben. Zudem seien zwei Fälle von sexueller Belästigung gemeldet worden. Die Polizei twitterte: „Es wurden vereinzelt Frauen auf der #Festmeile sexuell belästigt. Wir gehen selbstverständlich jedem Fall nach und berichten.“

Insgesamt gingen zwischen 18 und 6 Uhr bei der Einsatzleitzentrale 3123 Notrufe ein. Vergangenes Silvester waren es 3588 gewesen. Die Beamten mussten 1669 Einsätze bewältigen. Zum Jahreswechsel 2016 waren es 1749. Die häufigsten Gründe für Einsätze waren Schlägereien, anderweitige Streitigkeiten, Sachbeschädigungen und unsachgemäßer Umgang mit Pyrotechnik. nach einer ersten Bilanz wurde ein Beamter bei einer Festnahme leicht verletzt. Silvester 2016 verzeichnete die Berliner Polizei drei verletzte Beamte.

Das Fazit der Polizei über Twitter lautete: „Wir blicken auf einen erfolgreichen Einsatz zurück. Die große Mehrheit der Besucher hat ausgelassen, aber friedlich gefeiert.“

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Feuerwehr im Dauereinsatz

Die Feuerwehr berichtete am Neujahrsmorgen von knapp 1600 Einsätzen in ganz Berlin zwischen 19 und 6 Uhr. An der Bergfriedstraße in Kreuzberg gab es einen großen Einsatz mit 70 Feuerwehrmännern, weil ein Auto in der Tiefgarage eines Wohnhauses brannte. Das Feuer griff aber nicht auf das Haus über.

Nach dem Terroranschlag mit einem Lkw an der Gedächtniskirche am 19. Dezember, bei dem zwölf Menschen starben, waren die Sicherheitsmaßnahmen deutlich erhöht worden - etwa mit Betonsperren. Es gab laut der Veranstalter an einigen Stellen auch eine Videoüberwachung. Rund 1700 Polizisten sowie 700 Wachleute und Helfer waren im Einsatz.

„Bombe, Bombe, Bombe“ gerufen - Festnahme

Größere Vorkommnisse wurden nicht gemeldet. Am Abend nahm die Polizei einen Mann fest. Er soll auf der Silvesterparty „Bombe, Bombe, Bombe“ gerufen haben und handelte sich damit eine Anzeige ein. „Er feiert nun #Welcome 2017 bei uns“, twitterte die Polizei. Das Deutsche Rote Kreuz meldete zunächst 80 Hilfeleistungen, wie der Veranstalter mitteilte.

Die Show am Brandenburger Tor wurde live im ZDF übertragen. Durch den Abend führten Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner. Im Musikprogramm traten Max Giesinger, Felix Jaehn und Marianne Rosenberg sowie internationale Interpreten wie DJ Bobo und Jermaine Jackson auf.

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Auf der Party am Brandenburger Tor war privates Feuerwerk wie bereits in den Vorjahren verboten. Die Besucher wurden am Einlass abgetastet. Rucksäcke und andere Gepäckstücke durften nicht mitgebracht werden. 140 Ärzte und Sanitäter des Deutschen Roten kreuzes standen an fünf Unfallhilfestellen bereit. Abends waren die Eingänge der Partymeile zeitweise geschlossen worden, weil zu viele Besucher anstanden. Nach Mitternacht wurden sie wieder geöffnet.

Nach den sexuellen Übergriffen in Köln in der Silvesternacht 2015 hatte die Polizei dazu geraten, bei unwillkommenen Annäherungen und Berührungen Umstehende oder Sicherheitsdienste sofort um Hilfe zu bitten.

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