Fahndungsbilder

Bilder vom U-Bahn-Treter: "Die Täterrechte hängen sehr hoch"

Die Aufnahmen des U-Bahn-Treters wurden wochenlang zurückgehalten. Die Polizeigewerkschaft fordert, mehr an die Opferrechte zu denken.

Manchmal dauert es Monate, bis die Bilder veröfffentlicht werden

Manchmal dauert es Monate, bis die Bilder veröfffentlicht werden

Aufnahmen von Tätern wie im Falle des U-Bahn-Treters von Neukölln sollen nach Willen der nordrhein-westfälischen Polizeigewerkschaft schneller an die Öffentlichkeit gelangen. „Die Täterrechte hängen sehr hoch in unserem Land", sagte Gewerkschafts-Chef Erich Rettinghaus am Mittwoch in der RTL-Sendung „Stern TV“. „Wir müssen mal wieder mehr an die Opfer denken.“ Es müsse einen Abbau bürokratischer Hürden bei Öffentlichkeitsfahndungen geben.

U-Bahn-Treter soll sich ins Ausland abgesetzt haben

Eine 26-Jährige war am 27. Oktober durch einen plötzlichen Fußtritt in ihren Rücken eine Treppe im U-Bahnhof Hermannstraße in Berlin-Neukölln hinuntergestürzt und schwer verletzt worden. Erst am Donnerstag vergangener Woche veröffentlichte die Polizei Bilder aus einer Überwachungskamera, auf denen vier junge Männer zu sehen sind. Der Hauptverdächtige wurde inzwischen identifiziert, war nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Mittwoch aber noch auf der Flucht.

U-Bahn-Treter: Fahndungserfolg nach Belohnung

„Wir würden uns wünschen, wir könnten früher an die Öffentlichkeit gehen“, sagte nun Rettinghaus. Wenn es gute Bilder gebe, müssten sie schnell veröffentlicht werden. Die Polizei sei aber daran gebunden, erst alle anderen Mittel auszuschöpfen. Die Anordnungskompetenz müsse nicht zwingend bei einem Richter liegen, so Rettinghaus. „Das sollte seitens der Regierung überarbeitet werden.“