Berlin-Neukölln

U-Bahn-Treter soll sich ins Ausland abgesetzt haben

Die an dem Übergriff beteiligten Männer sollen miteinander verwandt sein. Der Haupttäter ist mittlerweile wohl in Bulgarien.

Der Mann, der eine Frau in Neukölln eine Treppe hinuntergetreten hat, soll sich ins Ausland abgesetzt haben. Die Personalien des Haupttäters sind den Behörden bekannt. Außerdem sollen alle Tatbeteiligten miteinander verwandt sein. Dies sind die neuesten Erkenntnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Sicherheitsbehörden prüfen einen Rechtshilfeersuchen an das EU-Land.

Durch die Befragung eines am Montag festgenommenen Begleiters des Täters haben die Ermittler zuletzt wichtige Hinweise auf die Identität des Gesuchten erhalten. Der aus Bulgarien stammende Mann wurde am Dienstag wieder auf freien Fuß gesetzt. Eine Tatbeteiligung sei ihm nicht nachzuweisen, begründete Steltner die Entlassung. Selbstverständlich, so der Sprecher, werde weiter gegen ihn ermittelt, im Raum stehe zumindest unterlassene Hilfeleistung. Mögliche weitere Tatvorwürfe würden geprüft.

Polizei veröffentlicht Video vom U-Bahn-Treter
Polizei veröffentlicht Video vom U-Bahn-Treter

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um den Mann, der auf dem Video zu sehen ist, wie er direkt nach dem brutalen Angriff auf die Frau seelenruhig eine Bierflasche vom Boden aufhebt und weitergeht.

Die Tat ereignete sich bereits am 27. Oktober im U-Bahnhof Hermannstraße. Dabei trat ein Mann der Frau unvermittelt von hinten in den Rücken, woraufhin das Opfer die Treppe hinunterstürzte. Von der Schwere der Verletzungen erfuhr die Polizei allerdings erst am 17. November, als sich die Frau meldete.

Erster Fahndungserfolg in Suche nach U-Bahn-Treter
Begleiter des U-Bahn-Treters verhört

Seither wird wegen eines Kapitalverbrechens ermittelt. Am Donnerstag vergangener Woche startete die Öffentlichkeitsfahndung mit dem Video aus der Überwachungskamera, das inzwischen von Medien im In- und Ausland gezeigt wurde. In der Folgezeit gingen bei der mit den Ermittlungen betrauten Dienststelle zehn Hinweise ein. Einer brachte die Fahnder schließlich auf die Spur des am Montag festgenommenen Begleiters des Täters. Weitere Hinweise seien allerdings nicht mehr eingegangen, teilte eine Polizeisprecherin am Dienstag mit.

Kritik hatte es zuletzt an von privater Seite ausgesetzte Belohnungen für die Ergreifung des Täters und vor allem an dem Begriff „Kopfgeld“ gegeben. Die Staatsanwaltschaft habe grundsätzlich keine Einwände gegen privat ausgesetzte Belohnungen, sagte Steltner am Dienstag dazu.x

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