Gewalt in Berlin

Bericht: Berliner Polizisten wurden 4600-mal angegriffen

In Berlin kam es im vergangenen Jahr zu über 4600 Fällen von Widerstand gegen Polizeibeamte. Täter werden selten belangt.

Immer wieder sind Beamte das Ziel von Angriffen

Immer wieder sind Beamte das Ziel von Angriffen

Foto: DPA

Im vergangenen Jahr kam es in Berlin zu 4670 Widerstandshandlungen gegen Polizisten. 348 Personen wurden dafür verurteilt. Das geht laut einem Bericht der "BZ" aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine CDU-Anfrage hervor.

In 293 Fällen seien demzufolge Beamte bedroht und in 96 Fällen genötigt worden. Es sei zudem zu 1917 Fällen von Körperverletzung gekommen. Die Zahlen weichen dem Bericht zufolge von der offiziellen Statistik ab.

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Vor allem im Konflikt um das linke Wohnprojekt in der Rigaer Straße in Friedrichshain kommt es immer wieder zu Gewalt. In diesem Jahr wurden bei Einsätzen in dem ehemaligen "Gefahrengebiet" 584 Beamte verletzt. Weitere Schwerpunkte der Gewalt sind das Kottbusser Tor, der Görlitzer Park und die Warschauer Brücke.

Kottbusser Tor bleibt Schwerpunkt der Gewalt

„Wir brauchen endlich Bodycams und eine Verschärfung der Gesetze, um diejenigen zu schützen, die unsere Sicherheit schützen sollen", sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Polizei-Gewerkschaf, der Zeitung.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nannte mit Verweis auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) noch höhere Zahlen: Demnach wurden im vergangenen Jahr 7060 Polizisten angegriffen - 520 mehr als im Vorjahr. Bei diesen Zahlen werde Gewalt gegen die Beamten generell berücksichtigt, erklärte der Gewerkschaftssprecher Benjamin Jendro. Dazu gehöre beispielsweise auch ein Flaschenwurf bei einer Demonstration. Laut der Statistik erlitten 465 Polizisten (2014: 355) eine gefährliche oder schwere Körperverletzung. 10 Beamte wurden Opfer eines Tötungsversuchs.