Schwimmbäder

Im Stadtbad Oderberger Straße wird wieder geschwommen

Rund 30 Jahre nach der Trockenlegung ist das denkmalgeschützte Bad für den Schwimmbetrieb wiedereröffnet worden.

Barbara Jaeschke im neu eröffneten Stadtbad

Barbara Jaeschke im neu eröffneten Stadtbad

Foto: Joerg Krauthoefer

Die kathedralisch anmutende Kuppel lässt es schon vermuten: Das Stadtbad des Hotels Oderberger steckt voller Geschichten. Zum Beispiel die des ersten Gastes, der sich am Montag, dem Tag der Neueröffnung, ins kühle Nass begibt.

„Unser allererster Gast heute morgen war eine Frau, die hier auch ihre ersten Schwimmversuche gemacht hat“, sagt Unternehmerin Barbara Jaeschke. Sie hat das alte Bad im Prenzlauer Berg sanieren lassen. Um die Jahrhundertwende kamen die Anwo hner des Kiezes zum Wannenbaden, die Volksbadeanstalt war ein begehrter Ort der Körperhygiene.

„Dieser historische Ort soll vor allen Dingen für Berufstätige und Kiez­anwohner eine Möglichkeit bieten, vor oder nach der Arbeit ein paar Bahnen zu schwimmen und vielleicht danach noch im Kaminzimmer einen Drink zu nehmen“, so die Inhaberin und Direktorin des privaten GLS Sprachenzentrums Berlin.

Stadtbad Oderberger Straße: Wiedereröffnung nach 30 Jahren

Jaeschke freut sich besonders auf diejenigen, die schon damals hier Schwimmen gelernt haben, wie ihr Schwimmgast Nummer 1. Doch nicht nur nostalgische Beckensportler sind willkommen. In der Oderberger Straße 57 finden Seminare und Veranstaltungen statt. Der Clou: Der Boden des Schwimmbeckens kann nach oben gefahren werden. Durch geöffnete Klappluken kann das Wasser dann in den entstandenen Hohlraum abfließen.

Dann muss nur noch trocken durchgewischt werden und das eigentliche Schwimmbecken dient als Location für Hochzeiten, Firmenfeiern und sogar Dreharbeiten. Erst kürzlich wurde das Schwimmbad als Kulisse für eine Serie des Streamingdienstes Netflix gebucht. „Einem breiteren Publikum möchten wir in der Silvesternacht die Möglichkeit geben, hier ein tolles Fest zu feiern“, so Jaeschke weiter.

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Wer sich in das 22 Grad warme Wasser begeben möchte, sollte vorher einen Blick auf die Internetseite des Hotels werfen. „In der Anfangsphase haben wir zwei Wochen lang 7 Tage geöffnet, danach planen wir, das Bad fünf Tage in der Woche zur Verfügung zu stellen.“

Um den Gästen ein denkmalgerechtes Schwimmvergnügen zu ermöglichen, mussten auch einige Hürden genommen werden, wie die Inhaberin zu berichten weiß: „Insbesondere die Denkmal- und Brandschutzbestimmungen widersprachen sich des Öfteren. Da mussten Lösungen her, was seine Zeit brauchte.“

Was lange währt, wird endlich gut. Das Ambiente wirkt trotz der Anleihen aus vergangenen Zeiten, wie die alten Türen der Badewannenkammern, sehr zeit­gemäß. „Meine Tochter hat die Inneneinrichtung übernommen, was ihr mehr als gelungen ist. Ich wäre dafür zu ungeduldig“, sagt Jaeschke.

Die Unternehmerin steigt übrigens auch gern in das 20 mal zwölf Meter große Becken. „Ich mache dann meine Tausend Meter. Wenn ich schwimme, dann richtig.“ 2017 erwartet die Gäste ein weiteres Highlight an dieser Adresse: „Wir sind in den Vorbereitungen für ein Restaurant, das im März eröffnet werden soll“, sagt Jaeschke.