Sehenswürdigkeiten

Neun Berliner Orte, die Sie keinesfalls verpassen sollten

Sie wohnen in Berlin und wollen die Stadt noch besser kennenlernen? Dann dürfen diese Sehenswürdigkeiten auf Ihrer Liste nicht fehlen.

„Der Bruderkuss" ist eines der zahlreichen Gemälden, die in der längsten Open-Air-Galerie täglich bei jedem Wetter zu besichtigen sind.

„Der Bruderkuss" ist eines der zahlreichen Gemälden, die in der längsten Open-Air-Galerie täglich bei jedem Wetter zu besichtigen sind.

Foto: Rainer Jensen / dpa

FÜR ANFÄNGER

Die Hofkirche der Hohenzollern

Die 70 Meter Kuppel des Berliner Doms fängt von schon von außen alle Blicke ein. Im Inneren des größten Berliner Kirchenbaus aber sind die Gewölbe atemberaubend. Die berühmten Kuppelmosaike wurden zur Jahrtausendwende wiederhergestellt. Über 270 Stufen ist ein Aufstieg zum Umgang in 50 Metern Höhe möglich.

Den lange geplanten Neubau der alten Hof- und Domkirche auf der Spreeinsel an gleicher Stelle ließ Kaiser Wilhelm II. 1894 bis 1905 nach Plänen von Julius Carl Raschdorff im Stil der italienischen Renaissance realisieren. Wer bei einer Besichtigung keine Gelegenheit hat, die Sauerorgel zu hören, kann sich im Domshop Mitschnitte von Konzerten kaufen. In den Kellergewölben sind Mitglieder des Hauses Hohenzollern aus vier Jahrhunderten beigesetzt.

Berliner Dom, Am Lustgarten, Mitte,U2, U5, U8, Alexanderpl. Bus 100, 200 geöffnet Mo.– Sbd. 9–20 Uhr, So. 12–20 Uhr. Okt.–März bis 19 Uhr. Keine Besichtigung während der Gottesdienste/Veranstaltungen. 7, erm. 5 Euro. Führungen., Tel. 20269-164

Dem Bundestag aufs Dach steigen

Mit dem Umzug der Bundesregierung 1999 erhielt das Reichstagsgebäude auch wieder eine Kuppel. Die Kon-struktion aus Stahl und Glas des Stararchitekten Sir Norman Foster ist 23 Meter hoch und 40 Meter breit. Wer den Abgeordneten aufs Dach steigt, hat nicht nur gute Aussichten auf das Regierungsviertel und die Stadt, sondern kann auch ungewöhnliche Architektur bestaunen. Über zwei jeweils 230 Meter lange, gegenläufige Rampen geht es zur Kuppelspitze mit der Aussichtsplattform.

Dabei immer Blick: Ein mit 360 Spiegeln besetzter Trichter, der das Sonnenlicht reflektiert und das Tageslicht in den Plenarsaal lenkt. Vor oder nach dem Aufstieg kann man sich im Dachgartenrestaurant stärken. Mit etwas Glück sind kurzfristige Besuche möglich. Interessierte können sich in der Außenstelle des Besucherdienstes neben dem Berlin-Pavillon an der Scheidemannstraße anmelden. Nach Kapazitäten werden dort bis zu zwei Stunden vor dem Besuch personenbezogene Zutrittsberechtigungen ausgestellt. Ausweis nicht vergessen.

Reichstagskuppel, Platz der Republik, täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 22 Uhr. U55, Anmeldungen unter https://visite.bundestag.de/, per Fax 030/227-36436. Dachgartenrestaurant Tel. 030/22 62 99 0.

Mauermalerei entlang der Spree

Viele Bilder sind längst zu Postkartenmotiven geworden – wie „Der Bruderkuss“ oder der die Mauer durchbrechende Trabant. Die East Side Gallery gilt mit 1,3 Kilometern als längste Open-Air-Galerie der Welt und ist zugleich der längste noch zusammenhängende Mauerabschnitt der Stadt. Schon im eingemauerten West-Berlin hatten Graffiti-Sprayer den tristen Betonwall von einer Seite bemalt.

Nachdem am 9. November 1989 die deutsch-deutsche Grenze fiel, kamen Künstler aus aller Welt in die Stadt, um auf dem Teilungssymbol ihre Ideen von Freiheit und Freude zu verewigen. Weil Mauerspechte, Sprayer, Witterung und Luftverschmutzung die historische Straßenkunst beschädigt hatten, kamen 2009 insgesamt 87 Künstler nach Berlin, um die 100 Bilder wiederherzustellen.

Erst im Frühjahr hat in einem alten Mühlenspeicher mit „The Wall Museum“ nahe der East Side Gallery ein neues Mauermuseum geöffnet. Auf 1500 Quadratmetern sind in einer multimedialen Show historische Dokumente zu sehen, von Walter Ulbrichts berüchtigter Rede („Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“) 1961 bis zum Konzertevent „The Wall“ der Gruppe Pink Floyd 1990.

Mühlenstraße, Friedrichshain U1, Schlesisches Tor, Bus 248, East Side Gallery. 24 Stunden zugänglich. The Wall Museum, Mühlenstr. 78, tgl. 10–20 Uhr, Eintritt 12,50 erm. 6,50 Euro, www.thewallmuseum.com

FÜR FORTGESCHRITTENE

Mont Klamotte im Humboldthain

Dass der Teufelsberg im Grunewald aus Trümmern des Zweiten Weltkriegs aufgeschüttet wurde, ist landläufig bekannt. Doch wenige wissen, dass Berlins Silhouette auch an vielen anderen Stellen mit Schutt modelliert wurde. Im Weddinger Volkspark Humboldt­hain sind zwei Bunker, die jedem Sprengversuch standhielten, mit Schutt aufgefüllt und abgedeckt worden. Heute bilden sie zwei Hügel, die die im Krieg völlig zerstörte Parkanlage prägen.

Aus dem höheren der beiden Bunkerhügel ragen noch immer zwei Flaktürme heraus. Auf einer der beiden zugänglichen Plattformen steht eine Skulptur, die deutsche Wiedervereinigung anmahnte. Vergleichbare Bunkeranlagen, die Adolf Hitler zur Abwehr von Fliederangriffen im Tiergarten (Zoo-Bunker) und in Friedrichshain errichten ließ, sind nicht mehr sichtbar.

Volkspark Humboldthain, Wedding, Brunnenstr., S1, S2, S25, S41, S4, U8, Bhf. Gesundbrunnen. Der Verein „Berliner Unterwelten“ hat Teile des Bunkers wieder freigelegt und bietet Führungen für Erwachsene. Bis Okt. Do – Di 12, 14, 16 Uhr, Sbd. + So zusätzl. 10 Uhr. 11, erm. 9 Euro. Tel.(030) 49 91 05 18.

Mit dem Aufzug durchs Korallenriff

Einem Rochen tief in die Augen sehen oder im Tunnel den Haien zum Greifen nahe kommen: Das Sealife Aquarium zeigt mit 35 Becken und rund 5000 Tieren die Welt der Meeresbewohner. Als Ferienprogramm gibt es bis zum 31. August eine Piratenausbildung. Höhepunkt und Abschluss des Besuchs ist die Fahrt durch ein Korallenriff: Etwa 1500 Fische tummeln sich in dem 25 Meter hohen zylindrischen „Aquadom“, den ein gläserner Aufzug durchquert.

Sealife im Domaquaree, Spandauer Str. 3, Mitte, S5, S7, S9, S75, U2, U5, U8, Alexanderpl. tgl. 10–19, Einlass bis 18 Uhr, Eintritt 17,95 bis 14. J. 14.50 Euro, Onlinetickets günstiger.

Berühmte Forscher im Tegeler Schloss

Schon seit 1766 ist Schloß Tegel in Besitz der Familie von Humboldt – bis heute. Die berühmten Forscher Alexander und Wilhelm von Humboldt verbrachten hier ihre Kindheit. Karl Friedrich Schinkel baute von 1820 an das alte Herrenhaus nach den Vorstellungen Wilhelm von Humboldts um. Im von Peter Joseph Lenné gestalteten Landschaftspark steht die 400 Jahre alte Humboldt-Eiche. Unter einer großen Säule befinden sich die Familiengräber.

Adelheidallee 19, Tegel, Bus 124, 125, 133, 222 An der Mühle, Eintritt Park frei, Schlossführungen, bis 26. Sept., Mo. 10–16 Uhr, Eintritt 12, erm. 10 Euro Tel: 886 71 50.

FÜR PROFIS

Aufregender Ausblick vom Gasometer

Schwindelfrei sollte schon sein, wer den Schöneberger Gasometer ersteigen möchte. Das mehr als 100 Jahre Indus- triedenkmal ist 78 Meter hoch. Der Weg nach oben führt über 420 Metallgitterstufen in der luftigen Stahlkon- struktion und ist nur für konditionsstarke Teilnehmer geeignet. Wer den abenteuerlichen Aufstieg schafft, wird dafür mit einem grandiosen Rundumblick auf Berlin belohnt. Für Romantiker gibt es Termine zum Sonnenaufgang.

Der Gasometer war einst Teil der Schöneberger Gasanstalt. Der Raum des früheren Gasspeichers ist heute durch eine Veranstaltungskuppel ausgefüllt, aus der bis Ende 2015 die ARD auch Günther Jauchs Talkshow sendete. Bei Regen und Gewitter fallen die Führungen auf das Gasometergerüst aus, bei einsetzendem Regen werden sie abgebrochen. Feste Schuhe mit einer rutschfesten Sohle sind Pflicht.

Torgauer Straße 12–15. S1, S41, S42, S45, S46, S-Bhf. Schöneberg. Die Führungen nur bis Oktober. Kinder ab 12 Jahren nur in
Begleitung eines Erziehungsberechtigten. 22 Euro pro Person, Sonnenaufgang 30 Euro. Anmeldungen unter gasometer1@googlemail.com

Klein-Hanoi mitten in Berlin

Anhänger der asiatischen Küche finden alles, was sie brauchen: fernöstliche Gewürze, exotische Früchte oder auch Gewöhnungsbedürftiges wie tiefgefrorene Insekten. Das wuselige Dong Xuan Center ist eine Mischung aus Basar und Mall. In sechs unscheinbaren Hallen wird geshoppt und gefeilscht, beim Tee geplaudert und mit der Familie gegessen. Es gibt Textilien soweit das Auge reicht. Lederwaren, Uhren, Schmuck und Kunstblumen. Maniküre, Massage oder eine neue Frisur? Kein Problem. Vorbild und Namensgeber des Lichtenberger Centers ist der Dong Xuan Markt in Hanoi, der größte und älteste Markt der vietnamesischen Hauptstadt.

Die 250 Händler des Berliner Pendants kommen vor allem aus Vietnam, Indien, China, Pakistan. Dass Angebot und Ambiente an touristische Märkte in Polen erinnern, ist kein Zufall. Der Gründer des Dong Xuan machte sich in Berlin nach dem Fall der Mauer als Textilhändler selbstständig und kaufte in Polen ein. Inzwischen kommen viele der westlichen Nachbarn zum Einkauf nach Lichtenberg.

Herzbergstraße 128–139, Lichtenberg, Tram 21, M8, M13, geöffnet Mi.–Mo. 10–20 Uhr, www.dongxuan-berlin.de

Tanzen in der Telefonzelle

Wollten Sie schon lange einmal wieder bei lauter Musik und unter einer glitzernden Diskokugel ungeniert tanzen und singen, fühlen sich aber in den Diskotheken und Klubs der Stadt fehl am Platze? Dann sollte die Teledisko der richtige Ort für Sie sein. Ein privater Anbieter hat in ausrangierten Telefonzellen der Telekom die „kleinsten Diskos der Welt“ eingerichtet. An zwei Standorten in Friedrichshain können sich Tanzwütige austoben. Eine Dritte ist mobil und kann gebucht werden.

Nach Einwurf von zwei Euro ist per Knopfdruck die Lieblingsmusik zu wählen – von Popklassikern, über Charthits bis hin zu Techno. Dazu gibt es Diskolicht und Kunstnebel. Für weitere zwei Euro wird ein ausgedrucktes Foto und ein Download-Video zum Mitnehmen geliefert.

Bis zu drei durchschnittlich große Personen sollen in der Minidisko normalerweise Platz haben, sechs sollen schon darin gesichtet worden sein. Die Telediskos sind ein Highlight der Klub- und Partygänger, aber auch ein großer Spaß für alle anderen, die längst einmal wieder tanzen wollten.

Standorte: Holzmarktstr. 25 (am Kater Blau, tgl. ab 23 Uhr), S5, S7, S75, U8 Bhf. Jannowitzbr. und Revalerstr. 99 (RAW-Gelände, rund um die Uhr), S5, S7, S75, U1, Warschauer Str., Friedrichshain. www.teledisko.com

>>> Berlin für alle - Neun Tipps für ungewöhnliche Sportarten

>>> Neun Tipps: Was Familien in Berlin so alles erleben können

>>> Alle Teile der Serie finden Sie HIER