Berlin

Nahe dem Hauptbahnhof stehen viele Geschäfte leer

Leerstand am Hauptbahnhof. Die Räume in den Erdgeschossen der Gebäude am Washingonplatz lassen sich nur schwer vermieten.

Das Umfeld am Hauptbahnhof ist eher unattraktiv

Das Umfeld am Hauptbahnhof ist eher unattraktiv

Es gibt ein Problem in den Neubauten der CA Immo am Washingtonplatz, nahe dem Hauptbahnhof. Die Räume in den Erdgeschossen der Gebäude, die für Läden und Cafés vorgesehen sind, lassen sich kaum vermieten. Die Vermarktungsaktivitäten für die Gastronomie- und Einzelhandelsflächen im Intercityhotel und im John-F.-Kennedy-Haus seien bislang nicht erfolgreich gewesen, teilte Guido Schütte, Leiter der CA Immo Berlin, Ende Mai dem Bezirksamt Mitte mit. Diese Flächen waren im Herbst 2013 und im April 2015 fertiggestellt worden. Sie seien trotz laufender Bemühungen um Vermarktung noch nicht vermietet. „Gleiches gilt für die Erdgeschossflächen im Hotel Steigenberger, die ebenfalls leer stehen“, heißt es in dem Brief.

Anlass für Schüttes Schreiben an das Bezirksamt ist ein Beschluss der Bezirksverordneten von Mitte. Sie schlagen vor, dass auch im nächsten Neubauprojekt der CA Immo, einem gläsernen Kubus vor dem Hauptbahnhof, ein Bereich mit Gastronomie und Einzelhandel eingerichtet wird. Dadurch soll der Stadtplatz belebt werden. Für dieses Gebäude laufe die Vorentwurfsplanung, so Guido Schütte. Für die Geschosse 1 bis 10 werde Büronutzung präferiert. Das Konzept sieht im Erdgeschoss eine Lobby für die Büronutzer, außerdem Geschäfte und Cafés vor. Die Vermarktung beginnt. „Wir können verstehen und nachvollziehen, dass eine Belebung auf dem Washingtonplatz gewünscht wird“, so der Leiter der CA Immo Berlin mit Bezug auf den BVV-Beschluss.

Auf Anfrage der Berliner Morgenpost sagte Guido Schütte: „Im John-F.-Kennedy-Haus suchen wir Nutzer für sieben Flächen unterschiedlicher Größe mit einer Summe von 1400 Quadratmetern.“ Im Intercityhotel seien zwei Flächen mit etwa 160 Quadratmetern frei. „Wir tun uns tatsächlich schwer, für die Flächen Restaurantbetreiber oder Einzelhändler zu finden“, so Schütte. Es gebe immer mal wieder Besichtigungen, „wobei unsere Erfahrung dann ist, dass sich die Interessenten für bereits etablierte Lagen entscheiden“. Man habe jedoch keine Hinweise darauf, dass die Mieten zu hoch seien.

In den letzten Wochen habe die Nachfrage wieder etwas zugenommen. Er sei zuversichtlich, so Schütte, „dass wir in diesem Jahr noch mindestens einen Mieter finden werden“. Die Vermietung werde vermutlich einfacher, „wenn sich ein oder zwei Mieter im Erdgeschoss für die Lage am Washingtonplatz entschieden haben“.