Nahverkehr

Tram nach Moabit rollt ab 2020 durch die Turmstraße

Die Strecke für die Verlängerung vom Hauptbahnhof ist beschlossen. Sie bindet das Moabiter Kriminalgericht und das Rathaus Tiergarten an.

Die Straßenbahn-Haltestelle am Hauptbahnhof. Von dort wird die Strecke nach Moabit verlängert

Die Straßenbahn-Haltestelle am Hauptbahnhof. Von dort wird die Strecke nach Moabit verlängert

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Richter, Anwälte und Zeugen im Moabiter Kriminalgericht werden in Zukunft über die Straße laufen müssen, wenn sie in die Straßenbahn steigen wollen. Ab 2020 soll die Tram vom Hauptbahnhof am Gerichtsgebäude vorbei bis zum Bahnhof Turmstraße fahren. Und wie die Verkehrsverwaltung des Senats beschlossen hat, werden die Schienen nicht am Straßenrand, sondern mittig auf die Turmstraße gelegt.

Im Kiez sind sie dennoch zufrieden. Denn ebenfalls beschlossen wurde, auf welcher Route die Tram verlängert werden soll. Zur Debatte standen zwei Alternativen. Noch 2014 wurde die schnurgerade Strecke über die Straße Alt-Moabit favorisiert.

Senat entscheidet sich für die längere Variante

Nach Abstimmungen mit dem Bezirk Mitte inklusive Bürgerbeteiligung hat der Senat aber die 2,2 Kilometer lange Variante mit Schlenker über die Rathenower Straße gewählt. Die ist zwar kurviger und rund 200 Meter länger, bindet aber neben dem Gericht auch das Rathaus Tiergarten und das Schultheiss Quartier an. Auch ist so eine eventuelle Verlängerung Richtung Bahnhof Jungfernheide leichter realisierbar – konkrete Pläne dafür gibt es noch nicht.

Lediglich der Bund für Umwelt und Naturschutz Berlin (BUND) hätte sich eine Trasse in südlicher Seitenlage entlang des Parks Kleiner Tiergarten gewünscht. Der größerer Abstand zu den Wohnhäusern auf der Nordseite hätte den Anwohnern weniger Lärm beschert. Und vor allem hätte es eine deutlichere Trennung zum Autoverkehr gegeben, so das Argument.

Tram bekommt eigenen Gleiskörper und steht dadurch nicht im Stau

Doch selbst der ADAC sieht keine Probleme. Denn die Trasse soll überwiegend auf einem eigenen Gleiskörper gebaut werden und ist damit für Autofahrer tabu. Bei der bislang letzten Tram-Verlängerung vom Nord- zum Hauptbahnhof wurden die Schienen auf der Invalidenstraße direkt auf die Straße gelegt – und die Tram steht regelmäßig im Stau.

Anfang 2017 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen, für das Projekt sind rund 20 bis 25 Millionen Euro veranschlagt. Geplante Haltestellen bis zur Endhaltestelle an der Turmstraße sind: Lesser-Ury-Weg, Alt-Moabit/Rathenower Straße, Turmstraße/ Rathenower Straße und Lübecker Straße.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.