Berliner Bäderbetriebe

Legionellenbefall - Start in die Bädersaison ohne Prinzenbad

Traditionell beginnt Berlins Bädersaison im Prinzenbad und im Sommerbad Olympiastadion. Doch dieses Jahr musste umgeplant werden.

Das Freibad Prinzenbad wird wohl Mitte Mai wieder öffnen können

Das Freibad Prinzenbad wird wohl Mitte Mai wieder öffnen können

Foto: dpa Picture-Alliance / Hauke-Christian Dittrich / picture alliance / dpa

Der Start der Berliner Bäderbetriebe in die Sommersaison fällt in diesem Jahr etwas holprig aus. Traditionell machen das Kreuzberger Prinzenbad und das Sommerbad im Olympiastadion den Anfang. Das ist in diesem Jahr nicht der Fall. Beide Bäder müssen noch geschlossen bleiben. Stattdessen öffnen am Sonnabend, 30. April, die Bäder in Mariendorf am Ankogelweg und Spandau-Süd.

Im Prinzenbad wurden erst am Mittwoch beim Probebetrieb der Duschen Legionellen festgestellt. „Das kann aufgrund der Leitungen, die über den Winter nicht in Betrieb sind, vorkommen“, sagt Bädersprecher Matthias Oloew. Derzeit müssten die Legionellen zunächst mit chemischen und thermischen Mitteln bekämpft werden. Im Anschluss werden Proben genommen und getestet. Erst wenn die Ergebnisse einwandfrei seien, könnte das Bad öffnen. Oloew rechnet Mitte Mai damit.

>> Kommentar: Berlins neuer Bäder-Chef weiß, wo er anpacken muss

Im Olympiabad laufen noch die Sanierungsarbeiten am Schwimmbecken. Die Bauarbeiten sollen im Juni abgeschlossen sein, anschließend beginnen die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme. Spätestens am 1. Juli soll das Olympiastadion öffnen. Als Ersatz wird das Sommerbad Wilmersdorf vorgezogen, dort beginnt die Saison am 5. Mai.

Die 25 Strand- und Sommerbäder werden schrittweise in Betrieb genommen (siehe Grafik). Am 1. Mai öffnen die meisten Strandbäder, darunter Friedrichshagen, Orankesee, Halensee und Plötzensee. Ein Ausnahme ist das Freibad Tegel, das voraussichtlich am 2. Juli öffnet. Die Bäderbetriebe werden es in diesem Jahr ausnahmsweise selbst betreiben, „weil man den maroden Zustand des Bades keinem privaten Pächter zumuten kann“, so Sprecher Matthias Oloew. Nach der Saison solle über die Zukunft des Bades entschieden werden.

Der neue Bäderchef will sich um alle Baustellen kümmern

Mit dem Start der Sommersaison beginnt auch für den neuen Chef der Bäderbetriebe die Hochsaison. Andreas Scholz-Fleischmann ist seit 15. April Vorstandsvorsitzender und will sich nun „um die Baustellen kümmern“. Damit meint er die tatsächlichen Baustellen – vor allem die energetische Sanierung der Bäder. Er meint aber auch organisatorische Baustellen, wie die immer wieder eingeschränkten Öffnungszeiten, die die Bäderbetriebe in den vergangenen Monaten in die negativen Schlagzeilen brachten. Immerhin: „96 Prozent der Öffnungszeiten werden eingehalten“, sagt Andreas Scholz-Fleischmann. 100 Prozent werde er nie schaffen, weil technische Probleme auftreten könnten. Sein Ziel sei es, am Ende des Jahres sagen zu können: „Wir haben das Problem mit den unplanmäßigen Schließungen in Griff.“

Mit mehr Personal will er aber die Quote verbessern. Unabhängig von den Saisonkräften stellen die Bäderbetriebe jetzt neue Bademeister ein. „Wir werden zunächst zwölf Stellen mit Fachangestellten für das Bäderwesen besetzen, weitere zwölf sollen später folgen“, sagt der Chef. Damit wolle er Lücken schließen, auch mit Blick auf neue Bäder. Denn soviel steht für den neuen Vorstand fest: Alle Bäder sollen erhalten bleiben, die wachsende Stadt braucht eher noch mehr Hallen.

Zwei neue Freizeit- und Sportbäder in Mariendorf und Pankow sind in Planung. Die Gutachten werden derzeit erstellt. Scholz-Fleischmann rechnet 2,5 Jahre für die Planung und weitere zwei Jahre für den Bau. Wenn beide ans Netz gegangen sind, könnten weitere in anderen Stadtteilen entstehen, so der Bäderchef. So sei das Bad am Tierpark in Friedrichsfelde noch nicht vom Tisch.

Auf den neuen Bäderchef warten große Herausforderungen: 62 Bäder, mehr als 700 Mitarbeiter, sechs Millionen Badegäste und ein Sanierungsstau von 93 Millionen Euro. In diesem Jahr stehen den Berliner Bäderbetrieben 49 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt zur Verfügung, vier mehr als vergangenes Jahr. Dazu kommen sechs Millionen Euro aus einem Förderprogramm, die in die energetische Sanierung fließen sollen. 2015 schrieben die Bäder eine schwarze Null, fünf Millionen Euro Schulden schleppt Andreas Scholz-Fleischmann aus den Vorjahren mit.

Eintrittspreise werden künftig überprüft

Nach zwei Wochen im Amt hält sich der Bäderchef noch mit der Ankündigung von Änderungen und Neuerungen zurück. Die Preisstruktur, mit einem Kurztarif für Früh- und Spätschwimmer sowie einem reduzierten Basistarif in Hallen von 10 bis 15 Uhr wolle er prüfen. Aber seiner Ansicht nach funktioniere das System im Wesentlichen. Bei der Organisationsstruktur sieht er noch Möglichkeiten zu Synergien. So könnten sich einige Bäder zusammenschließen und im technischen Service kooperieren oder sich im Krankheitsfall mit Mitarbeitern aushelfen.

Am heutigen Sonnabend endet der Vorverkauf für die Sommer-Mehrfachkarte zum reduzierten Preis. 20 Eintritte kosten an diesem Tag noch 50 Euro, danach 70 Euro. Die Karte kann an allen Kassen der Bäder gekauft werden, auch an der Kasse des Prinzenbades, die am Sonnabend extra öffnet.