Asyl in Berlin

Das ICC wird Leistungszentrum für Flüchtlinge

Das ehemalige ICC soll ab Mai das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) bei der Registrierung von Flüchtlingen entlasten.

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Das seit 2014 geschlossene Internationale Congress Centrum (ICC) soll vom 20. Mai an vorübergehend bis zum Herbst eine von vier geplanten zentralen Anlaufstellen für Flüchtlinge werden. Das kündigte am Mittwoch nach Sozialsenator Mario Czaja (CDU) auch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) offiziell an. Damit soll die schon deutlich verbesserte Wartesituation vor dem Lageso in der Turmstraße noch einmal für die Flüchtlinge optimiert werden. Wer als Asylbewerber einen Termin im Lageso hat, soll vom 20. Mai an zuerst im ICC vorsprechen, teilte Lageso-Sprecherin Silvia Kostner mit.

In den sanierten Büroräumen könnten viele Anliegen wie Auszahlung von Geldleistungen, Vermittlung von Wohnraum oder andere kleinere Anliegen schnell bearbeitet werden, hieß es. Das große klimatisierte Foyer des ICC diene dann als zentrale Wartezone. So sollen vor allem in den kommenden Monaten Situationen wie im vergangenen Sommer vermieden werden, als Tausende Flüchtlinge in brütender Hitze stunden- und tagelang vor dem Lageso warten mussten.

Wichtig sei dieser neue Standort vor allem auch dann, wenn die Zahl asylsuchender Menschen wieder steigen sollte, so Kostner. Derzeit kommen 25 bis 100 Menschen pro Tag nach Berlin. Im Herbst 2015 waren es wochenlang bis zu 1000 am Tag. In den verschiedenen Wartebereichen seien derzeit 640 Sitzplätze vorgesehen. Im ICC sollen auch zehn Sozialarbeiter sowie medizinisches Personal die Flüchtlinge betreuen. Auch ehrenamtliche Helfer seien erwünscht, hieß es.

Seien längere Gespräche mit den zuständigen Sachbearbeitern nötig, würden die Flüchtlinge per Shuttlebus in die Turmstraße gefahren. Die Räume im ICC würden so lange benötigt, bis am Standort des neuen Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) in der Darwinstraße in Charlottenburg entsprechende Kapazitäten geschaffen seien.