Kirchenumbau

Katholikenrat empfiehlt Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale

Mit einer Mehrheit von 46 zu 13 Stimmen sprachen sich die Abgeordneten für die Umbaumaßnamen aus. Das Votum ist nicht bindend.

Der Innenraum der St. Hedwigs-Kathedrale soll nach den Plänen des Erzbistums Berlin radikal umgebaut werden

Der Innenraum der St. Hedwigs-Kathedrale soll nach den Plänen des Erzbistums Berlin radikal umgebaut werden

Foto: Reto Klar

Nach langer Diskussion hat der Diözesanrat des Bistums Berlin am Sonnabendmittag eine Entscheidung bezüglich des seit Langem geplanten Umbaus der St. Hedwigs-Kathedrale getroffen. Mit einer deutlichen Mehrheit von 46 zu 13 Stimmen sprachen sich die Abgeordneten für die Umbaumaßnamen aus. Das Votum des Rates ist allerdings nicht bindend. Eher ist die Entscheidung als eine Empfehlung an Erzbischof Heiner Koch zu werten.

Die Pläne für den Kirchenumbau stammen noch aus der Zeit seines Vorgängers Kardinal Rainer Maria Woelki. Der Siegerentwurf des von ihm ausgerufenen Architekturwettbewerbs stammt aus dem Büro Zogmayer / Sichau & Walter. Der nun auch vom Diözesanrat gebilligte Plan sieht vor, den Kirchenraum zu vergrößern und eine acht Meter unter der Erde liegende Tiefsakristei zu schaffen. Dafür wird eine Öffnung im Kirchenraum geschlossen, die seit der Renovierung des Baus in den frühen 60er- Jahren Unter- und Oberkirche verbindet.

Emotionale Debatte mit Pfiffen und Buhrufen

Die Diskussion um den Umbau der Kathedrale wird schon seit Längerem hitzig geführt. Gegner der Baumaßnamen, wie am Sonnabend der Landeskonservator und Leiter des Berliner Landesdenkmalamtes Jörg Haspel, argumentieren, gerade die Öffnung im Kirchenraum sei einzigartig, die Bauarbeiten der 60er-Jahre unter Architekt Hans Schwippert ein Teil deutsch-deutscher Geschichte und die Kathedrale als solches „ein Gesamtkunstwerk“.

Dass die Debatte um diese Besonderheit emotional geführt wird, ist auch am Sonnabend wieder spürbar. Von „einem störenden Loch“ sprechen die einen, von „Einzigartigkeit“ die anderen. Man brauche im stets an Bedeutung zunehmenden Berlin „eine Bischofskirche und keine DDR-Katholiken-Gedenkkirche“ sagt ein Abgeordneter und erntet Pfiffe und Buhrufe.

Kritiker der Baupläne befürchten außerdem eine Kostenexplosion bei den anstehenden Tiefbaumaßnamen. Schon jetzt werden die Kosten für den Umbau der Kathedrale auf über 40 Millionen Euro geschätzt. Ob Erzbischof Heiner Koch der Empfehlung des Diözesanrats folgt, bleibt abzuwarten.