60 Standorte in Berlin

Fertighäuser: Bis zu 30.000 Flüchtlinge sollen dort leben

An 60 Standorten sollen in diesem Jahr in Berlin Modulbauten für Tausende Flüchtlinge entstehen. Und so sehen die Heime aus.

So sollen die modularen Unterkünfte für Flüchtlinge aussehen

So sollen die modularen Unterkünfte für Flüchtlinge aussehen

Foto: aim architektur management Busse Architekten Ingenieure im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Berlin benötigt dringend weitere Flüchtlingsunterkünfte. Insgesamt sollen an 60 Standorten sogenannte Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MuF) in Leichtbauweise für 24.000 bis 30.000 Flüchtlinge entstehen. Für die ersten 26 Standorte sollen die Modularbauten in der kommenden Woche bestellt werden, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) der Berliner Morgenpost. Es wird mit einer Bauzeit von fünf bis sechs Monaten gerechnet. Für die restlichen 34 Standorte soll der Auftrag in vier bis acht Wochen erfolgen. Die ersten sollen bereits im Herbst fertig sein, die übrigen sollen im kommenden Jahr bezogen werden.

Außerdem plant der Senat an 30 Standorten Containerbauten für 15.000 Menschen. Sie sollen bereits im Juni aufgebaut sein und bezugsfertig sein.

Schnell und unkompliziert im Aufbau

Mit den typisierten Bauteilen kann der Senat schnell kleine Wohneinheiten in kurzer Zeit errichten. Die Wände bestehen demnach aus seriellen Stahlbetonteilen, die Treppenhäuser sind aus dem selben Material. Die Innenwände werden mit Rigips-Platten eingezogen. Der Vorteil: Das Bauamt muss nicht jedes Gebäude einzeln prüfen, denn die Tests, etwa für Brandschutz und Statik, sind bereits am Serienmodell erfolgt.

Bereits Ende des Jahres soll die erste Gemeinschaftsunterkunft eröffnen. Die Lebensdauer der Gebäude ist auf 90 Jahre ausgelegt. Jede Unterkunft soll über maximal 500 Plätze verfügen, in den einzelnen Modulen können bis zu 30 Menschen unterkommen.

Modulbauten sollen sich flexibel den Standorten anpassen

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Wie Sozialsenator Mario Czaja (CDU) der Berliner Morgenpost erläuterte, verfügt der Senat über einen „Modellbaukasten“, der leicht an unterschiedliche Grundstücke und Nutzergruppen, also etwa Flüchtlinge, wohnungslose Familien oder Studenten, angepasst werden kann. Die Module können einzeln stehen, in der Regel werden aber zwei oder drei miteinander verbunden.

Meist sollen die Heime zwei oder drei Stockwerke hoch sein, können aber bis zu sechs Etagen haben, die Grundrisse erlauben mehrere Nutzungsvarianten – je nachdem, ob eher Platz für alleinstehende Flüchtlinge oder für Familien benötigt wird. Auch Spielplätze und Grünanlagen sind Teil dieses Amts- oder Typenentwurfs, müssen also ebenfalls nicht für jedes Grundstück grundsätzlich neu geplant werden.

Die Vorteile dieses Verfahrens liegen auf der Hand. Der Entwurf für die Bauten gehört dem Land Berlin, er kann in kurzer Bauzeit auf beliebig viele Standorte angewendet werden, ohne dass nochmalige Architekten- oder Ingenieurleistungen fällig werden. Die Verwendung standardisierter Fertigteile sorgt zudem für Kosten-Transparenz. Vier Grundmodelle sollen dabei die städtebauliche Verträglichkeit sichern.