Jahresbilanz 2015

Berliner Bäder machen Gewinn und suchen neues Personal

Der gute Sommer bescherte den Berliner Bädern ein Plus von 565.000 Badegästen und 900.000 Euro Überschuss.

In Nebenräumen der Schwimmhalle Fischerinsel eröffnet im März ein neues Kundenzentrum

In Nebenräumen der Schwimmhalle Fischerinsel eröffnet im März ein neues Kundenzentrum

Foto: David Heerde

Wenn das keine guten Nachrichten sind: Berlins noch immer allein amtierende kommissarische Chefin der Bäderbetriebe gab am Freitag die Jahresbilanz 2015 des Landesunternehmens bekannt. Mit einem Plus von 565.000 Badegästen (fast elf Prozent, einem Anstieg der Öffnungszeiten um 6960 Stunden (plus 4,6 Prozent) und einem erwarteten Überschuss von etwa 900.000 Euro konnte Annette Siering am Freitag einen positiven Jahresabschluss präsentieren. Und das auch gleich im neuen Kundenzentrum, das Anfang März in Räumen der Schwimmhalle an der Fischerinsel eröffnet.

Wie Siering bei der Präsentation der Jahresbilanz im Vorraum der Schwimmhalle Fischerinsel in Mitte betonte, „ist diese gute Ergebnis nicht nur dem guten Sommer und den engagierten Mitarbeitern zu verdanken, sondern auch dem in interner Marktforschung ermittelten Zuwachs in den Hallen“. Zahlen nannte sie nicht. Siering wies darauf hin, dass der positive Jahresabschluss ohne Steigerung des Zuschusses und ohne Personalzuwachs erzielt werden konnte.

Bäderbetriebe suchen Personal

Gleichwohl tut Geld Not. „Ohne die Unterstützung durch das Abgeordnetenhaus können wir unsere Aufgaben nicht stemmen“, sagte Annette Siering. Im laufenden Doppelhaushalt ist der Landeszuschuss für den Betrieb von 45 Millionen Euro auf 49 Millionen Euro im Jahr gestiegen. Der Zuwachs soll unter anderem auch dazu genutzt werden mehr Fachangestellte einzustellen.

Wie viel Fachpersonal die Bäderbetriebe einstellen werden, konnte Frau Siering am Freitag noch nicht beziffern. „Das liegt an der Bewerberlage“, sagte die Bäder-Chefin und spielte damit auf die offensichtlich nicht einfache Situation am Arbeitsmarkt an, entsprechende Kräfte zu finden. Wie der Sprecher der Bäderbetriebe ergänzte, werde von den Fachangestellten einiges verlangt. auch was das Sportliche betrifft. Angestrebt, so Frau Siering, werde ein Personalzuwachs in zweistelliger Höhe.

Sanierungsstau in Höhe von 93 Millionen Euro

Zum Abbau des Sanierungsstaus der Berliner Bäderbetriebe, der bei etwa 93 Millionen Euro liegt, steht dem Landesunternehmen in den kommenden drei Jahren etwa 6 Millionen Euro aus einem Förderprogramm zu Verfügung. In diesem Jahr soll die Komplettsanierung der Schwimmhalle an der Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg abgeschlossen werden. „Das ist angesichts der Unterversorgung dieses wachsenden Kiezes sehr wichtig“, so Annette Siering.

In den kommenden Jahren sollen zudem die Bäder am Spreewaldplatz in Kreuzberg, das Parcelsusbad in Reinickendorf und das Stadtbad Tiergarten instandgesetzt werden.

Die Pläne für ein Schwimmbad-Neubau im Tierpark, betrachtet die Bäder-Chefin als eine Vision, die noch nicht sehr nah, aber grundsätzlich interessant sei.

Neue Infrastruktur zur Organisation der Dienste

Für die Zukunft arbeiten die Bäderbetriebe derzeit an einer neuen und elektronischen Infrastruktur zur besseren Disposition der Mitarbeiter. Die scheint in dem Landesunternehmen eher vorsintflutlich. „Wir sind da anders als die BVG oder die BSR hinter der Zeit. Die Disposition des Personals ist leider noch immer eine Zettelwirtschaft“, beklagte die Bäder-Chefin die Organisation der Mitarbeiter. Sie strebe eine elektronisch Diensterfassung an, was insbesondere bei Krankheitsausfällen ein schnelles Reagieren ermögliche und unnötiges Schließen von Schwimmhallen verhindern könne.

Die Bäderbetriebe beteiligen sich am Sonntag auch bei der Aktion Berlin sagt Danke und bieten in allen Schwimmhallen je 50 Freikarten für die ersten Badegäste an.

Die zehn beliebtesten Berliner Bäder 2015

Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (573.871 Besucher)

StB Schöneberg (301.279 Besucher)

KB Seestraße (242.129 Besucher)

StB Lankwitz (234.146 Besucher)

KB Mariendorf (222.740 Besucher)

SoB Kreuzberg (206.998 Besucher)

KB Spandau-Süd (206.003 Besucher)

KB Gropiusstadt (199.740 Besucher)

Wellenbad Spreewaldplatz (188.676 Besucher)

StrB Wannsee (187.291 Besucher)

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.