Westtangente

Radschnellweg auf der Berliner Stadtautobahn

Die Idee einer „Autobahn“ für Radfahrer ist nicht neu. Jetzt gibt es einen Vorschlag für eine neue Strecke - zwischen Schöneberg und Steglitz

So könnte der Radschnellweg auf der Westtangente aussehen

So könnte der Radschnellweg auf der Westtangente aussehen

Foto: Matthias Bauer / BM

Berlin soll fahrradfreundlicher werden. In den vergangenen Monaten wurden dazu die verschiedensten Ideen entwickelt. So gibt es den Plan, unter dem Hochbahn-Viadukt der U1 vom Bahnhof Zoo bis zur Warschauer Straße eine „Radbahn“ zu bauen.

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Ein anderer Vorschlag ist dagegen so gut wie vom Tisch. Die Idee eines Radschnellwegs auf der Trasse der Stammbahn zwischen Potsdam und dem Potsdamer Platz droht am Widerstand der Deutschen Bahn zu scheitern. Die CDU Steglitz-Zehlendorf hatte die Idee entwickelt. Die Bahn will auf der Trasse, die nach 1945 stillgelegt wurde, in Zukunft möglicherweise aber lieber wieder Regionalbahnen fahren lassen.

Der Architekt und Blogger Matthias Bauer macht auf seiner Seite nun einen neuen Vorschlag für eine Radfahrer-Autobahn. Als ideale Strecke hat er die Westtangente ausgemacht, einen vier Kilometer langen Abschnitt der Stadtautobbahn A103 zwischen dem Sachsendamm in Schöneberg und Steglitz.

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Auf diesem Teilabschitt könnte ein Radschnellweg in Mittellage der Autobahn entstehen. Die in beide Richtungen jeweils dreispurige Strecke müsste dazu auf jeweils zwei Spuren verengt werden, schreibt Bauer in seinem Blog. Dies sei ohne Verkehrsbehinderungen möglich, da die Strecke praktisch staufrei sei, so Bauer weiter.

Bauer schlägt vor, den Fahrradweg mit massiven Schrammborden aus Beton von der Fahrbahn abzutrennen und die Geschwindigkeitsbegrenzung für Autos von 80 auf 60 Stundenkilometer zu senken. Anschlussstellen an das Straßennetz solle es an Überführungen oder Brücken über Rampen geben, für die jedoch relativ hohe Baukosten anfielen.

Die Senatsverkehrsverwaltung sieht Bauers Plan eines Radschnellwegs skeptisch. Bei der Umsetzung des Plans müsste man die Autobahn zur Landstraße herabstufen, sagte Sprecher Martin Pallgen dem "Tagesspiegel". Eine Zustimmung des Bundes, der dafür zuständig ist, sei unrealistisch. Zudem würde sich bei der Verengung auf jeweils zwei Spuren ein Tel des Verkehrs in die Nebenstraßen verlagern.

Mit seiner Initiative für eine fahrradfreundlichere Stadt steht Bauer nicht alleine. Die Initiative "Volksentscheid Fahrrad" hatte kürzlich einen ersten Entwurf für ein Berliner Radverkehrsgesetzes (BerRG) erstellt. Ziel des Fahrradgesetzes ist es unter anderem, ein Netz von sicheren Wegen und Straßen für Radfahrer in Berlin zu schaffen. "Es würden viel mehr Strecken mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, wenn die Bedingungen dafür in Berlin besser wären", sagte die Mobilitätsforscherin Kerstin Stark der Berliner Morgenpost. Die ersten Unterschriften für einen Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens will die Initiative voraussichtlich ab April sammeln.

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