Prenzlauer Berg

Tempo 30 bald auch auf der Kastanienallee

Erst Anfang Januar legte ein Gericht Tempo 30 für die Berliner Allee fest. Jetzt folgt die Kastanienallee in Prenzlauer Berg.

Zwischen Schöbhauser Allee und Oderberger Straße soll bald Tempo 30 gelten

Zwischen Schöbhauser Allee und Oderberger Straße soll bald Tempo 30 gelten

Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance / dpa

Der Verkehr auf der Kastanienallee in Prenzlauer Berg muss künftig langsamer rollen. Wie die Verkehrslenkung Berlin jetzt mitteilte, „wird in der Kastanienallee eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer zwischen Schönhauser Allee und Oderberger Straße angeordnet“.

Das geht aus dem entsprechenden Bescheid hervor,den die Verkehrslenkung an einen Anwohner schickte, der auf die Einführung der Geschwindigkeitsreduzierung geklagt hatte. Der Bescheid liegt der Berliner Morgenpost in Auszügen vor.

Die Behörde gibt darin dem Wunsch des Anwohners statt, „um eine Lärmreduzierung und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit zu erreichen.“ Die Kastanienallee zählt für Radfahrer zu den gefährlichsten Straßen in Berlin.

Keine Auswirkungen auf Umsteigezeiten

Die Verkehrslenkung hatte das bislang geltende Tempo von 50 Stundenkilometern zunächst beibehalten wollen. Befürchtet wurde, dass eine Reduzierung der Geschwindigkeit die Fahrtzeiten der dort verkehrenden Tramlinien M1 und M12 verlangsamen würde - was Auswirkungen auf die Fahrpläne und umsteigende Fahrgäste hätte.

Das für den Senat mit Nahverkehrsplanung beschäftigte Center Nahverkehr Berlin (CNB), das diese Ansicht zunächst stützte, führte jedoch eine neue Analyse durch. Und kam nun zu dem Ergebnis, „dass die Fahrzeitverlängerungen kalkulierbar seien und infolgedessen die Auswirkungen auf Fahrpläne und umsteigende Fahrgäste beherrschbar“.

Erst Anfang Januar hatte das Berliner Verwaltungsgericht Tempo 30 für eine Abschnitt der Berliner Allee in Weißensee festgelegt. Auch in diesem Fall wurde der Klage eines Anwohners stattgegeben. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Indira-Gandhi- und Rennbahnstraße. Begründet wurde dies mit dem Berliner Luftreinhalteplan, nach dem Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen dort eingeführt werden soll, wo mit einer Überschreitung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid zu rechnen ist.

Der Senat kündigte an, das Urteil nicht zu akzeptieren und in Berufung zu gehen.