Neue Software

Berliner Bürgerämter für zwei Tage geschlossen

In den Bürgerämtern wird ein neues Programm installiert, sie schließen in dieser Zeit. Wartezeiten wird das System nicht verkürzen.

Die Berliner Bürgerämter bekommen eine neue Software

Die Berliner Bürgerämter bekommen eine neue Software

Die Berliner Bürgerämter bekommen eine neue Software. Die muss installiert werden, deshalb bleiben sämtliche Ämter am Freitag und Montag geschlossen und öffnen erst wieder am Dienstag, den 26. Januar. Auch bereits beantragte Dokumente wie Personalausweise oder Reisepässe können an diesen Tagen nicht abgeholt werden. Bereits am Donnerstag, 21. Januar, fand überall nur noch eine verkürzte Sprechstunde statt.

Dagmar König (CDU), Städträtin für Bürgerdienste in Charlottenburg-Wilmersdorf, sagte der Berliner Morgenpost, dass die Umstellung der Software dringend geboten sei. „Die Software dient als Arbeitsgrundlage für rund 90 Prozent der Meldeaufgaben. Sie muss unbedingt modernisiert werden.“

König glaubt allerdings nicht, dass das neue System die Terminvorgabe künftig beschleunigen wird. „Die langen Wartezeiten können nur abgebaut werden, wenn die Bürgerämter mehr Personal bekommen.“ Das gelte für alle Berliner Bürgerämter, betonte sie. Es nütze nichts, wenn nur einige Bezirke mehr Mitarbeiter einstellen würden.

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) hatte vor einigen Tagen noch einmal konkrete Zahlen genannt, wie die Bürgerämter in den kommenden zwei Jahren mit mehr Personal ausgestattet werden sollen.

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Benedikt Lux, kritisierte, dass die Bürgerämter wegen der Softwareumstellung schließen müssen. „Die Installation des neuen Programms wäre auch am Wochenende oder außerhalb der Dienstzeiten möglich“, sagte er.

Neue Software kann zu Verzögerungen führen

Thomas Blesing (SPD), Statdtrat für Bürgerdienste in Neukölln, sieht der Installation der neuen Software mit Skepsis entgegen. „Wir können nur hoffen, dass am 26. Januar alles klappt und die Inbetriebnahme der Software wie geplant läuft“, sagte er. Für den Notfall könnten die Bürgerämter aber auf das alte System zurückgreifen.

In Mitte sind die Schulungen abgeschlossen. Die Mitarbeiter müssten sich dennoch erst mit der neuen Software vertraut machen, hieß es im zuständigen Amt. Das werde vorübergehend zu längeren Bearbeitungszeiten führen. Rainer Rinner vom Amt für Bürgerdienste sagte, dass es deshalb in den ersten Tagen nach Einführung des neues Systems trotz größter Bemühungen der Mitarbeiter zu Verzögerungen im Terminablauf kommen könnte.

Der Bürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel (SPD), warb bei den Berlinern vorbeugend schon einmal um Verständnis: „Für die Mitarbeiter in den Bürgerämtern stellt es eine große Herausforderung dar, sich das neue Verfahren unter Echtbedingungen fachlich zu erarbeiten.“ Längere Bearbeitungszeiten seien möglich.