Berlin

Berlins Behörden suchen Tausende neue Mitarbeiter

Finanzsenator erwartet ausreichend viele Bewerber

Berlins öffentlicher Dienst wird in den nächsten Jahren mehrere Zehntausend neue Mitarbeiter einstellen. Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) sprach allein für die Zeit des gerade beschlossenen Haushaltes bis 2017 von 11.000 neuen Angestellten und Beamten in den Behörden des Landes und der Bezirke. Diese Dimension werde sich über die Geltungszeit der nächsten beiden Doppelhaushalte, also bis 2021, jeweils wiederholen, sagte er am Dienstag.

Zwei Tendenzen sorgen dafür, dass Berlin nach Jahren mit Personalabbau und weitgehendem Einstellungsstopp wieder verschärft Personal sucht: Das Wachstum der Stadt und der Bedarf für die Flüchtlinge kommen zusammen mit einer riesigen Pensionierungswelle in den Ämtern.

Für 2016/17 werden in Berlin laut Kollatz-Ahnen mehr als 4400 zusätzliche Stellen geschaffen. Die Differenz zu 11.000 ergibt den Abgang von meist älteren Mitarbeitern, die ersetzt werden müssen. Insgesamt, so der Senator, werde Berlin in den nächsten zwei Jahren zehn Prozent seines öffentlichen Dienstes erneuern. Derzeit beschäftigt Berlin 113.000 Menschen auf 106.000 Vollzeitstellen. Bis zum Kurswechsel 2014 war einmal ein Abbau bis auf 104.000 Stellen vorgesehen.

3400 zusätzliche Stellen hatte der Senat bereits in seinem Haushaltsplanentwurf vorgesehen. Hinzugekommen sind weitere 700, die im wesentlichen durch die Flüchtlinge begründet werden. Insgesamt wird es 1170 zusätzliche Lehrkräfte geben und 300 Erzieherinnen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) erhält 366 neue Stellen, die Ausländerbehörde 162,5. Die Polizei wird um 491 Stellen aufgestockt.

Auch die Bezirke, die derzeit etwa 20.000 Personen beschäftigen, bekommen mehr Personal. Für 2016 und 2017 hat der Senat einen zusätzlichen Bedarf von 437 Stellen anerkannt. Allein die Bürgerämter bekommen 50 zusätzliche Mitarbeiter. Weitere Posten kommen hinzu, wenn eine größere Zahl Flüchtlinge als bisher nach Abschluss ihrer Asylverfahren als normale Kunden die Bezirksverwaltungen in Anspruch nehmen wird. Nach Informationen der Morgenpost rechnet der Senat mit 20.600 ehemaligen Flüchtlingen, die von den 50.000 im vergangenen Jahr in Berlin untergebrachten Asylsuchenden im Laufe des Jahres 2016 bei den Bezirken vorstellig werden. Deshalb sollen die Sozialämter weitere 65 Stellen bekommen.

Der Finanzsenator rechnet damit, genügend Kandidaten zu finden. In den Finanzämtern bewürben sich neun Personen auf eine freie Stelle.