Verkehr

Berlins Omnibusbahnhof wird ab Juni 2016 modernisiert

Er ist nicht schön, aber stark frequentiert: Der Zentrale Omnibusbahnhof am Messedamm. Ab nächstem Jahr wird er modernisiert.

Die Haltestellen an dem Busbahnhof sollen neu geordnet werden

Die Haltestellen an dem Busbahnhof sollen neu geordnet werden

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Nach Weihnachten herrschte am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) von Berlin einmal mehr Ausnahmezustand. Hunderte warteten in altersschwachen Unterständen und an schmalen Haltestellen auf ihre Busse. Die wiederum standen sich gegenseitig im Wege und kamen nur mühsam zu ihrem Abfahrtspunkten. Über die Weihnachtszeit (23. bis 27. Dezember) hat die ZOB-Betreibergesellschaft IOB insgesamt 3116 An- und Abfahrten registriert.

Allein am 27. Dezember sind demnach 740 Busse abgefahren oder angekommen – dies wird wohl der verkehrreichste Tag für den Busbahnhof am Messedamm in diesem Jahr sein. Bis Jahresende rechnet die IOB, eine Tochtergesellschaft der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), mit etwa 209.000 An- und Abfahrten am ZOB. Ein Plus von 19,4 Prozent gegenüber 2014 (175.000 An- und Abfahrten) und mehr als dreimal so viele Busse wie noch 2012, dem letzten Jahr vor der Liberalisierung des deutschen Fernbusmarktes.

Erster Bauabschnitt beginnt im Sommer

Weil der im Mai 1966 eröffnete ZOB längst an seine Grenzen stößt, soll der Bushalt am Funkturm nun endlich erweitert und grundlegend modernisiert werden. Für den ersten Bauabschnitt, der am 27. Juni 2016 beginnen soll, hat der Senat jetzt eine Ausschreibung im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Das Konzept des Senats sieht nicht nur vor, die Zahl der gleichzeitig nutzbaren Bushaltestelle auf 33 zu erhöhen. Die Haltestellen sollen auch komplett neu geordnet werden. „Entscheidend ist, dass künftig alle Haltepositionen unabhängig voneinander angefahren werden können“, sagte Martin Pallgen, Sprecher der Senatsverkehrsverwaltung. Die heute 27 Haltestellen seien „im Regelfall“ nie vollständig nutzbar. Durch eine Änderung könnten künftig bis zu 20 Busse pro Stunde mehr abgefertigt werden.

Bereits beauftragt, so Pallgen, sei eine Verbesserung der Wegeleitung zwischen den S- und U-Bahnhöfen hin zum ZOB. Auch eine neue Ampel wird geprüft, die den ZOB-Fahrgästen ein gefahrloseres Überqueren des Messedamms ermöglichen soll. Insgesamt soll der Umbau drei Jahre lang dauern. Die Kosten sind aktuell mit 14,28 Millionen Euro kalkuliert.