Berlin –

Touristen müssen zahlen: City Tax bringt Berlin 47 Millionen Euro

Einnahmen sind höher als erwartet. Neues Informationszentrum am Zentralen Omnibusbahnhof

Berlin.  Fast 47 Millionen Euro hat Berlin seit Einführung der Bettensteuer City Tax im Jahr 2014 eingenommen. Vergangenes Jahr flossen 29,1 Millionen Euro, im ersten Halbjahr dieses Jahre bereits 17,7 Millionen Euro und damit mehr Geld als erwartet.

Der Senat hatte beschlossen, jährlich 25 Millionen Euro der Steuer an die Landeskasse zu übertragen und mit den darüber hinausgehenden Einnahmen zu je einem Drittel Wirtschaft, Sport und Kultur zu unterstützen. Nun gab der Finanzsenator 9,1 Millionen Euro frei. Drei Millionen Euro davon fließen in die Tourismusförderung. Erste Projekte sollen Anfang September öffentlich präsentiert werden, die Berliner Morgenpost stellt die wichtigsten vor. So soll am Zentralen Omnibusbahnhof ZOB in Charlottenburg eine Touristeninformation gebaut und im kommenden Frühjahr eröffnet werden. Dafür hat Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) 250.000 Euro vorgesehen. Das Info-Büro wird das siebte, das die Tourismusgesellschaft „Visit Berlin“ betreibt. Am Brandenburger Tor, Fernsehturm, Hauptbahnhof und Flughafen Tegel sowie im Europa-Center und an der Rankestraße gegenüber der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gibt es bereits Touristeninformationen. Der Stützpunkt am ZOB ist dringend notwendig, dort stiegen die Fahrgastzahlen durch den zunehmenden Fernbusverkehr sprunghaft an. 175.000 An- und Abfahrten mit insgesamt knapp neun Millionen Gästen wurden dort im vergangenen Jahr bewältigt. In diesem Jahr erwartet die Betreibergesellschaft sogar 210.000 An- und Abfahrten von Reisebussen.

Ein zweiter zentraler Komplex ist die Kongressförderung. Immerhin kommt jeder vierte Berlin-Besucher wegen einer Messe oder eines Kongresses nach Berlin. Das bei „Visit Berlin“ angesiedelte Kongressbüro soll ein neues Veranstaltungskonzept umsetzen, mit dem mehr Verbandskongresse für die Stadt eingeworben werden können. Rund 1500 Verbände seien bereits hier präsent, das sei ein enormes, aber noch längst nicht ausgeschöpftes Potenzial, sagte Wirtschaftssenatorin Yzer. Ein zweites Projekt zielt darauf ab, Unternehmen anzusprechen. Mit speziell auf diesen Kundenkreis zugeschnittenen Serviceleistungen sollen Firmen überzeugt werden, ihre Veranstaltungen in Berlin durchzuführen.

Berlin will zeitlich befristet in wichtigen europäischen Hauptstädten für das kreative Potenzial der Stadt werben. In City-Lagen dieser Hauptstädte sollen dazu „Pop-up-Stores“ eröffnet werden. Dieses Projekt Projekt von Wirtschaftsverwaltung, „Visit Berlin“ und „Berlin Partner“ soll Ende September in Stockholm starten und auch in London, Amsterdam und Paris präsentiert werden. Seite 14