Adventskonzert

Philharmoniker geben Familienkonzert mit Zipfelmützen

Die Philharmonie lädt zu einem weihnachtlichen Familienkonzert „Merry Quizmas“ ein – und zelebriert es als einen großen Wettbewerb.

 Familienkonzert in der Philharmonie mit den Moderatoren Sarah Willis und Malte Arkona

Familienkonzert in der Philharmonie mit den Moderatoren Sarah Willis und Malte Arkona

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Beim weihnachtlichen Familienkonzert in der Philharmonie ist der große Saal geteilt. Ein breites rotes Stoffband zieht sich längs über die Bühne, mitten durch den Saal, die Stufen hinauf bis zur obersten Reihe. Sitzen die 1200 Kinder, Eltern und Großeltern in einem gigantischen Weihnachtsgeschenk? Nein, in zwei Spielfeldern. Heute ist das Familienkonzert eine große Show, mit dem Titel „Merry Quizmas“.

Ein musikalisches Weihnachtsquiz soll es geben, mit Team Sarah und Team Malte, benannt nach der Hornistin Sarah Willis und dem Kinderfernsehmoderator Malte Arkona. Beide treten mit Musikerbegleitung auf, die Philharmonischen Bläser haben sich ebenfalls in zwei Gruppen geteilt. Noch ehe der erste Ton erklingt, heizen die beiden Moderatoren ihre Teams zu tosendem Applaus an.

Einst spielten die Philharmoniker in einer Rollschuhbahn

Dann sind die Kinder plötzlich still, denn die Philharmonischen Bläser und Gast-Kontrabassist Martin Heinze spielen die Ouvertüre aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“. Malte Arkona erklärt das Quiz, wieder jubeln alle und geben mit zuvor verteilten bunten Lämpchen Signal, wenn sie sich für eine Rätselantwort entscheiden. Den jüngeren Kindern ist das alles schon zuviel Aufregung, einzelne beginnen zu weinen, es wird nie wieder richtig ruhig im Saal.

Dabei kommen die Quizfragen gut an. Vor 130 Jahren gab es die Philharmonie noch nicht, die Berliner Philharmoniker aber schon. Bevor sie einen eigenen Saal hatten, spielten sie ihre Konzerte in einer alten Rollschuhbahn, erfahren die Zuschauer. Und für wen fängt Papageno in Mozarts Zauberflöte seine Vögel? Allen ist klar, dass er das nicht für den Berliner Zoo tut, sondern für die Königin der Nacht. Die Oboisten Andreas Wittmann und Jonathan Kelly markieren mit Holzblock und einer Autohupe den Countdown bis zur Lösung. Und alle zusammen spielen einen Tusch zur Antwort.

Die Kinder sind besonders von der „Harry Potter“-Filmmusik begeistert

„Und die nächste Mütze winkt, wenn der Tusch jetzt herrlich klingt“, ruft Malte Arkona, es folgt eine melodiöse Fanfare, der Hornist Fergus McWilliam in Sarahs rotem Team setzt eine rote Nikolausmütze auf, der Klarinettist Alexander Bader in Maltes grünem Team eine grüne, während sie schon beginnen, das Lied des Vogelfängers zu spielen. Durch die stetige Abwechslung zwischen Spielen, Fragen stellen und abstimmen ist Sarah Willis ständig in Bewegung. „Ihr habt die Antwort nicht gewusst, Hänsel und Gretel sammeln Erdbeeren im Wald? Macht nichts, gleich geht’s weiter. In der Zwischenzeit spielen wir Euch ein Lied aus der Oper, mal gucken, ob ihr es erkennt.“

Kaum ein Kind kann sich mehr auf die so fein intonierte Nussknacker-Suite konzentrieren. Dann huscht der Weihnachtsmann über die Bühne und schiebt ein Celesta mit einer riesigen roten Schleife zwischen die Musiker. Dieses Signal ist schön, Zauberflöten-und-Zuckerfee-Michael (Hasel) spielt den Tanz der Zuckerfee aus Tschaikowskys Nussknacker. Die Entscheidungsfrage dazu bleibt in Erinnerung. Die Filmmusik, in der das Instrument vorkommt, kennt wirklich jedes Kind in der Philharmonie. „Harry Potter“ nennen dann am Schluss auch mehrere Kinder als die schönste Erinnerung an das Familienkonzert. Die wirbelnden und tanzenden Schneeflockenkinder von der Grundschule an der Wuhle in Hellersdorf nimmt man dann nur noch am Rande wahr.