Mordfall Maria P.

Schwangere angezündet: Angeklagter gesteht seinem Freund Tat

Niedergestochen, mit Benzin übergossen und angezündet: Im Mordfall Maria P. soll ein Angeklagter einem Freund von der Tat erzählt haben.

Daniel M. (vorne) und Eren S. (links im Hintergrund) sollen die hochschwangere Maria P. ermordet haben

Daniel M. (vorne) und Eren S. (links im Hintergrund) sollen die hochschwangere Maria P. ermordet haben

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Sprache der Juristen kann hart sein: Sie solle „hier helfen, einen Sachverhalt aufzuklären“, sagt die Vorsitzende der Jugendkammer am Montag zu der als Zeugin geladenen Petra C. Sachverhalt bedeutet in diesem Fall das Verbrennen der 19-jährigen Maria P. bei lebendigen Leibe. Und Petra C. ist deren Mutter.

Die 54-Jährige ist ganz in Schwarz gekleidet, hat offenbar Beruhigungsmittel genommen. Sie habe Eren T., den wegen Mordes angeklagten Ex-Freund der Tochter, als „einen ruhigen, netten jungen Mann erlebt“, sagt sie. „Deswegen kann ich auch nicht glauben, dass er das getan haben soll.“ Für die Tochter sei der gleichaltrige Eren T. der erste Mann gewesen, mit dem sie auch ins Bett gegangen sei.

Sie haben den beiden gesagt, dass sie „aufpassen und ein Kondom benutzen sollen“, so die Zeugin. Und als Maria dann doch schwanger geworden sei, habe sie anfangs versucht, die Tochter zu einer Abtreibung zu überreden: „Sie sollte erst einmal ihre Lehre beenden.“ Maria habe aber darauf bestanden, das Kind zu bekommen. Und sie habe sich dabei von Eren T. bestärkt gefühlt. „Er hat zu ihr immer wieder gesagt: Entscheide du!“

Doch nicht Petra C., auch Eren T’s Vater soll gegen die Schwangerschaft gewesen sein. Petra C. berichtete von einem Treffen der Tochter mit dem Vater von Eren T. Dabei soll der Mann von Maria nachdrücklich gefordert haben, das Kind abzutreiben. Maria habe danach bei den Eltern angerufen und verzweifelt gesagt: „Holt mich hier ab.“ Seitdem habe sie geglaubt, so Petra C., dass die Beziehung zwischen Eren und Maria beendet sei. Erst später habe sie erfahren, dass die beiden sich weiter heimlich getroffen hatten.

Angeklagter Daniel M. legte beim Freund ein Geständnis ab

Als Zeuge geladen war am Montag auch der 25-jährige Pascal G., ein Freund des zweiten Angeklagten Daniel M. Der 19-Jährige und Eren T. hatten sich einen Tag nach der Ermordung von Maria P. gegenseitig bei der Polizei der Tat beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden die schreckliche Tat gemeinsam begingen und stützt sich dabei vor allem auf SMS und Whatsapp-Nachrichten sowie auf Spuren, die am Tatort gefunden wurden. Pascal G. sagte vor Gericht, dass Daniel M. in der Nacht zum 23. Januar mal wieder bei ihm übernachtet habe.

Stunden zuvor war Maria P. in dem Waldgebiet Köllnische Heide getötet worden. Pascal G. hatte Daniel M. erst am nächsten Morgen gesehen. „Ich hatte es eilig, weil ich spät dran war und zur Arbeit musste“, sagte er. Daniel M. habe jedoch unbedingt mit ihm reden wollen: „Ich habe Scheiße gebaut. Du wirst mich wohl für längere Zeit nicht mehr sehen“, soll Daniel M. gesagt haben. Und er habe hinzugefügt: „Ich habe eine Frau angezündet.“ Es könne auch sein, dass er nicht „ich“, sondern „wir“ gesagt habe, so Pascal G. Der Freund habe „verzweifelt gewirkt, panisch, blass. Sein Gesicht sah leer aus.“