Flüchtlingsregistrierung

Sicherheitsdienst vor dem Lageso soll ausgetauscht werden

Das Sicherheitskonzept für das Lageso wird überarbeitet. Nun soll entschieden werden, ob das Areal mit Kameras überwacht wird.

Ein Mitarbeiter der Security steigt vor wartenden Flüchtlingen  in Berlin auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) auf ein Absperrgitter. Hier warten Flüchtlinge auf ihre Registrierung und die Zuweisung eines Schlafplatzes.

Ein Mitarbeiter der Security steigt vor wartenden Flüchtlingen in Berlin auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) auf ein Absperrgitter. Hier warten Flüchtlinge auf ihre Registrierung und die Zuweisung eines Schlafplatzes.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) an der Turmstraße in Moabit sollen verbessert werden. Am Montag wird sich dazu eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Polizei, des Landeskriminalamtes, des Lageso, der Caritas und der landeseigenen Berliner Immobilien-Management (BIM) an der Turmstraße treffen, um das Sicherheitskonzept zu überarbeiten und Schutzmaßnahmen zu besprechen. Das sagte Sozialstaatssekretär Dirk Gerstle der Morgenpost.

Am Freitag habe sich die Arbeitsgruppe auf Einladung von Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) erstmals getroffen und verschiedene Aufgabenstellungen für die Teilnehmer definiert, die am Montag besprochen werden. Dieser Schritt steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Entführung des vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed vom Lageso-Gelände am 1. Oktober. Mohamed wurde ermordet, sein Leichnam wurde am 29. Oktober gefunden.

Landesamt ist nicht der einzige Nutzer des Geländes

Diskutiert werden solle am Montag unter anderem eine neue, umfassendere Kameraüberwachung des Geländes sowie ein anderes Beleuchtungskonzept und bauliche Veränderungen, teilte Gerstle mit. Zugangskontrollen seien dort nur schwer umzusetzen, weil das Landesamt nicht der einzige Nutzer des Areals ist. Dort sind auch Arztpraxen, ein Rehazentrum sowie eine Außenstelle des Gesundheitsamtes Mitte beheimatet. Aus diesem Grund könne aber auch eine umfassendere Kameraüberwachung nicht einfach angeordnet werden, erklärte der Staatssekretär.

Das Gelände müsse auch nachts beleuchtet werden, nachdem dort ein rund um die Uhr geöffneter Info-Point eingerichtet wurde, der auch nachts mit mindestens einem Mitarbeiter des Landesweiten Koordinierungsstabes Flüchtlingsmanagement (LKF) sowie einem Sprachmittler besetzt ist, erläuterte der Staatssekretär. Flüchtlinge, die abends oder nachts in der Turmstraße ankommen, könnten in einer gegenüberliegenden Turnhalle an der Turmstraße unterkommen, die seit Freitag geöffnet ist.

Neuer Sicherheitsdienst wird erwartet

Zur Zukunft des umstrittenen Sicherheitsdienstes „Spysec“ äußerte sich Gerstle nicht. Nach Morgenpost-Informationen soll die Security-Firma aber in den nächsten Tagen ausgetauscht werden. „Spysec“ wurde vom Unternehmen Gegenbauer beauftragt, das das Facility-Management am Lageso ausübt. Dem Vernehmen nach wurde Gegenbauer gebeten, „Spysec“ abzuziehen, weil nach mehreren Zwischenfällen kein Vertrauen mehr in die Firma bestehe.

Auf dem Flughafen Tempelhof wurden am Sonntag Flüchtlinge auf den Hangar 1 und den inzwischen bezugsfertigen Hangar 3 verteilt. Es kamen ein Zug mit knapp 300 und drei Busse mit insgesamt 150 Flüchtlingen in Berlin an.