Gas, Öl, Strom, Müll

So hoch sind die Nebenkosten in Berlin und Brandenburg

Insgesamt sinkende Nebenkosten werden sich 2016 im Geldbeutel bemerkbar machen. Gas und Öl sind günstiger, die Müllentsorgung teurer.

In den Wohnungsannoncen der Anbieter wird meist nur die Kaltmiete deutlich sichtbar ausgewiesen, dabei ist das, was der Mieter am Monatsende tatsächlich zu zahlen hat, erheblich mehr – denn die sogenannten Nebenkosten werden auf die Kaltmiete noch draufgeschlagen. Dabei gibt es unter den deutschen Städten deutliche Preisunterschiede. In Berlin, so das Ergebnis der Preisdatenbank, das der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) am Donnerstag in Potsdam vorgestellt hat, schlagen die Kosten für Energie, Wasser, Müll und Grundsteuer für eine 62 Quadratmeter große Musterwohnung mit 220 Euro je Monat zu Buche. Damit machen sie bereits 40 Prozent der Gesamtmiete aus. Im Land Brandenburg liegt der entsprechende Wert bei 196,50 Euro (41 Prozent).

Bereits zum zehnten Mal in Folge hat der BBU die Tarife und Preise für Energie, Wasser, Müllentsorgung und Grundsteuern in Berlin, Potsdam sowie 78 weiteren Städten in Brandenburg und Deutschland verglichen. „Der Mehrjahresvergleich macht deutlich, wie stark insbesondere die Energiepreise mittlerweile politisch beeinflusst sind“, so BBU-Chefin Maren Kern. Denn der Studie zufolge hat sich das allgemeine Preisniveau vor allem bei der Energie gegenüber dem Vorjahr entspannt – allerdings nehmen auch die regionalen Preisunterschiede im Land Brandenburg wieder zu.

So wurden die Preise in Berlin bis auf Strom (+2,4 Prozent) und Müllentsorgung (knapp +14 Prozent) leicht gesenkt. Die stark gestiegenen Müllpreise erklären sich durch die Umstellung des Preissystems bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben. Diese haben 2014 einen Grundpreis von 24,60 Euro pro Jahr und Wohnung eingeführt, die andren Leistungsgebühren jedoch nicht entsprechend gesenkt. Der Fernwärmepreis lag nach dem BBU-Angaben zum 1. Januar 2015 um 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim Gas brachte ein eigens für die Wohnungswirtschaft aufgelegter Tarif eine spürbare Entspannung, die die Senkung beim Heizöl ( -30 Prozent) in etwa nachvollzieht. Auch der Wasserpreis sank erneut (3,6 Prozent).

Regionale Preisunterschiede nehmen weiter zu

In Brandenburg wurde die Fernwärme im Landesdurchschnitt um etwa zwei Prozent günstiger. Am stärksten gesenkt wurden die Preise mit 14,4 Prozent in Großräschen, gefolgt von Neuruppin mit zehn Prozent sowie Luckau und Lübbenau/Spreewald mit jeweils gut neun Prozent. Erdgas verbilligte sich im Land Brandenburg um 3,7 Prozent. Ein starker Rückgang um elf Prozent war in Luckau und Lübbenau/Spreewald zu verzeichnen, gefolgt von Eisenhüttenstadt mit gut fünf Prozent und Senftenberg mit knapp fünf Prozent. Wie in Berlin sanken auch in Brandenburg die Heizölpreise in allen betrachteten Städten um rund 30 Prozent. Anders als in Berlin ist Strom in Brandenburg nicht teurer, sogar etwas billiger – allerdings sanken die Preise nur um durchschnittlich 0,6 Prozent.

Der durchschnittliche Wasserpreis sank um 1,4 Prozent, Müllentsorgung verteuerte sich im landesweiten Durchschnitt um knapp ein Prozent.

3,56 Euro inklusive Strom

„Die uneinheitliche Entwicklung der Energiepreise zeigen, dass nicht reale Knappheitsverhältnisse der Ressourcen, sondern politische Rahmenbedingungen eine Rolle spielen“, sagte Kern. Statt die energetischen Wohnstandards zu Lasten der Mieter immer weiter anzuheben, sollte sich die Energiepolitik eher auf ein besseres Abfedern dieser Preisausschläge konzentrieren, forderte sie. „Bei Dämmung und Energieeinsparung ist vielfach die Grenze des technisch Sinnvollen und wirtschaftlich Tragbaren erreicht. “

Dank der aktuellen starken Preisrückgänge bei den Energieträgern Öl und Gas fällt der Fünfjahresvergleich jedoch moderat aus. Während Berliner Mieter zum 1. Januar 2011 3,21 Euro je Quadratmeter und Monat für Nebenkosten (inklusive Strom) ausgeben mussten, waren es zum Stichtag 1. Januar 2015 3,56 Euro. In Brandenburg stiegen die Nebenkosten im gleichen Zeitraum von 3,03 Euro je Quadratmeter und Monat auf 3,25 Euro.