Berlin –

Berliner Mieter können auf Rückzahlung hoffen

Ein warmer Winter und ein niedriger Ölpreis reduzieren die Abrechnung für 2014

Berlin. Viele Berliner können nach Einschätzung des Mieterbunds in den kommenden Monaten mit Rückzahlungen bei den Betriebskosten rechnen. Mieter hätten im vergangenen Jahr 20 bis 25 Prozent weniger Heizenergie verbraucht als im Vorjahr. Grund sei ein wärmerer Winter, sagte Mieterbund-Geschäftsführer Ulrich Ropertz. Zudem seien die Energiepreise gesunken. Der Ölpreis fiel um rund acht Prozent, Fernwärme war knapp zwei Prozent günstiger. Auch die Grundsteuer als wichtiger kommunaler Posten sei stabil geblieben. Berlin liegt hierbei allerdings über dem Durchschnitt.

Im Schnitt machen Nebenkosten für Heizen, Kabelfernsehen oder die Müllabfuhr rund ein Viertel der Miete aus. Im Abrechnungsjahr 2013 zahlten Mieter in Deutschland durchschnittlich 2,19 Euro pro Quadratmeter und Monat. Damit blieb die „zweite Miete“ etwa stabil. Den größten Anteil machen Heizkosten (1,24 Euro) und warmes Wasser (0,27 Euro) aus. Für 2013 hatte der Mieterbund Betriebskosten von 2,20 Euro ausgewiesen.

Rechnet man alle denkbaren Betriebskosten wie etwa für Gartenpflege oder Kabelfernsehen zusammen, kommt der Mieterbund auf einen Wert von 3,26 Euro pro Quadratmeter im Monat. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung wäre dies eine „zweite Miete“ von 3129,60 Euro im Jahr.

2013 seien vor allem die Kosten für Heizung und Warmwasser gestiegen. Das liege zum einen an kalten Wintermonaten zu Beginn des Jahres. Weil viel geheizt werden musste, stieg der Energieverbrauch um fünf Prozent. Zudem seien Gas und Fernwärme im Jahresdurchschnitt um 1,3 beziehungsweise 2,8 Prozent teurer geworden. Der Preisrückgang beim Öl schlage sich kaum nieder, weil viele Vermieter Ende des Vorjahres getankt hatten.

Noch immer sind die Betriebskosten in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich hoch. In östlichen Bundesländern zahlen Mieter im Schnitt rund zehn Cent mehr pro Quadratmeter und Monat. Demnach lagen die durchschnittlichen warmen Betriebskosten in den östlichen Bundesländern 2013 bei 2,28 Euro pro Monat und Quadratmeter. Zum Vergleich: Bei den 360 Mitgliedsunternehmen des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen lagen die abgerechneten Betriebskosten 2013 bei durchschnittlich 2,51 Euro je Monat und Quadratmeter. Das liegt laut Mieterbund vor allem an den höheren Kosten für Heizung und Warmwasser. Dafür seien kommunale Gebühren – also Grundsteuer, Müllabfuhr oder Straßenreinigung – genauso wie Versicherungen, Gärtner oder Hausmeister hier günstiger.

Grundsteuern allerdings sind in Berlin deutlich höher: Setzt der Mieterbund die Grundsteuern in den ostdeutschen Bundesländern mit 13 Cent an, kalkuliert der BBU jedoch 27 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche. Dafür schneidet Berlin bei Heizung und Warmwasser günstiger ab. Hier liegen die Kosten 38 Prozent unter dem ostdeutschen Durchschnitt. „In Berlin sind mehr als ein Drittel der Betriebskosten unmittelbar und weitere 45 Prozent mittelbar staatlich beeinflusst. Das unterstreicht die herausgehobene Verantwortung, die die Politik für die Bezahlbarkeit von Wohnen trägt“, sagt BBU-Vorstand Maren Kern.