Bahnhof Zoo

In der City West rollen jetzt Elektrobusse

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Lorenz Vossen
Der neue E-Bus der BVG

Der neue E-Bus der BVG

Foto: DAVIDS/Guenter Peters

Die BVG hat am Montag ihre erste Linie mit E-Bussen in Betrieb genommen. Sie sind so leise wie ein PKW – und warnen vor Gefahr.

„Gelb stinkt nicht“, steht auf den Fahrzeugen, und „Stehst du auf Elektro?“. Mit derlei flotten Sprüchen ausgerüstet fahren die neuen E-Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) durch Berlin. Seit Montag sind sie auch für Fahrgäste auf der Linie 204 zwischen den Bahnhöfen Südkreuz und Zoologischer Garten unterwegs. In den Wochen zuvor hatte die BVG die Busse noch ohne Passagiere getestet.

Nahezu lautlos surren die Fahrzeuge des polnischen Herstellers Solaris über die Straße, lediglich der Abrieb der Reifen erzeugt ein Surren – in etwa so laut wie ein moderner PKW. Ihren Strom beziehen sie an den Endhaltestellen, wo Induktionsfelder unter dem Asphalt installiert sind. Die Busse fahren darüber und werden kontaktlos aufgeladen. Der Vorgang dauert rund sieben Minuten, die Technik lieferte das kanadische Unternehmen Bombardier.

Berlin ist nach Braunschweig und Mannheim die dritte deutsche Stadt, die E-Busse mit kabelloser Ladetechnik einsetzt. Bedenken wegen elektromagnetischer Strahlung räumt die BVG aus. Das Ladesystem sei ausreichend abgeschirmt, die Strahlung geringer als bei einem Induktionsherd. Da die Busse so leise sind, wurden sie mit Außenlautsprechern ausgerüstet. Im Fall der Fälle kann der Fahrer vor dem ankommenden Fahrzeug warnen.

Dreimal so teuer wie ein herkömmlicher Bus

Vier Jahre dauerte es, die E-Busse auf die Straße zu bringen, „das war fast so anstrengend wie ein Kind zu bekommen“, sagt BVG-Chefin Sigrid Nikutta. Nicht zuletzt um die 4,1 Millionen Euro, die der Bund im Rahmen des „Schaufensters Elektromobilität“ zur Verfügung stellte, wurde hart gerungen. Die vier Busse kosteten allein rund 2,8 Millionen Euro, ein E-Bus ist damit rund drei Mal so teuer wie ein vergleichbarer Diesel-Bus.

Die Finanzierung für die nächsten Jahre steht aber, Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) kündigte an, die Mehrkosten des Projekts bis 2023 zu finanzieren. Noch unklar ist, ob und in welchem Ausmaß die E-Bus-Flotte in Berlin ausgebaut wird. Zunächst sollen die Fahrzeuge für mindestens ein Jahr im regulären Betrieb getestet werden.