Kriminalität in Berlin

Klopfen, Schlitzen, Rempeln: Die Tricks der Taschendiebe

Die Zahl der Taschendiebe nimmt in Berlin zu. Doch ihre Tricks sind bekannt, und es gibt einfache Methoden, um sich zu schützen.

In Berlin gibt es immer mehr Taschendiebe

In Berlin gibt es immer mehr Taschendiebe

Foto: Imago

Es geht schnell und unbemerkt vonstatten: Taschendiebe schlagen mit durchdachten Tricks zu, und das Opfer hat meist nicht einmal die Zeit, zu realisieren, was vor sich geht. So steigt die Zahl der Taschendiebe bundesweit an. Vor allem Großstädte sind ein gefährliches Pflaster, darunter besonders Berlin. Ein Überblick beliebter Maschen und wie man sich schützen kann.

Diese Tricks nutzen die Täter

Beschmutzer-Trick:

Den Beschmutzer-Trick wenden Diebe oft vor Banken an. Tritt das Opfer nach dem Gang zum Geldautomaten wieder ins Freie, wird es scheinbar versehentlich mit Eis, Ketchup oder einer anderen Flüssigkeit beschmutzt. Beim darauffolgenden Reinigungsversuch schlagen die Täter dann zu - und das gerade abgehobene Geld ist weg.

Wechseltrick:

Beim Wechseltrick bittet ein Fremder um das Wechseln einer Münze oder eines Geldscheines. Sobald das Opfer sein Portemonnaie öffnet, können die Diebe es ablenken und zuschlagen. Die Kriminellen nehmen dann nicht nur das Wechselgeld, sondern unbemerkt auch die greifbaren Geldscheine.

Blumen-Trick:

Für den Blumen-Trick umarmt der Dieb einen Passanten freundschaftlich oder steckt ihm eine Blume zu. Während das Opfer verdutzt ist und sich erst mal fragt, wer der Fremde ist, verschwindet die Geldbörse.

Waren-Trick:

Auch Supermärkte können zum Tatort werden. Ein Fremder fragt das Opfer nach einer bestimmten Ware, derweil kann der Komplize unbemerkt die Tasche im Einkaufswagen ausräumen.

Hochhebe-Trick:

Den Hochhebe-Trick machen sich Täter meist in Gaststätten und Kneipen zunutze. Sie behaupten dabei, das Gewicht des Opfers schätzen zu können, indem sie es hochheben. Dabei zieht dann entweder der Täter selbst oder aber ein Komplize die Geldbörse aus der Tasche.

Rempel-Trick:

Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder „in die Zange“ genommen. Einer der Täter bleibt plötzlich stehen, sodass das Opfer auf diesen aufläuft und dadurch abgelenkt wird. In diesem Moment entwendet der sogenannte „Zieher“ die Wertsachen. Neben Zügen zählen auch Rolltreppen, Drehtüren oder Fahrstühle zu den gefährdeten Bereichen.

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Drängel-Trick:

In vollen Bahnen und in Geschäften rückt der Taschendieb unangenehm dicht an sein Opfer heran, bis dieses sich verärgert abwendet. In diesem Moment sind Hand- oder Umhängetasche griffbereit für den Täter.

Taschenträger-Trick:

Einer der Täter zeigt sich seinem Opfer gegenüber als besonders hilfsbereit und bietet an, die Reisetasche in den Zug zu tragen. Während der Täter mit der Tasche vorauseilt oder im Einstiegsbereich eines Zuges einen künstlichen Stau verursacht, stiehlt der Mittäter die mitgeführten Wertgegenstände aus der Umhänge- oder Handtasche des Opfers.

Klopfer-Trick:

Ein Taschendieb geht auf dem Bahnsteig den haltenden Zug ab. Parallel dazu schaut ein Komplize im Zug nach geeigneten Opfern. Hat er eins entdeckt, gibt er seinem Komplizen auf dem Bahnsteig ein Zeichen. Der Täter außerhalb des Zuges klopft vor dem Opfer von außen an die Scheibe und verwickelt sein Gegenüber in ein Gespräch, fragt beispielsweise nach dem richtigen Zug. Diese Ablenkung nutzt der Komplize drinnen, um abgelegte Wertsachen zu entwenden.

Schlitzer-Trick:

Bei dieser Variante führt der Taschendieb eine präparierte Rasierklinge oder einen ähnlich scharfen Gegenstand bei sich. Der Täter sucht sich eine Person aus, die die Geldbörse in der hinteren Hosentasche bei sich trägt. Mit der Rasierklinge schlitzt der Taschendieb die Gesäßtasche des Geschädigten auf, von seiner Jacke abgedeckt stiehlt er die Börse.

Nachtschwärmer-Trick:

Häufig nutzen Taschendiebe auch den tiefen Schlaf betrunkener Nachtschwärmer in den öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Dabei greifen die Täter ihre Opfer zielgerichtet an. „Gestohlen werden insbesondere Mobiltelefone“, sagt Schobranski. „In manchen Monaten macht diese Methode 25 Prozent aller Taschendiebstähle aus.Ein anderes Phänomen, das in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, ist die Tat kurz vor Abfahrt des Zuges. Mit einem schnellen Griff entreißen die Täter das Mobiltelefon, während das Opfer telefoniert oder im Internet surft. In den meisten Fällen geschieht das unmittelbar vor dem Schließen der Zugtüren. Diese Taten werden jedoch meistens von Einzeltätern begangen, während die Bundespolizei bei den Taschendiebstählen von „klar strukturierten Banden“ spricht. „Taschendiebstahl ist nicht mehr nur ein lokales Phänomen, sondern wird regelmäßig von Gruppen dominiert, die sich innerhalb kürzester Zeit von Stadt zu Stadt und von Land zu Land in ganz Europa bewegen“, erklärt ein Ermittler der Bundespolizei. Die Täter seien überwiegend in Gruppen mit klarer Aufgabenteilung organisiert. Die Teams sind bis zu fünf Personen stark und unterteilen sich in „Blocker“, „Zieher“, „Abdecker“, „Transporteure“ und „Gegenobservanten“.

Wie kann ich mich vor Diebstahl schützen?

So ausgeklügelt die Tricks sein mögen, auch Diebe haben ihre Schwächen. Am suchenden Blick können sie erkannt werden, denn sie halten gezielt nach Beute Ausschau. Zugleich meiden sie aber den direkten Blickkontakt zu potenziellen Opfern.

Die Polizei rät, Geld, Schecks und Kreditkarten immer an verschiedenen und vor allem an verschlossenen Stellen am Körper zu tragen.

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