Verwahrlosung

Im Schöneberger "Horrorhaus" wird jetzt regelmäßig geputzt

Dreck, keine Türen, kaputte Toiletten: So sah es im "Horrorhaus" an der Grunewaldstraße aus. Inzwischen soll es dort besser aussehen.

Grunewaldstraße in Schöneberg: Dieses Mietshaus ist von der sogenannten Entmietung betroffen

Grunewaldstraße in Schöneberg: Dieses Mietshaus ist von der sogenannten Entmietung betroffen

Foto: Paul Zinken / dpa

Bezirksbürgermeisterin: Lage im „Horrorhaus“ verbessert

Berlin (dpa/bb) - Nach monatelanger Kritik wegen unhygienischer Zustände hat sich die Situation in einem sogenannten „Horrorhaus“ in Berlin-Schöneberg gebessert. „Der Eigentümer hat einen neuen Hausmeister eingestellt“, sagte Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. „Es wird jetzt regelmäßig gereinigt.“ Das Mehrfamilienhaus in der Grunewaldstraße hatte für Aufsehen gesorgt, weil die langjährigen Mieter monatelang unter Lärm, Müll und unhygienischen Zuständen litten.

Dem Eigentümer wird vorgeworfen, alte Mieter vertreiben zu wollen, um das Haus verkaufen zu können. Er soll zudem Roma-Wanderarbeitern überhöhte Mieten abgenommen haben. Zeitweise wohnten 200 Roma dort. Inzwischen leben Schöttler zufolge nur noch vier bis fünf Roma-Familien in dem Haus. „Wir gehen davon aus, dass es Ziel des Eigentümers ist, diese Zustände nicht wieder einreißen zu lassen.“

Gänzlich gelöst seien die Probleme aber nicht: Manche Roma seien zwar anderweitig untergebracht worden oder zu Verwandten gezogen, sagte Schöttler. Einige übernachteten aber nun in angrenzenden Parks.

Grüne und SPD haben wegen des Hauses inzwischen einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg eingebracht. Damit wollen sie erreichen, dass der Senat die Voraussetzungen schafft, um Mieter besser zu schützen.

Das „Horrorhaus“ ist Schöttler zufolge durchaus kein Einzelfall: In Berlin gibt es demnach rund 40 Fälle heruntergekommener Immobilien - etwa in Neukölln, Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg. Dort bestehe der Verdacht, dass Eigentümer die Häuser gezielt verwahrlosen ließen, um Mieter zu vertreiben und das Gebäude verkaufen zu können.

„Das wollen wir in Berlin nicht“, betonte Schöttler. Der Rat der Bürgermeister will nach ihren Worten daher in einer seiner nächsten Sitzungen schärfere Gesetze zum Thema machen. Schöttler hatte bereits angekündigt, sich auch als Reaktion auf die Probleme in dem „Horrorhaus“ für mögliche Gesetzesänderungen stark zu machen.