Kommentar

Senatschef Michael Müller geht ein hohes Risiko ein

Nun macht er es doch: Berlins Regierender Bürgermeister geht in den Aufsichtsrat des BER. Das ist ein Umkehrschub, der mit vielen Risiken verbunden ist, kommentiert Gilbert Schomaker.

Berlins Regierender Bürgermeister bastelt an seinem Image als Macher. Michael Müller, der als Nachfolger von Klaus Wowereit aus dem Stand heraus beliebtester Politiker Berlins geworden ist, geht nun doch in den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft – und wird gleich auch Vorsitzender des Kontrollgremiums. Das ist ein Umkehrschub. Bisher wollte Müller Fachleute in den Aufsichtsrat holen, um mit technischem Sachverstand den Flughafen endlich fertig zu bekommen.

Nun will er es selbst richten. In verantwortlicher Position. Seine Begründung ist bezeichnend für das Projekt BER. In den letzten Wochen haben sich die Eigentümer, Bund, Brandenburg und Berlin nicht auf neue Strukturen und Personen einigen können. Offenbar ist Müller nun der Geduldsfaden gerissen.

Seine Entscheidung ist nachvollziehbar, ist doch Berlin die treibende Kraft, den Flughafen in Schönefeld zu einem Großflughafen mit tausenden Arbeitslätzen ausbauen zu wollen. Und es sind Steuer-Milliarden, die dort verbaut werden.

Aber Müller geht auch ein hohes Risiko: Wowereit war auch einst der beliebteste Politiker Berlin, gewann eine Wahl nach der nächsten – bis er als Aufsichtsratsvorsitzender verantwortlich gemacht wurde für das Desaster am BER. Für Müller kommt es nun darauf an, dass der Flughafen 2017 wirklich an den Start geht. Berlins neuer Regierender Bürgermeister hat seine politische Zukunft an den Erfolg des BER gekoppelt.

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