Berliner Uni-Klinik

Warnstreik - Charité sagt 400 Operationen ab

Verdi hat die Charité-Mitarbeiter an allen drei Standorten des Berliner Universitätsklinikums zu einem Warnstreik am Montag und Dienstag aufgerufen. Alle OPs an diesen Tagen wurden gestrichen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Charité-Mitarbeiter an allen drei Standorten des Universitätsklinikums zu einem Warnstreik am Montag und Dienstag kommender Woche, 27. und 28. April, aufgerufen.

Aus diesem Grund seien alle planbaren Operationen, insgesamt etwa 400, für diese beiden Tagen abgesagt worden, erklärte Ulrich Frei, ärztlicher Direktor der Charité am Donnerstag vor Journalisten.

Die betroffenen Patienten seien bereits informiert, mit ihnen seien neue OP-Termine verabredet worden. Zwischen der Gewerkschaft und der Pflegeleitung würden noch Details der Notdienstvereinbarung verabredet, so Frei. Das betreffe insbeondere die Frage, ob auch Intentensivstationen bestreikt werden sollen.

Verdi verwies indes darauf, dass bereits vor eineinhalb Jahren eine Notdienstvereinbarung mit der Charité abgeschlossen wurde, die die Versorgung bei Streiks regelt, „um jede Patientengefährdung auszuschließen“.

Verdi fordert, in einem Tarifvertrag Standards der personellen Mindestbesetzung für alle Stationen festzulegen, außerdem „gesundheitsfördernde Maßnahmen“ für die überlasteten Mitarbeiter. Die Charité hatte angeboten, solche Mindestbesetzungsquoten zunächst in der Intensivmedizin zu verankern. Das habe Verdi abgelehnt.

Ulrich Frei erklärte, würde die Verdi-Forderung komplett umgesetzt, müsste das Universitätsklinikum zu seinen rund 4000 Pflegekräften weitere 600 einstellen. Das würde pro Jahr 30 bis 36 Millionen Euro kosten und sei finanziell nicht darstellbar.

( ab )