Urheberrechte

„Hinterm Horizont“ – Gericht weist Klage ab

Ein Berliner Autor will als Miturheber von „Hinterm Horizont“ genannt werden. Doch das Berliner Kammergericht sieht das anders.

Bei dem erfolgreichen Musical „Hinterm Horizont“ mit Songs von Udo Lindenberg wurde nach einem Urteil des Berliner Kammergerichts nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Damit wies das Gericht am Montag die Berufungsklage eines Berliner Autoren als unbegründet ab. Dieser wollte erreichen, als Miturheber des Stücks genannt und an den Erlösen beteiligt zu werden. Er meinte, Ideen von ihm seien in das Bühnenstück eingeflossen.

Eine eigene geistige Schöpfung des Autoren liege nicht vor, wesentliche Elemente des Stücks seien schon in der Biografie von Lindenberg enthalten, hieß es im Urteil. Die Klage war bereits 2013 in erster Instanz gescheitert. Die jetzige Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Der klagende Autor hatte ein Libretto an Lindenberg geschickt, der es laut Gericht ablehnte. Das Stück beruht auf einem späteren Text von Thomas Brussig („Sonnenallee“). Die Show läuft in Berlin seit Anfang 2011 im Theater am Potsdamer Platz und hat ein Millionenpublikum erreicht.

Erzählt wird eine Liebesgeschichte im geteilten Deutschland – zwischen dem „Mädchen aus Ostberlin“ – angelehnt an Lindenbergs Lied aus den 70er Jahren – und dem jungen West-Rocksänger Udo aus Hamburg.

Richter Rudolf Landwehrmeyer hatte in der mündlichen Verhandlung gesagt, er sehe „keine eigene Zutat“ des klagenden Autors. Eine bloße Verwendung einzelner Ideen sei noch keine Verletzung des Urheberrechts, hieß es nun im Urteil.

Anwalt Horst Hummel hatte für Brussig gesagt, dieser habe bis zu den Plagiatsvorwürfen am Vorabend der Premiere nichts von dem anderen Libretto gewusst. „Nicht ein Wort, nicht ein Schnipsel einer Idee“ habe Brussig daraus übernommen. Der Drehbuchautor war selbst ins Gericht gekommen.

Der Anwalt des Klägers, Jan Bernd Nordemann, hatte dagegen betont, sein Mandant habe neue Elemente geliefert, die geschützt werden müssten. Dem folgte das Gericht nicht.