Leichenteile entdeckt

Drei Festnahmen nach Mord am Rand der Schorfheide

Auf einer Feier nahe Finowfurt sollen zwei Männer und eine Frau einen Bekannten getötet haben. Nach einer telefonischen Anzeige nahm die Polizei das Trio fest. Erste Leichenteile wurden gefunden.

Foto: schroeder / Thomas Schröder

Ein grausames Verbrechen beschäftigt derzeit die Spezialisten einer Mordkommission in Brandenburg: Am Mittwoch meldete sich offenbar ein Mann aus Werbellin bei der Polizei und zeigte sich und zwei andere Personen an. Dafür nannte er folgenden Grund: Zu dritt hätten sie in der Schorfheide bei Eberswalde einen Mord begangen, so der Mann.

Die Polizei nahm die drei anschließend wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt fest. Es handelt sich bei ihnen um eine 26 Jahre alte Frau sowie zwei Männer im Alter von 33 und 44 Jahren. Die Ermittlungen gehen weiter. Deshalb sei zunächst auch noch kein Haftbefehl gegen die drei Verdächtigen beantragt worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Potsdam.

Bei dem Opfer handelt es sich ersten Informationen zufolge um einen Mann. Die mutmaßlichen Täter und das Opfer sollen am Wochenende bei Lichterfelde (Barnim) zusammen gefeiert haben. Bei einem Streit mit folgender körperlicher Auseinandersetzung auf dem Grundstück eines Einfamilienhauses soll es dann zu dem Mord gekommen sein. Das bestätigt die Polizei am Donnerstagmorgen.

Verkohltes Körperteil gefunden

Zum Tatzeitpunkt sowie den möglichen Motiven wollte die Polizei unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) jedoch keine Angaben machen. Laut deren Auskunft wurden bislang auch noch keine Haftbefehle beantragt.

Zunächst fehlte nach jede Spur von dem Opfer. Erst nach der Untersuchung des von dem festgenommenen Trio beschrieben Tatortes wurde in der Nacht zu Donnerstag ein Körperteil gefunden. Es sei verkohlt und deute darauf hin, dass der Mann verbrannt worden sei, hieß es. Bei dem Toten soll es sich nach Information der Berliner Morgenpost um den 59 Jahre alten Hilmar B. handeln. Er stammt aus Bernau.

Die Suche nach weiteren Überresten des Opfers dauerten am Donnerstag an, weitere Leichenteile wurden entdeckt. Zudem erfolgt derzeit die Vernehmung der unter Tatverdacht stehenden drei Personen.

Lautes Stimmengewirr am Wochenende

Zur Tat selbst gibt es bislang nur spärliche Informationen. Anwohner berichteten, dass sie am Wochenende auf dem Grundstück lautes Stimmengewirr wahrgenommen hätten. Daraus könnte folgen, dass die schreckliche Tat bereits vor mehreren Tagen begangen wurde. Bei einem der Täter soll es sich um Mike N. handeln. Ein bereits in der Vergangenheit bei der Polizei wegen mehrerer Delikte auffällig gewordener Mann. „Offenbar hat es dort ein Saufgelage gegeben, das schließlich ausgeufert ist“, sagt ein Anwohner.

Erst vor wenigen Wochen hatte es, wie berichtet, in Brandenburg einen Mord gegeben. Mit zwei Kopfschüssen ist im Landkreis Basdorf ein 46-jähriger Mann getötet worden. Kurze Zeit später stellte sich der mutmaßliche Täter selbst bei der Polizei. In der anschließenden Vernehmung gab er an, es habe vor den tödlichen Schüssen einen Streit um Geld gegeben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hatte in der Folge Haftbefehl beantragt.

Zum Tatzeitpunkt Zeitpunkt hätten beide Männer in einem Auto gesessen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Das spätere Opfer sei der Fahrer des Wagens gewesen. Der Streit sei um einen äußerst geringen Geldbetrag gegangen, hieß es. Nach den tödlichen Schüssen flüchtete der Täter laut Aussagen von Zeugen zunächst zum Bahnhof und von dort aus mit einem Taxi weiter nach Berlin.