Kreis Barnim

Mann in Basdorf erschossen - Täter stellt sich in Berlin

Mit zwei Schussverletzungen am Kopf ist ein 46-jähriger Berliner in Basdorf (Kreis Barnim) tot in seinem Auto gefunden worden. Nun wurde die Obduktion veranlasst. Der Täter stammt auch aus Berlin.

Foto: ABIX

Mit zwei Schussverletzungen am Kopf ist ein 46-Jähriger am Sonntagabend in Wandlitz-Basdorf (Kreis Barnim) tot in seinem Auto gefunden worden. Wenig später meldete sich ein 37-Jähriger bei einer Polizeidienststelle in Berlin und gab an, der Täter zu sein. Der Mann wurde von den Polizisten vorläufig festgenommen und den ermittelnden Behörden in Frankfurt (Oder) überstellt. Das Opfer, Dirk K., und der mutmaßliche Täter, Özel A., kommen beide aus Berlin. Hintergrund der Tat soll ein Streit um Geld gewesen sein. Ein Richter in Frankfurt (Oder) erließ Haftbefehl wegen Mordes.

Projektil der Tatwaffe gefunden

Rückblick: Am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr hörten Anwohner an der Dimitroffstraße in Wandlitz-Basdorf mehrere Schüsse. Augenzeugen sahen einen Mercedes-Geländewagen, aus dessen Beifahrertür nach den Schüssen eine schwarz gekleidete Person flüchtete. Dann soll der Mercedes den Angaben zufolge aus einer Parklücke quer über die Straße gegen einen Zaun an der Ecke zur Bahnstraße gerollt sein.

Bei dem Geländewagen handele es sich um einen Mercedes SUV mit Berliner Kennzeichen. In genau diesem Fahrzeug entdeckte ein Nachbar wenig später auch den leblosen Mann. Der Zeuge alarmierte umgehend die Feuerwehr. Wenige Minuten später trafen die Notärzte ein und fanden hinter dem Steuer des Wagens den zusammengebrochenen, stark blutenden Mann. Die Helfer am Tatort zogen die leblose Person aus dem Geländewagen. Im Krankenwagen konnten die Notärzte aber nur noch den Tod des Opfers feststellen. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler starb Dirk K. an zwei Kopfschüssen.

Bei strömendem Regen sicherten Mitarbeiter der zuständigen Kriminaltechnik bis spät in die Nacht die Spuren am Tatort. Auf Stativen hatten sie Scheinwerfer aufgebaut. Auch am Montagvormittag wurden die Arbeiten fortgesetzt. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wurde in unmittelbarer Nähe zum Tatort auch die Tatwaffe gefunden. Um was für eine Waffe es sich dabei handelte, wollte die Behördensprecherin aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch nicht mitteilen. Nähere Einzelheiten zum Tathergang und zu den weiteren Ermittlungen gab sie ebenfalls nicht bekannt.

Wie Augenzeugen schilderten, hätten Glassplitter der kaputten Fensterscheibe aus der Fahrertür des Mercedes auf der Straße gelegen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost stellten Kriminaltechniker außerdem ein deformiertes Projektil einer Schusswaffe sicher. Das Projektil hatte eine Leuchtreklame an der Fassade eines Zweiradcenters an der Dimitroffstraße durchschlagen. Der Mercedes-Geländewagen stand auf der Höhe des Geschäftes, als Dirk K. hinter dem Lenkrad seines Wagens erschossen wurde.

Der mutmaßliche Schütze, der 37-jährige türkische Staatsbürger Özel A., stellte sich kaum eine halbe Stunde nach der Tat in Berlin der Polizei und gab die Schüsse auf den anderen Mann zu. Gegen 22 Uhr erschien der Tatverdächtige auf dem Abschnitt 36 in Gesundbrunnen. Das bestätigte eine Polizeisprecherin aus Berlin am Montag. Von Gesundbrunnen aus wurde er zur Polizeidirektion Ost des Landes Brandenburg gebracht, der zuständigen Ermittlungsbehörde.

Dort wurde der Verdächtige bis zum Erlass des Haftbefehls in Gewahrsam genommen. „Beide Männer, das 46 Jahre alte Opfer Dirk K. und der 37-jährige mutmaßliche Täter Özel A., stammen aus Berlin“, bestätigte die Sprecherin außerdem.

Haftbefehl wegen Mordes

Das Motiv für die Tat sei noch nicht vollständig aufgeklärt, hieß es am Montag. In ersten Vernehmungen habe Özel A. jedoch eingeräumt, dass es bei dem Streit um Geld ging. „Das prüfen wir jetzt“, sagte die Sprecherin der Behörde am Montag. Laut Staatsanwaltschaft war das Opfer auch der Fahrer des Geländewagens, in dem er nach den Schüssen gefunden wurde. Der Tatverdächtige habe in den Vernehmungen gegenüber den Polizeibeamten geschildert, dass beide zeitweise gemeinsam in dem Auto gesessen hätten.

Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft weiter sagte, sei eine Obduktion der Leiche veranlasst worden. Diese werde voraussichtlich noch am Montag beginnen. Wann die ersten Untersuchungsergebnisse vorliegen würden, war zunächst noch unklar.