Baumängel

Neue Tramhaltestelle am Hauptbahnhof hat bereits Löcher

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Foto: Sergej Glanze / Glanze

Die Tramhaltestelle Europlatz vor dem Hauptbahnhof soll ein Schmuckstück sein, ein Architektenwettbewerb wurde dafür ausgeschrieben. Doch noch nicht einmal eröffnet, sieht der Beton ziemlich alt aus.

Neu sieht anders aus. Das geschwungene Dach an der Tramhaltestelle Europlatz vor dem Hauptbahnhof scheint in die Jahre gekommen zu sein, dabei hat die Haltestelle noch nicht einmal eröffnet. Die Farbe des Betons ist fleckig, teilweise bröselt er sogar schon, und das Stahlgerüst ist an manchen Stellen freigelegt. Es ist nun der Witterung ausgesetzt, sodass Feuchtigkeit eindringen kann. Eine Fehlkonstruktion? BVG-Sprecherin Petra Reetz wehrt ab: „Das ist alles im Normalbereich. Zunächst wird der Beton in eine Form gegossen, und wenn der Beton dann fest ist, wird die Verschalung wieder abgenommen. Dann kann es sein, dass noch mal nachgearbeitet werden muss. Da muss man eben noch mal ran. Das ist Betonkosmetik.“ Die Bauabteilung der BVG habe versichert, dass alles noch im grünen Bereich sei. Für den Laien sieht es danach allerdings nicht aus, und Petra Reetz gibt zumindest zu, dass die Baufirma jetzt eine Liste mit Mängeln erstelle und erklären müsse, wie die Ausbesserungen umgesetzt werden sollen.

Für den Bau der Haltestelle wurde von der Senatsbauverwaltung eigens ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Der Siegerentwurf des Architektenbüros Gruber und Popp hat zwei extravagant geschwungene Dächer über den Bahnsteigen vorgesehen. Für diesen Bau wurden 1,5 Millionen Euro eingeplant. Ob sich die Kosten nun durch die nötige Sanierung weiter erhöhen, kann Petra Reetz nicht sagen: „Wir sind ja nicht der Auftraggeber.“ Dafür versichert sie aber, dass es beim derzeitigen Zeitplan bleibt: Im Sommer soll die Haltestelle offiziell in Betrieb gehen, wenn nötig halten die Bahnen eben ein Stück hinter den geschwungenen Dächern. Da gibt es nämlich schon jetzt eine provisorische Haltestelle, an der bereits die Metrotramlinie 5 hält.

Ganz stimmt das mit dem Zeitplan allerdings nicht: Ursprünglich sollte der Hauptbahnhof schon bei der Eröffnung 2006 auch per Tram erreichbar sein.

( aku )